Superman 5 – Das Haus von Brainiac (Dawn of DC)

Er nennt sich selbst das klügste Wesen der Galaxis: Brainiac, der grünhäutige, besessene Sammler von Wissen vom Planeten Colu. Schon zahlreiche Mal in seiner Geschichte musste sich Superman mit ihm herumschlagen. Diesmal jedoch hat Brainiac, der schon seit einigen Ausgaben dieser aktuellen „Superman“-Reihe als nahende Bedrohung inszeniert wurde, einen besonders wahnsinnigen Plan. Wird die Superfamilie ihn aufhalten können?

von Kurt Wagner

Zu Beginn von Band 5, der die „Action Comics“-Ausgaben 1064 bis 1066, die „Superman (2023)“-Hefte 13 bis 15 sowie das „Superman: House of Brainiac Special 1“ versammelt, trifft er endlich über der Erde ein: der tentakelbewehrte Riesentotenkopf, ein doch etwas spezielles Raumschiffdesign, mit dem Brainiac durchs All düst. Und während Lois und Clark einfach mal einen entspannten Tag ohne Job und Verpflichtungen genießen wollen, regnet es plötzlich kampfeswütige und auf Krawall gebürstete Czarnianer vom Himmel – das sind diese proletenhaften Hardrocker-Aliens mit weißer Haut und maskenartig schwarzem Muster um die Augen, deren berühmtester Vertreter Lobo ist.

Die Czarnianer unter General Chacal lieben zwar vor allem Chaos, unter Brainiac verfolgen sie allerdings einen perfiden Plan: Sie schnappen sich an Mitgliedern der Superfamilie, wen sie kriegen können. Denn Brainiac braucht die Kraft von Supers Leuten, um damit seine neuste Superschurkerei in Gang zu setzen. Auch Lex Luthor mischt in der ganzen Gemengelage mit. Allerdings folgt er seinen eigenen Agenda. Er will seine Tochter Lena retten, die ebenfalls von Brainiac entführt wurde, und gerät dabei ebenfalls in die Fänge des galaktischen Oberschurken. Die Mission für Superman ist also klar: Er muss Brainiacs Schiff verfolgen und sowohl seine Familie als auch die von Lex Luthor retten. Ganz abgesehen davon, dass er Branics irren Plan vereiteln muss. Und weil Czarnianer in die Geschichte verstrickt sind, kann es nur einen geben, der ihm dabei zur Seite steht: Lobo, der Oberrüpel und gelegentlich widerwillige Antiheld.

Mit 220 Seiten ist der Comic ein ziemliches Schwergewicht, und natürlich verläuft im Weiteren nicht alles gradlinig. Zum einen teilt sich die Handlung in zwei Stränge, nämlich in Supermans und Lobos Ermittlungen auf der Suche nach Brainiacs Raumschiff auf der einen Seite und in den Widerstand der entführten Superfamilie in Brainiacs Fängen auf der anderen. Dabei kommen auch Lex Luthor und seine Tochter sowie Brainiacs Sohn Vril Dox zum Zug. Abgesehen davon wird die Haupthandlung hier und da durch eingestreute Nebengeschichten ergänzt, etwa einen Blick in Vrils Vergangenheit oder wie es in Metropolis, wo Lois Lane zurückgeblieben ist, nach dem Verschwinden der Superfamilie so läuft. Alles in allem wird hier eine Menge an Handlung geboten, wenngleich natürlich immer wieder eingestreute Kampfeinlagen einiges an Seiten fressen. Aber das gehört zu Superheldencomics ja irgendwie dazu.

Das Finale ist dem epischen Vorspiel schließlich durchaus würdig. Nicht nur kommt es zu einem spektakulären Kampf mit Brainiacs neuster Schöpfung, am Ende steht auch viel Versöhnliches, das einen guten Schlusspunkt für diese Episode und diesen Teil von Supermans Abenteuern bietet – obwohl im Epilog selbstredend schon die nächste Gefahr angeteasert wird.

Auch visuell vermag der Comic fast durch die Bank zu überzeugen. Vor allem Hauptkünstler Rafa Sandoval weiß einfach, wie man Figuren zeichnet und spannend in Szene setzt. Gerade in Actionmomenten fliegen da kräftig die Fetzen, mit dynamischer Panelgestaltung und Charakteren, die buchstäblich ihren eigenen Rahmen sprengen. Verfeinert werden die Zeichnungen dann noch durch die Kolorierung von Alejandro Sánchez, der mit aufwändigem Pinselstrich, Farbverläufen und Lichteffekten dafür sorgt, dass man beim Betrachten der Bilder in diesem Comic viel Spaß hat.

Fazit: „Das Haus von Brainiac“ bietet „Superman“-Unterhaltung der Extraklasse. Die Story von Jusha Williamson ist wendungsreich und dramatisch, die Paarung des ehrenwerten Supermans mit dem rüpelhaften Lobo sorgt immer wieder für Schmunzler, im Finale kracht es ordentlich, bevor ein schöner runder Abschluss – zugegeben mit zwei neuen Story-Teasern – erfolgt. Auch die Optik weiß fast durch die Bank zu gefallen. Vor allem das Kernteam Rafa Sandoval und Alejandro Sánchez liefern ab und bieten Zeichnungen auf einem Niveau, von dem sich viele andere Serien eine gute Scheibe abschneiden können. So darf es gern weitergehen.

Superman 5 – Das Haus von Brainiac (Dawn of DC)
Comic
Joshua Williamson, Rafa Sandoval, Alejandro Sánchez u. a.
Panini Comics 2025
ISBN: 978-3-7416-4260-9
220 S., Softcover, deutsch
Preis: 29,00 EUR

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