Dreadful Circus

„Dreadful Circus“ ist ein Kennerspiel für 4 bis 8 Spieler, bei dem Kombinationsgabe, ein gutes Gedächtnis und auch etwas Schadenfreude gefragt ist. Durch ein außergewöhnliches Tauschsystem versucht man möglichst günstig Marker und Karten von anderen zu ergattern und die eigenen teuer zu verkaufen.

von Shadow

Ziel des Spiels ist es, die meisten Siegpunkte zu erhalten. Diese bekommt man durch das Sammeln von Münz-Markern, Kontrakt-Markern und Karten. Zu Beginn bekommt jeder ein Startkapital, danach erweitert man seine Sammlung, indem man Marker oder Karten möglichst günstig von anderen Spielern tauscht.

Kombinationen wie ein Set aus 4 unterschiedlichen Kontrakten oder Karten mit spezifischen Eigenschaften bringen die Spieler dazu, bestimmte Marker oder Karten zu sammeln. Da verschiedene Strategien verfolgt werden, haben manche Karten für andere Spieler einen größeren Wert als für einen selbst. Je nach Spieleranzahl erhalten 1 bis 2 Personen den Auktionsmarker, den sie jede Runde weitergeben. Diejenigen, die den Auktionsmarker haben, müssen eine Karte zur Auktion anbieten. Nun werden gleichzeitig verdeckte Gebote abgeben, indem die Spieler ihre Marker in eine Schachtel legen und in die Tischmitte schieben. Die Gebote dürfen in beliebiger Reihenfolge betrachtet werden, jedoch muss man sich sofort entscheiden, ob man es annimmt oder nicht. Dies führt häufig dazu, dass man eine Karte zu günstig verkauft oder sich ärgert, ein gutes Angebot abgelehnt zu haben, in der Hoffnung noch mehr zu ergattern.

Kombinationsgabe und ein gutes Gedächtnis machen sich hierbei bezahlt. Zu einem muss man herausfinden, wie man selbst am besten an Siegpunkte kommt, doch gilt es auch durch Beobachten der anderen deren Strategie herauszufinden. Die ausgespielten Karten sind für alle sichtbar, doch die Münzen und Kontrakte bleiben verborgen. Unbekannt ist zudem, wer welche Karten auf der Hand und im Laufe des Spiels anbieten wird. Für eine überraschende Wendung sorgen häufig gemeine Karten, wie die Möglichkeit, ausgespielte Karten oder Kontrakte von anderen Spielern zu klauen und das oft in einer bedeutenden Anzahl. Von den 7 bis 8 Karten, die man zu Beginn erhält, wird man 3 bis 4 versteigern, dann endet das Spiel.



Zunächst erscheint das Spielprinzip einfach, doch entwickelt es eine unerwartete Tiefe, etwas Glück gehört allerdings auch dazu. Die Spielrunden verlaufen spannend bis zum Schluss, da man oft nur schwer einschätzen kann, wer gerade die meisten Siegpunkte hat und es am Ende häufig noch zu Überraschungen kommt. Für Freude sorgt außerdem das liebevoll gestaltete Spielmaterial, das die zunächst eher gruselige Zirkusstimmung mit viel Humor herüberbringt.

Die meisten Spiele haben ihre optimale Spieleranzahl bei 4, „Dreadful Circus“ fängt mit 4 erst an und geht bis zu 8, was insbesondere bei anspruchsvollen Spielen eine Seltenheit ist. Abhängig von der Anzahl ändert sich die Spielmechanik, indem es pro Runde 2 Verkäufer gibt und zusätzliche Karten dazukommen. „Dreadful Circus“ eignet sich gut für zwischendurch, doch selbst bei mehreren Runden hintereinander wird es nicht langweilig.

Spielmaterial

63 Zirkuskarten, 8 Sichtschirme, 8 zweiteilige Wagen, 55 Kontraktmarker, 1 Kontraktbeutel, 48 Münzmarker, 1 Auktionsmarker 1. Auktion, 1 Auktionsmarker 2. Auktion, Spielanleitung (DE)

Fazit: „Dreadful Circus“ bietet eine gelungene Abwechslung aus Strategie, Glück und Interaktion zwischen den Spielern, die manchmal sehr fies sein kann und für eine überraschende Wendung sorgt. Das Spielprinzip ist einfach, kann aber unerwartet in die Tiefe gehen. „Dreadful Circus“ eignet sich gut für zwischendurch, doch selbst bei mehreren Runden hintereinander wird es nicht langweilig. Erfreulich ist auch die Spieleranzahl von 4 bis 8, die eher eine Seltenheit ist, insbesondere bei anspruchsvollen Spielen.

Dreadful Circus
Spiel für 4 bis 8 Spieler ab 14 Jahren
Bruno Faidutti
Pegasus Spiele 2021
EAN: 4250231730467
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 29,99

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