von Kurt Wagner
Ich gestehe, meine Lesereihenfolge war wohl nicht ganz korrekt. Eigentlich ist „Predator versus Black Panther“ der zweite, von Autor Benjamin Percy geschriebene Cross-Over-Band – nach „Predator versus Wolverine“ und vor „Predator versus Spider-Man“. Da diese Bände aber komplett eigenständig lesbar sind, ist es wohl nicht so schlimm. Allerdings steht für Herbst 2026 ein vierter Band bei Panini an, „Predator Kills the Marvel Universe“, und der ist definitiv eine Fortsetzung dieses vorliegenden Abenteuers. Weswegen man es tunlichst vorher lesen sollte.
Doch worum geht es eigentlich? Zwei verfeindete Predator-Clans, angeführt von Brüdern, die sich nicht ausstehen können, streiten sich um die Jagdrechte auf einem Planeten. Der Vater, ein Predator-König, überreicht dem älteren Lieblingssohn einen Speer aus „Göttermetall“, der diesem hilft, im Konflikt den Sieg über seinen jüngeren Bruder davonzutragen. Gedemütigt recherchiert der und findet heraus, dass dieses Göttermetall in großer Menge auf der Erde zu finden ist – in dem verborgenen Staat namens Wakanda, wo man es als Vibranium kennt. Also fliegt der Predator mit einer Jagdgruppe dorthin, um reiche Beute zu machen, die ihm den Sieg über die verhasste Familie garantieren soll.
Dort stoßen die Räuber aus dem All natürlich auf wehrhafte Einwohner, vor allem König T’Challa alias Black Panther, aber auch seine Kriegereinheiten der Dora Milaje und Hatut Zeraze. Das Fußvolk hat den Predators zwar wenig entgegenzusetzen, aber T’Challa, seine Schwester Shuri und Verstärkung von den Avengers liefern ihnen ein ordentliches Duell bis hin zu einem Finale, das zwar reichlich Raum für Fortsetzung bietet (die ja auch kommen wird; siehe oben), allerdings trotzdem ein recht befriedigendes Etappenziel erreicht.
Das alles liest sich spannend und kurzweilig. Autor Benjamin Percy gibt den handelnden Predators ein nachvollziehbares Motiv für ihren Überfall auf Wakanda und dem Antagonisten damit immerhin etwas mehr Tiefe als dem Psycho-Predator aus „Predator versus Spider-Man“, der einfach nur böse war, „weil er’s kann“. Das Kampfesglück wogt dabei angenehm hin und her, wobei die außerirdischen Jäger ihr ganzes Arsenal zum Einsatz bringen, das wir aus den Filmen kennen. Das passt angesichts des durchaus starken Gegners Black Panther. Viel Tiefsinn wird in dem Action-Feuerwerk natürlich nicht geboten. Wenn es so etwas wie ein Thema gibt, dann das, dass man bereit sein sollte, Ressourcen zu teilen, statt wie die Henne auf dem Ei darauf zu sitzen, und dass man nicht zu stolz sein darf, um Hilfe zu bitten, wenn man in der Klemme steckt.
Visuell haben drei Illustratoren zu dem Comic-Vierteiler beigetragen: Chris Allen, Sean Damien Hill und Lee Ferguson. Deren Stil unterscheidet sich schon ein wenig im Detailgrad, aber nicht so drastisch, dass man aus dem Lesefluss gerissen würde, wenn einer vom anderen den Staffelstab übernimmt. Manchmal sind die Seiten etwas voll, sodass man Schwierigkeiten hat, alle Einzelheiten auszumachen, aber grundsätzlich kann man den Bildern zur Handlung gut folgen. Die Qualität schwankt dabei, wie so oft. Mal sehen die Figuren super aus, mal eher nachlässig hingeklatscht. Standard-Comic-Ware aus dem Hause Marvel, würde ich sagen.
Eine einseitige Covergalerie schließt den Band ab.
Fazit: „Predator versus Black Panther – Jagd im Dschungel“ ist ein gelungenes Franchise-Cross-Over. Die Predators passen gut in den Dschungel von Wakanda, und Black Panther ist ein ein würdiger Gegner für sie. Zwar ist die Handlung rund und abgeschlossen, im Epilog wird jedoch eine Tür sperrangelweit für eine epische Fortsetzung geöffnet. Die Leseempfehlung liegt bei 16 Jahren, was in zwei bis drei Panels gerechtfertigt wirkt. Grundsätzlich ist der Comic aber weniger brutal als „Predator versus Spider-Man“. Kein Must-Read, aber für Fans beider Franchises ein leckerer Snack für Zwischendurch.
Predator versus Black Panther – Jagd im Dschungel
Comic
Benjamin Percy, Chris Allen, Erick Arciniega u. a.
Panini Comics 2025
ISBN: 978-3-7416-4347-7
104 S., Softcover, deutsch
Preis: 14,00 EUR
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