von Frank Stein
Der vorliegende Softcover-Band enthält die ins Deutsche übersetzten Ausgaben der US-Comics „Star Wars: The Rise of Skywalker Adaption“ #1-5, die zwischen Februar und Juni 2025 erschienen sind. Ein englischsprachiger Sammelband kam dann im Oktober 2025 heraus. Hierzulande ist das Ganze parallel als Softcover und limitierter Hardcover-Band im Januar 2026 bei Panini Comics auf den Markt gekommen. Geschrieben wurde die Geschichte von Jody Houser. Die Zeichnungen hat Will Sliney angefertigt. Um die Kolorierung kümmerte sich Guru-eFX. Die tollen Cover steuerte Phil Noto bei.
Die Handlung dürfte jedem Fan eigentlich sattsam bekannt sein. Zu Beginn platzt gleich eine Bombe: Irgendwie ist der seit „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ tot geglaubte Imperator zurück. Von der geheimen Sith-Welt Exegol aus verkündet er den Beginn der Letzten Ordnung. Eine gewaltige Streitmacht aus Sternenzerstörern, die in den letzten zwei Jahrzehnten heimlich gebaut wurde, steht bereit, um einmal mehr die gesamte Galaxis zu unterwerfen. Der Widerstand unter Prinzessin Leia, der sich bislang mühsam gegen die Erste Ordnung verteidigt hat, wird davon in höchste Aufregung versetzt. Sie müssen unbedingt nach Exegol und die Flotte aufhalten, bevor sie starten und über alle Welten herfallen kann. Doch das ist leichter gesagt als getan. Erst einmal muss Exegol gefunden werden. Also brechen Rey, Poe, Finn, die Droiden und Chewbacca mit dem Millennium Falke zu einem weiteren dramatischen Abenteuer auf …
Ich will mich gar nicht in weitschweifige Ausführungen verlieren, was der Sequel-Trilogie alles an Kritik entgegengeschlagen ist. Daher nur kurz: Während die Meinungen zu „Das Erwachen der Macht“ noch weitgehend einhellig lauteten, dass J. J. Abrams zwar eine actionreiche, moderne Erzählweise biete, aber im Grunde recht uninspiriert „Eine neue Hoffnung“ nacherzählt habe, spaltete sich das Fandom über „Die letzten Jedi“ wie selten zuvor. Die einen feierten Rian Johnsons Ansatz, Genre-Klischees aufs Korn zu nehmen, männliche Heldenfiguren zu demontieren und Erwartungen, die im vorherigen Teil aufgebaut worden waren, zu enttäuschen. Die anderen bemängelten einen unglaubwürdigen Plot und ärgerten sich über Johnsons Umgang mit der Figur Luke Skywalker.
Bei „Der Aufstieg Skywalkers“ drehten sich dann die Positionen der beiden Lager. Diejenigen, die sich von „Star Wars“ eine progressivere Erzählweise wünschten, hielten J. J. Abrams Rückkehr für einen Rückschritt und tatsächlich ist der Film zwar wieder deutlich gefälliger inszeniert, erzählt aber im Finale praktisch die halbe Schlacht von Endor in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ nach. Das andere Lager wurde durch schöne Szenen mit den alten Helden besänftigt, durch spektakuläre Raumaction sowie ein gerade gegen Ende wundervoll dramatisches Zusammenspiel von Rey und Kylo Ren alias Ben Solo.
Mir hat der Film seinerzeit, bis auf wenige Stellen, recht gut gefallen und dem Comic gelingt in meinen Augen das Kunststück, die Handlung noch in einigen Punkten gut zu konzentrieren. So wird beispielsweise eine recht überflüssige Actionsequenz gestrichen, stattdessen taucht Maz Kanata auf dem Rebellenstützpunkt Ajan Kloss auf und verbringt ein paar schöne Extraszenen mit Leia. Man kann nur annehmen, dass die ursprünglich im Drehbuch standen, dann aber dem Schneidetisch zum Opfer fielen.
Grundsätzlich ist der Comic natürlich „nur“ eine Adaption des Films und teilt damit alle Probleme solcher Adaptionen. Warum sollte ich einen Comic lesen, wenn ich doch den Film schauen kann? Im vorliegenden Fall würde ich antworten: Weil er tatsächlich Spaß macht. Jody Houser erzählt die Handlung elegant und mit ein paar schönen visuellen Kniffen wie Rückblenden und kraftvollen Ganzseiten-Collagen, die Will Sliney und Guru eFX sehenswert umsetzen. Reys Angst, dem Bösen zu verfallen (schließlich ist sie eine Palpatine) wird ebenso schön thematisiert wie Leias (aus erzählerisch nach wie vor unklaren Gründen) zunehmende Schwäche und ihr tragisches Ableben im Augenblick von Ben Solos Rückkehr. Houser findet einfach in jedem Moment den richtigen Tonfall, vielleicht ein bisschen sentimental hier und da, aber geht in Ordnung.
Fazit: Die Comic-Adaption „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ ist einer der seltenen Fälle, in denen der Comic sich runder anfühlt als der Film selbst. Jody Houser hat die Handlung mit viel Geschick bearbeitet, platzraubende Action zurückgenommen und gefühlvolle Charaktermomente in den Vordergrund gerückt. Unterstützt wird das durch starke Bilder von Will Sliney und Guru eFX. Herausgekommen ist eine Geschichte, die natürlich den Film nacherzählt, aber trotzdem sehr schön auch für sich steht. Für alle Fans, die den Film nicht ausnehmend schrecklich fanden, wirklich empfehlenswert.
Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers
Comic
Jody Houser, Will Sliney, Guru eFX
Panini Comics 2026
ISBN: 978-3-7416-4343-1
128 S., Softcover, deutsch
Preis: 17,00 EUR
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