von Bernd Perplies
„Massenweise Monster“ ist ein kleines, kompetitives Spiel für 2 bis 5 Personen ab 10 Jahren, wobei das Prinzip auch bei cleveren 8-Jährigen schon gut funktioniert. Natürlich ist man als Erwachsener mit solide taktischem Denkvermögen im Vorteil, aber man muss ja nicht auf Teufel komm raus auf Sieg spielen.
Die Story hinter dem Spiel ist so simpel, dass ich sie komplett wiedergeben kann: „In einer stillgelegten Mine tief unter der Erde sind die Geister los! Leider ist den Gruselwesen dort ziemlich langweilig. Was gibt es da Besseres, als eine Geisterbahn zu bauen und ihrem Dasein wieder einen Sinn zu geben?“ Genau das. Aber eigentlich geht es auch gar nicht um eine Geschichte, es geht um bestmögliches Plättchenlegen auf einem 3x3 Felder großen Spielplan, um in der Endwertung auf möglichst viele Punkte zu kommen.
Vor Spielbeginn erhält jeder von uns einen der quadratischen Papp-Spielpläne. Auf denen sind 3x3 Felder mit ringsum angrenzenden 12 Durchgängen abgebildet. Zwei von denen schimmern silbern, in zweien leuchtet eine Kerze. Nun werden acht Stapel mit je nach Teilnehmerzahl unterschiedlich vielen Papp-Plättchen verdeckt gemischt und bereitgelegt. Außerdem erhält jeder von uns ein Plättchen, dass er oder sie als letztes Stück in seine Geisterbahn einbauen muss.
Die Plättchen zeigen Teile von Bahnstrecken: Gerade, Kurven, Doppelkurven oder Kreuzungen. Außerdem tummeln sich auf den Plättchen „massenweise Monster“: Geister, Drachen, Golems, Skelette, Irrlichter, Werwölfe etc. pp. Gespielt wird in acht Runden reihum. Wer am Zug ist, darf ein Plättchen vom aktuellen Rundenstapel aufdecken und es entweder nehmen und auf dem eigenen Spielplan ablegen oder es offen in die Auslage packen. Falls schon Streckenplättchen in der Auslage liegen, darf man auch eins davon nehmen, anstatt zu ziehen. Wenn alle am Tisch ein Plättchen auf ihrem Spielplan platziert haben, folgt die nächste Runde.
So geht es weiter, bis alle 8 Stapel durchgespielt und das neunte, geheime Plättchen platziert wurden. Am Ende habe wir alle eine Geisterbahn gebaut, die aus hoffentlich punkteträchtigen Strecken bestehen. Dabei besteht die Meisterschaft hier nicht zwingend darin, eine möglichst lange, durchgehende Strecke zu bauen. Viel wichtiger ist es beim Platzieren der Streckenplättchen darauf zu achten, dass alle Monster optimal verteilt wurden.
Die sind nämlich ziemlich eigen und jede Monsterart bringt ihre eigenen Regeln ein, nach denen sie später gewertet wird. So geben Geister beispielsweise 6 Punkte, aber nur, wenn sie mit zwei weiteren Geistern auf einer durchgehenden Strecke spuken, sonst sind sie nur 3 Punkte wert. Eine Fledermaus ist 5 Punkte wert, sofern sie nicht neben einer anderen Fledermaus hängt, dann sind beide komplett wertlos. Drachen geben so viele Punkte, wie blaue Kristalle auf dem Spielplan zu sehen sind. Ohne Drachen bekommt man eine Strafe von -5 Punkten. Usw. 
Die Endwertung dauert fast so lange wie die Partie selbst. Denn die Geisterbahnen wollen in sage und schreibe 13 Kategorien gewertet werden. 10 verschiedene Monster wollen uns Punkte spendieren und für Kerzen-, Silberschein- oder Standardstrecken bekommt man auch etwas. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt. Logo.
„Massenweise Monster“ ist flott aufgebaut und flott gespielt, sofern man nicht um Überoptimieren neigt und sich in jeder Runde den Kopf darüber zerbricht, ob man ein Plättchen nehmen und platzieren oder noch auf ein besseres warten soll. Mit Erfahrung wird natürlich alles leichter. Der Herausforderungsgrad steht und fällt dabei mit den Personen am Tisch. Mit meinem Sohn baue ich eher fluffig dahin, mit anderen Vielspielern kann man auch beinhart kalkulieren und gezielt auf maximale Punktejagd gehen. Diese Spieloption hat meinen Junior übrigens auch gereizt: mit offen ausliegenden Plättchen durch Trial and Error einen möglichst hohen Punktewert erzielen. Seinen Mathelehrer dürfte die Rechenübung gefreut haben.
Fazit: „Massenweise Monster“ ist ein spaßiges kleines Spiel für Zwischendurch. Nichts, womit ich einen Abend verbringen würde, aber zur kurzzeitigen und kurzweiligen Kinderbelustigung taugt es ebenso wie als Einstieg in einen zünftigen Spieleabend. (Als Absacker taugt es der Rechen-Knobelei wegen weniger, wobei das Niveau auf Grundschulmathematik bleibt.) Bei uns wird das Spiel sicher immer mal wieder auf den Tisch kommen. Spätestens dann, wenn mein Jüngster wieder nach den „Monstern in der Mine“ fragt.
Massenweise Monster
Brettspiel für 2 bis 5 Spieler ab 10 Jahren
Michael Luu, Nele Diel
Lookout Spiele/Asmodee 2026
EAN: 4260402311913
Sprache: Deutsch
Preis: 29,99 EUR
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