von Daniel Pabst
Wie schon die erste Edition, versammelt auch diese „Master Edition“ drei Bände in einem übergroßen Format von 18 cm x 25,2 cm, eingehüllt in ein schwarzen, minimalistischen Lederhardcover, was dem ganzen einen sehr edlen Touch verleiht. Auf über 700 Seiten wurden die Manga-Einzelbände vier bis sechs abgedruckt. In den verschiedenen Kapiteln geht die Reise zurück in die Vergangenheit des bereits kennengelernten Protagonisten namens Guts. Ihr erlebt, wie dieser zu dem Mann wurde, der er ist, und welche traurige Kindheit ihn geprägt hat. Bereit für diese zweite opulente „Master Edition“?
Den Beginn dieses Bandes machen grausame Kindheitserfahrungen, die ungeschönt bebildert wurden. Damit ist dieser Band – was bereits aus „Berserk Master Edition 1“ bekannt sein dürfte – nichts für schwache Nerven. Hinzu tritt das prägende Treffen Guts mit einen mysteriösen Ritter und dessen treuer Gefolgschaft. Guts erfährt, dass den mysteriösen Ritter eine unvergleichliche Aura umgibt. Seine Gefolgschaft verehrt ihn wie einen Gott und verzeiht ihm die ein oder andere Verrücktheit. Für Guts kommt es zum Duell, bei dem er diesen „Gott“ herausfordert. Doch da bislang niemand lebend aus einem solchen Duell herausgegangen ist, steht alles auf dem Spiel!
Actiongeladen und voller Mittelalterschlachten schlagen sich die Leserinnen und Leser mit dem Protagonisten durch die Seiten. Die immer wieder auftretenden beidseitigen Illustrationen von Kentaro Miura sind atemraubend. Wie in einem (schwarz-weißen) Wimmelbild im Stil von „Wo ist Walter“ (Autor: Martin Handford) sieht man zum Beispiel eine Belagerung einer Burg. Auch wenn das Mittelalter mit seinen Schwert- und Armbrustkämpfen den Großteil der Kämpfe einnimmt, ist das nicht alles. Hinzu treten Kämpfe mit übernatürlichen Wesen. Bei einem stellt sich die Frage, ob es sich hierbei um den Teufel selbst handelt? Doch warum warnt dieser Guts vor dem mysteriösen Ritter?
Immer wieder sieht sich Guts dem Tode nahe. Im Angesichts dessen fiebern die Leser und Leserinnen mit ihm mit und fragen sich, wie dieser unerschütterliche Schwertkämpfer einen Ausweg finden wird? Verheißungsvoll ist der dauerhafte Konflikt mit dem mysteriösen Ritter – der, wie wir erfahren, Griffith heißt und damit Erinnerungen an den Griffith in „Berserk Master Edition 1“ weckt. Ist Griffith ein Engel oder vielmehr ein Todesengel? Wie ernst meint es Griffith mit seiner Ankündigung: „Ich werde mir mein Reich nehmen“? Und wie passt das zusammen, dass er zunächst zu Guts sagte: „Ich will dich“ und wenig später der Prinzessin den Hof macht. Das sich entwickelnde romantische Spannungsverhältnis offenbart schon bald ein Spinnennetz aus höfischen Machenschaften und Intrigen, in dem Guts und auch Griffith zunehmend neue Gefahren bewältigen müssen.
Fazit: „Berserk Master Edition 2“ zeigt beeindruckende Zeichnungen. Beim Umblättern wird einem wiederholt das Wort „Wow“ aus dem Mund gleiten. Beachtet man, dass alle Zeichnungen von einem Mann gezeichnet wurden und heute noch so zeitlos sind, versteht man, dass es sich bei Mangas um Kunst handelt und keinesfalls generell mit einem „Schmuddel-Image“ abzutun sind. Jede und jeder, der das denkt, sollte – nein muss – einen Blick in „Berserk“ werfen. Da dieser Manga neben seinen Zeichnungen großen Themen, wie „Himmel und Hölle“, „Teufel und Gott“, „Herkunft und Heimat“ oder „Liebe und Hass“ nachgeht und sich damit weiterführende (kritische) Fragen stellen, kann diese Fortsetzung nicht nur zeichnerisch, sondern auch inhaltlich absolut empfohlen werden.
Berserk Master Edition 2
Comic
Kentaro Miura
Panini Manga 2025
ISBN: 978-3-7416-4176-3
702 S., Hardcover, deutsch
Preis: 49,00 EUR
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