von Frank Stein
Der vorliegende Sammelband vereint die deutschen Übersetzungen der Ausgaben #1-5 der damit vollständigen US-Mini-Serie „Hyperspace Stories: The Bad Batch: Ghost Agents“. Ursprünglich wurden die fünf Hefte in den USA zwischen Februar und Juli 2025 veröffentlicht. Ein englischer Sammelband folgt im November 2025. Dieser deutsche Sammelband bei Panini wurde im Februar 2026 herausgebracht. Geschrieben wurden alle Comics von Michael Moreci. Die Zeichnungen stammen von Reese Hannigan und Elisabetta D’Amico. Für die Farben sorgte Michael Atiyeh.
Die Geschichte spielt nicht wie die Animationsserie zur Zeit nach der Order 66, sondern ist ein Prequel, das mitten während der Klonkriege zwischen der Republik und den Separatisten angesiedelt ist. Entsprechend ist die Bad Batch auch noch komplett und Scharfschütze Crosshair hat sich noch nicht von seinen Kameraden, dem Computergenie Tech, der menschlichen Abrissbirne Wrecker und dem Späher Hunter abgewandt. Los geht’s mit einer James-Bond-artigen Prolog-Actionsequenz, in der die speziellen Klonkrieger einem riesigen Schlangenmonster explosiv den Garaus machen. Auch danach geht es geradezu klassisch weiter: Im Jedi-Tempel informiert Mace Windu die Truppe, dass Jemand eine Liste mit den Namen von Geisteragenten gestohlen hat, also Spionen der Republik, die undercover in den Reihen der Separatisten agierenden. Der Job ist so gradlinig wie knifflig: Die Liste muss zurückgeholt werden, bevor die Geisteragenten getötet werden und die Republik ihre besten Informationsquellen verliert.
Was folgt, ist eine Schnitzeljagd, die von den unteren Ebenen von Coruscant über die Gewürzminen von Kessel und den Wasserplaneten Doric Prime bis auf die staubverhüllte Separatistenwelt Sapper führt. Dabei erweist sich die Gegnerin der Bad Batch als gerissen und schwer zu fassen. Um wen es sich dabei handelt, wird im Deutschen leider schon auf dem Cover gespoilert, nämlich Asajj Ventress. Im Comic trägt sie lange Zeit eine Maske und wird erst am Ende von Heft 3 enthüllt. Das Cover gehört entsprechend zu US-Heft 4. Neben Ventress und Windu tauchen noch zwei andere namhafte Nebenfiguren der Saga auf, die ich hier jetzt aber noch nicht enthüllen will. Alles in allem entspricht die Dichte an bekannten Charakteren in etwa einer durchschnittlichen „The Clone Wars“-Serienepisode, insofern passt das alles, wenngleich sich natürlich unvermeidlich wieder mal das Gefühl einstellt, dass die „Star Wars“-Galaxis doch echt klein ist. Man bedenke mal, wie viele Jobs Dauer-Antagonisten wie Asajj Ventress oder General Grievous während der Klonkriege für ihre Meister erledigen mussten. Viel geschlafen haben können die zwischendurch nicht.
Die Comic-Handlung ist rund, in sich abgeschlossen und geht vollkommen in Ordnung. Große Erzählkunst darf man natürlich nicht erwarten. Die Jungs der Bad Batch übernehmen einen Job und hangeln sich von Herausforderung zu Herausforderung, um ihren Auftrag zu erledigen. Ein paar Mal geht ihr Plan schief, so wie es sein muss, um Spannung zu erzeugen und fünf Comic-Hefte zu füllen, aber nie werfen sie die Flinte ins Korn. Stattdessen kommen sie hartnäckig immer wieder mit neuen Ideen, um am Ende zum Erfolg zu gelangen. In dem Sinne entspricht der Comic einer absolut soliden Folge oder Doppelfolge einer der „Star Wars“-Animationsserien. Wer „The Bad Batch“ mag, bekommt hier gute Unterhaltung geboten, allerdings im „Job of the Week“-Format, also ohne jede Figurenentwicklung. Das ist halt dem Prequel-Charakter des Comics geschuldet.
Visuell wird Standard-Illustrationskunst aus dem Computer geboten, wie man sie so oft bei den großen Franchises aus den Großverlagen Marvel, DC oder hier Dark Horse Comics bekommt. Der Strich ist klar, die Farben sind sauber, die Action wirkt dynamisch, der Hintergrund wird auf das Nötigste reduziert. Ich sage immer gern: Die Bilder dienen der Geschichte. Wir sehen, was wir sehen müssen, um zu verstehen, worum es geht. Ein Fest für die Augen ist das Ganze aber nicht. Allerdings habe ich auch schon billiger hingerotzte Bildergeschichten bei „Star Wars“ gesehen. Immerhin sind alle Figuren schön proportioniert und ohne Manga- oder Cartoon-Einschlag umgesetzt. Auch hier also solides Mittelfeld.
Eine Covergalerie am Schluss gibt es nicht, dafür werden die einzelnen Episoden innerhalb des Sammelbands von ihrem jeweiligen schicken Cover voneinander abgetrennt, eine Lösung, die mir gefällt, weil man so auch die Schluss- und Anfangspunkte der Einzelhefte besser würdigen kann.
Fazit: Wer die Animationsserie „The Bad Batch“ mochte, der bekommt mit dem vorliegenden Comic ein kurzweilig erzähltes und solide gezeichnetes Prequel geboten, das zwar keine Figurenentwicklung zu bieten hat, aber im Stile eine ordentlichen „The Clone Wars“-Doppelfolge von der Jagd unseres Klonkrieger-Spezialtrupps auf eine gestohlene Liste mit den Identitäten von Geisteragenten der Republik erzählt. Gerade für junge Fans sicher gute Unterhaltung, für erwachsene Comic-Veteranen eher ein Kann- als ein Muss-Kauf.
Star Wars – The Bad Batch: Geisteragenten
Comic
Michael Moreci, Reese Hannigan, Elisabetta D’Amico, Michael Atiyeh
Panini Comics 2026
ISBN: 978-3-7416-4606-5
112 S., Softcover, deutsch
Preis: 15,00 EUR
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