Handbuch: Schwarzmärkte

Abenteurern auf Golarion stehen nicht nur legale Möglichkeiten offen, um ihr magisches oder mundanes Arsenal aufzustocken. Welche Gelegenheiten es für Spieler gibt, sich mit eher zwielichtiger Gesellschaft zu beschäftigen, davon handelt das „Handbuch: Schwarzmärkte“.

von André Frenzer

Wie in der Reihe der „Handbücher“ üblich, erscheint das „Handbuch: Schwarzmärkte“ als 32-seitiger Softcoverband mit Klammerheftung. Auch in der optischen Aufbereitung gibt es keine großen Überraschungen: Das Handbuch ist vollfarbig, reichhaltig im gewohnten „Pathfinder“-Stil illustriert, sauber gelayoutet und reichlich untergliedert. Doch was liefert denn nun der Band eigentlich?

Zunächst einmal liefert der Band einige Antworten auf die Frage, was eine – oftmals rechtschaffende – Abenteurergruppe auf einen Schwarzmarkt verschlägt. Dabei ist es vor allem interessant zu erfahren, welche Materialien oder Waren in welchem Land als illegal gelten. So ist es zum Beispiel in dem von untoten Leichenfürsten beherrschten Land Geb höchst illegal, Heilige Reliquien oder andere religiöse Gegenstände zu handeln, während die normalerweise illegale Traumdroge Pesch in Katapesch als normales Handelsgut gilt. Eine umfangreiche Einleitung gibt Anregungen über die Einbindung von Schwarzmärkten in die eigene Kampagne. Daran schließt sich eine kurze Vorstellung der wichtigsten Schwarzmärkte Golarions an, in der die oftmals gehandelten illegalen Waren aufgelistet werden.

Der Rest des Bandes widmet sich dann fast ausschließlich den oftmals illegalen Waren und ist so ein umfangreicher Ausrüstungskatalog für Charaktere, die auch einmal in Grauzonen des Gesetzes unterwegs sind. Gifte, Peschdrogen, verfluchte magische Gegenstände, illegal implantierte Leichenteile oder transportable Fallen gibt es hier zu finden. Ergänzt wird dieses Sammelsurium durch einen Haufen Tricks für angehende Betrüger und Schwarzhändler: So finden sich neue praktische Zauber – wie zum Beispiel die Arkane Tasche, in der diverses Schmuggelgut in einer Taschendimension verschwindet – neben neuen, illusionären Bardentricks wieder. Auch an ergänzende Kampagnen-Regeln für die Zeit „zwischen den Abenteuern“ wurde gedacht, falls die Spieler daran interessiert sind, ihr eigenes Schwarzmarktimperium aufzuziehen. Neue Archetypen für Schmuggler, Betrüger oder Giftmischer runden den Band ab.

Damit wird das „Handbuch: Schwarzmärkte“ sicherlich seiner Aufgabe gerecht, den Spielern neues Material in die Hand zu geben, um weitere Zusatzoptionen und eine neue Kampagnen-Alternative in Golarion aufzutun. Mir persönlich wurde allerdings deutlich zu wenig Hintergrundmaterial in den Band gepackt. Ich hätte gerne mehr über die existierenden Schwarzmärkte, ihre Persönlichkeiten, ihre Örtlichkeiten, ihre Gegner, ihre Probleme und ihre Offerten erfahren. Doch gerade diese Informationen hätten sich natürlich deutlich mehr an den Spielleiter gerichtet und wären in einem „Almanach“ besser aufgehoben gewesen. So bleibt zu konstatieren, dass eine Menge Arbeit für den Spielleiter einer schwarzmarktfreudigen Gruppe übrigbleibt, die sich an den vielen neuen Spielereien aus diesem Handbuch erfreuen möchte.

Fazit: Das „Handbuch: Schwarzmärkte“ ist eine nette Ergänzung für alle Spieler, die sich einmal auf der illegalen Seite der Marktwirtschaft tummeln möchten. Sei es nur als Einkäufer oder ob sich die Gruppe selbst als Schmuggler oder illegale Händler versuchen möchte, in diesem Handbuch werden einige Anregungen geliefert. Einzig der Spielleiter bleibt mit dieser neuen Spielwiese der Spieler weitgehend alleingelassen.

Handbuch: Schwarzmärkte
Quellenband
Ron Lundeen, Jason Nelson u. a.
Ulisses Spiele 2016
ISBN: 978-3957523648
32 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 12,95

bei amazon.de bestellen