I’m standing on a million lives 5

Gigantische Orks, ein Vulkanausbruch und ein Tsunami sind wohl nicht Bedrohung genug, denn nun stehen die Helden einem Drachen gegenüber, der auf eine noch unbekannte Weise zu der unglücklichen Lage beigetragen hat.

von Shadow

Der Vulkanausbruch bedroht sowohl die Menschen als auch die Orks, doch anstatt sich gemeinsam vor der Naturkatastrophe in Sicherheit zu bringen, geht die Schlacht weiter. Je nachdem, wer im Moment mit dem Ausbruch härter zu kämpfen hat, zeigt eine Schwachstelle, die vom Feind ausgenutzt wird. Die Menschen nutzen die Gelegenheit und stürmen die Burg, da sich nun nur noch wenige Orks dort aufhalten. Ein Kampf im Gebäude erfordert neue Strategien, da der Einsatz von Fernkampfwaffen schwierig ist und auch eine Flucht erschwert wird. Dies führt dazu, dass ein Ork Kaito erwischt und seine Beine auffrisst – mit unerwarteten Folgen. Die Orkkönigin hat ebenfalls einen Schwachpunkt entdeckt, weshalb sie das Schiff angreift, auf dem Frauen, Kinder und Alte Zuflucht gesucht haben. Wehrlos stehen die Inselbewohner ihr nun gegenüber. Der Drache nutzt die Ablenkung für seine eigenen Ziele, doch Yusuke hat mitgedacht und nutzt eine entscheidende Entdeckung zu seinem Vorteil. Dies gibt den Helden Hoffnung, die Quest abzuschließen und möglichst viele Inselbewohner zu retten.

„I’m standing on a million lives 5“ sorgt gleich für mehrere überraschende Wendungen. Man erfährt Neues über den Drachen und die Orks. Inzwischen ist bekannt, dass es sich bei den Orks um intelligente Wesen handelt, da sie die Strategien der Menschen durchschauen und aus Fehlern lernen. Nun stellt sich heraus, dass sie außerdem ein moralisches Wertesystem haben, was durchaus die Frage aufwirft, ob sie in dieser Schlacht wirklich die Bösen sind. Überraschend ist außerdem die Erkenntnis, dass die Gefahrenstufe offenbar erhöht wurde. Das hat üble Folgen. Diese und weitere schreckliche Ereignisse haben auch in Yusuke etwas bewegt. Häufig ist er der Meinung, dass ihm andere Menschen egal sind und die Welt ruhig untergehen soll, doch in Wirklichkeit geht ihm das Wohlergehen der Inselbewohner nahe, was einen Beschützerinstinkt in ihn weckt. Mit ihm und auch den anderen Helden durchlebt man eine interessante Charakterentwicklung. Auf den letzten Seiten, darf man bereits einen Blick auf den nächsten Helden werfen, der mit Sicherheit ebenfalls für Abwechslung sorgen wird.

Neben Spannung, überraschenden Wendungen und einer interessanten Charakterentwicklung gibt es durch die Schlacht jede Menge Action. Die Kampfszenen kommen durch die Wahl ungewöhnlicher Perspektiven hervorragend zur Geltung, zeigen sich dynamisch und stellenweise brutal. Da der Manga insgesamt eher hell und freundlich wirkt, kommt das manchmal unerwartet. Kaitos Beinstümpfe dagegen werden in einer lustigen Pixeloptik dargestellt, was die Darstellung an dieser Stelle entschärft. Für eine weitere Überraschung sorgt die optische Umsetzung der Orks, die vermutlich nicht den Erwartungen der meisten Leser entspricht. Orks haben ihren Ursprung in J. R. R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“ und wurden inzwischen in zahlreichen Fantasy-Werken aufgegriffen, sodass sie als allgemein bekannt gelten. Die Interpretation dieser Wesen ist häufig ähnlich, doch gibt es immer wieder Abweichungen, die nicht zu der Vorstellung der meisten Leser passt – so wie es in dieser Manga-Reihe der Fall ist. Die Zeichnungen zeigen meterhohe, stämmigen Kreaturen, die eher an Oger erinnern. Sobald man mehr über deren Eigenschaften wie das Sozialverhalten erfährt, kommt die Überlegung auf, ob man ihnen nicht einen eigenen Namen hätte geben sollen.

Leseprobe

Fazit: Dieses mal erwarten den Leser gleich mehrere überraschende Wendungen, actionreiche Kämpfe und interessante Einblicke in die Charakterentwicklung.

I’m standing on a million lives 5
Manga
Akinari Nao
Cross Cult 2022
ISBN: 978-3-96433-468-8
192 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 10,00

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