Terrorscape – Formloses Grauen (Erweiterung)

In der Grundbox von „Terrorscape“, diesem Hidden-Movement-Spiel für 1 Killer und 3 Überlebende, verschlug es ein paar glücklose Wanderer in eine einsame Villa im Wald, in der wahlweise ein brutaler Schlächter, ein heimtückischer Mörder oder grausiges Gespenst auf sie wartete. Die vorliegende Erweiterung bietet ein neues Setting an: ein aufgegebenes Labor in einem alten Minenstollen, das ungeahnte Schrecken beherbergt. Wie und ob man diese überlebt, haben wir für euch getestet.

von Frank Stein

„Formloses Grauen“ ist eine von insgesamt drei Erweiterungen für „Terrorscape“. Die Box kommt in Standardgröße – ca. 29x29x8 cm – daher und zeigt auf dem Cover bereits die zwei neuen Schrecken: eine beißfreudige Alien-Pflanze und ein Ungeheuer, das einem alten Roger-Corman-SciFi-Horror-Film entsprungen scheint, samt predator-artiger Mundpartie, Facettenaugen und langfingrigen, klauenbewehrten Händen.

Im Inneren finden wir zwei neue Spielpläne, die sich auf beiden Seiten des Sichtschutzes in Form der aufragenden Papp-Villa anlegen lassen. So ganz passt es übrigens thematisch nicht, dass diese Villa in der Mitte steht, während wir uns eigentlich durch ein fragwürdiges Bio-Labor in einem aufgegebenen Minenstollen kämpfen. Aber die austauschbaren Seitenwände für den Sichtschutz wurden erst im Crowdfunding für „Terrorscape 2“ im Herbst 2025 eingeführt. Nun ja, wir wollen nicht kleinlich sein.

Neben den Spielplänen befinden sich 2 Plastik-Miniaturen des „Würgers“ (der Killerpflanze) sowie 10 Papp-Kerne für selbigen, 2 Plastik-Miniaturen des Unidentifizierten (des „Aliens“), 2 Killertableaus, 27 Fähigkeitskarten, 4 Entwicklungskarten, 1 Sonderregelkarte, 1 Erste-Hilfe-Kasten und 1 Anleitung – bloß ein doppelseitiges DIN-A4-Blatt – in der Box. Alles sitzt sehr aufgeräumt in einem Plastik-Sortiereinsatz, mit dem die Box dann auch gut ausgefüllt ist.

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Am Spielaufbau oder Prinzip ähnelt sich grundsätzlich wenig. Statt der Villa-Spielpläne werden eben die Labor-Spielpläne ausgelegt. Außerdem wählt der Killer-Spieler entweder den Würger oder das Unidentifizierte und baut alles der Anleitung entsprechend auf. Spezielle Sonderregeln bringt die Erweiterung nicht mit sich, abgesehen von denen, die die Monster betreffen. Nur zwei Kleinigkeiten ändern sich auf dem Spielplan. Im Krankenzimmer des Labors wartet auf die Spieler ein Erste-Hilfe-Kasten, den sie für eine Heilen-und-Furcht-entfernen-Aktion verbrauchen können. Außerdem gibt es einen Sterilraum, in dem immer ein Alarm ausgelöst (also Lärm erzeugt) wird, wenn sich ein Überlebender dorthin bewegt.

Die beiden Monster spielen sich sehr unterschiedlich und sind beide auf ihre Weise spannend. Der Würger arbeitet vor allem mit vielen Blockaden und mit seinen Kernen, von denen bis zu fünf auf dem Spielplan stehen dürfen. Zu diesen kann er sich später teleportieren und diese können auch Überlebende verletzten. Grundsätzlich spielt sich die Monster-Pflanze aber etwas Passiver als andere Killer. Sie blockiert die Spieler stark und versucht sie an der Flucht zu hindern. Ein Sieg über Zeit ist somit fast wahrscheinlicher als ein Sieg durch den Tod eines Überlebenden.

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Das Unidentifizierte blockiert die Spieler so gut wie gar nicht. Dafür ist es relativ schnell und stark und vor allem entwickelt es sich auf Stufe 2 und 4, das heißt es bekommt höchst hilfreiche oder nervige (je nach Blickwinkel) Zusatzfähigkeiten. Beispielsweise wird es noch schneller, es hört die Überlebenden besser oder es wird stärker, wenn es Geheimgänge nutzt, bislang eine relativ sichere Domäne der Überlebenden. 

Beide Gegner haben sich in unseren Testspielen als knackig erwiesen, jeder auf seine Weise. Der Würger hat die Spieler vor allem erfolgreich blockiert und wusste, wann immer sie seine Barrikaden einreißen, oft gut, wo sich die Überlebenden aufhalten. Das Unidentifizierte dagegen tappte mehr im Dunkeln, aber wenn ein Spieler sich mal zeigte, war es blitzschnell vor Ort, um zuzuschlagen. Ein bisschen clevere Planung des Killer-Spielers sowie ein möglichst rasches Aufleveln immer vorausgesetzt. Spannend war es mit beiden Gegnern und von der Atmosphäre her gefiel uns die Erweiterung eigentlich noch besser als das Grundspiel.

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Fazit: „Formloses Grauen“ ist eine schöne, thematisch an B-Movie-SciFi-Horror-Filme angelehnte Erweiterung für „Terrorscape“. Beide neuen Monster spielen sich sehr unterschiedlich und sind durchaus ernstzunehmende Herausforderungen für die Überlebenden. In meinen Augen eine Erweiterung, die sich definitiv lohnt, zumal sie auch nicht besonders teuer ist.

Terrorscape – Formloses Grauen
Brettspiel-Erweiterung für 2 bis 4 Spieler ab 16 Jahren
Jeffrey CCH
Grimspire 2024
EAN: 4255682704838
Sprache: Deutsch
Preis: 29,00 EUR

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