Port Royal – Ein Auftrag geht noch

Die erste Erweiterung zum Klassiker „Port Royal“ von Allround-Brettspieldesigner Alexander Pfister wurde im Jahr 2015 veröffentlich. Das Grundspiel ist sehr gut spielbar, die Erweiterung gut bezahlbar. Da muss man doch nicht groß nachdenken, oder?

Das Material

Ab jetzt ist Holz mit im Spiel. Jeder Spieler bekommt drei kleine Holzwürfel und außerdem sind neben 24 Karten im üblichen Format, 18 übergroße Karten hinzugekommen. Dicke Karten, schön illustriert, keine Überraschungen.

Das Spiel

Die 24 Karten bieten mehr Neues vom alten Format. Also neue Schiffe und neue Personenkarten. Die Schiffe kommen mit zusätzlichem Gold für die Mitspieler und die Personenkarten mit neuen Spezialfertigkeiten daher. Soweit unspektakulär, aber auch diese Karten bieten ein gewisses Maß an frischem Wind.

So richtig neu und bereichernd sind die Aufträge in Form der 18 übergroßen Karten . Diese werden zu Beginn des Spiels zufällig gezogen (4 aus 16, für Wiederspielbarkeit wurde gesorgt) und bleiben das gesamte Spiel über ausgelegt. Die Aufträge bestehen dabei aus einem Erfüllungskriterium und einer Leiste mit Goldbeträgen unterschiedlichen Wertes. Gelingt es einem Spieler das Kriterium, etwa die Auslage zweier bestimmter Personenkarten, zu erfüllen, nimmt er einen Holzwürfel seiner Farbe und deckt damit das Feld mit dem höchsten aufgedruckten Goldbetrag ab. Dann nimmt er sich das Gold und bekommt gegebenenfalls Siegpunkte, wenn er bereits mehrere Aufträge erfüllt hat. Wie bei den Spielkarten auch, haben die Auftragskarten zwei Funktionen. Auf der Rückseite sind Siegpunkte abgedruckt, die man sich entsprechend der Regeln nehmen darf.



Wie im Grundspiel endet eine Partie, wenn mindestens einer der Spieler über zwölf Siegpunkte verfügt und die Runde zu Ende gespielt wurde. Am Ende gewinnt derjenige, der am meisten Siegpunkte gesammelt hat.

Im Spiel sind die Aufträge unter ständiger Beobachtung, und gelingt es einem ersten Spieler einen Auftrag zu erfüllen, macht sich schon langsam Nervosität breit. Die Aufträge bringen einen passablen Goldschub, wenn man sie sehr früh erledigt und ebnen den Weg zu weiteren Siegpunkten. Ohne die Erledigung von Aufträgen wird es schwer das Spiel zu gewinnen. Die Aufträge, eine Ergänzung des ursprünglichen Wettlauf-Mechanismus mit den Expeditionen, erhöhen somit sowohl die Spannung, als auch die Variabilität. Eine schöne Idee, toll umgesetzt.

Als besonderes Schmankerl bietet dieses Spiel auch noch einen kooperativen Spielmodus, bei dem die Spieler teils spezielle Koop-Aufträge gemeinsam unter Zeitdruck erfüllen müssen. Diese spezielle Variante hat mir ebenfalls gut gefallen, allerdings finde ich, dass das Spiel von der Art her einfach kompetitiv ist. Der Reiz der kooperativen Spiele liegt für mich in der Ausarbeitung eines gemeinsamen Plans und den gemeinsamen Entscheidungen. Diese gibt es auch hier, aber sie wiegen weniger schwer als in anderen Spielen.

Fazit: Ein volles Lob für diese einfache, aber sehr schöne Erweiterung im kompetitiven Modus. Der kooperative Modus ist ebenfalls eine tolle Idee. Spaß macht er auch und ich wäre nicht abgeneigt, die Variante noch einige Mal zu spielen. Das normale Spiel gewinnt aber auch genug hinzu, dass ich die Erweiterung auch ohne Verwendung des Koop-Modus ohne mit der Wimper zu zucken empfehlen kann.

Port Royal – Ein Auftrag geht noch
Kartenspiel-Erweiterung für 1 bis 5 ab 8 Jahren
Alexander Pfister
Pegasus Spiele 2015
EAN 4250231706530
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 9,95

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