Star Wars: The Deckbuilding Game – Mandalorian Fraktionspack

Im Frühjahr 2023, noch vor dem ersten Set „Star Wars: Unlimited“, kam ein Kartenspiel heraus, das ein wenig wie eine nicht sammelbare Proto-Version des beliebten Trading Card Games anmutete. In „Star Wars: The Deckbuilding Game“ traten Imperium und Rebellion gegeneinander an, um sich mit Einheiten und Großkampfschiffen zu bekriegen und für den Sieg möglichst drei Stützpunkte des Gegners zu zerstören. Mit dem „Mandalorian Fraktionspack“ kommt nun eine dritte Partei ins Spiel.

von Bernd Perplies

Das „Mandalorian Fraktionspack“ ist eine kleine Erweiterungsschachtel mit 70 Karten: 10 Stützpunkt-Karten, 10 Starter-Karten, 30 Galaxis-Karten, 19 neutralen Karten und 1 „Gleichgewicht der Macht“-Karte. Verwendet man die Mandos in einer normalen 2-Spieler-Partie, so ändert sich praktisch nichts am Spielprinzip an sich. Man nimmt einfach eine Fraktion aus einer der beiden Grundboxen – Rebellen oder Imperium respektive Republik oder Separatisten – und fügt dann die Karten der Mandalorianer hinzu, wie im Spielaufbau des Grundspiels beschrieben. Auch Rundenablauf und Siegbedingungen bleiben gleich. Ich verweise deshalb bezüglich der grundsätzlichen Spielregeln auf meine Rezension von 2023.

Die Mandalorianer nun sind ein eigenes Völkchen, das weder so ganz zur hellen, noch wirklich zur dunklen Seite der Macht gehört. Im Wesentlichen bewegen sich die traditionsbewussten Krieger und gefährlichen Kopfgeldjäger in den Grauzonen des Lebens. Das spiegelt sich auch in ihren Karten wieder. Mandos wollen, dass der Machtmarker auf der „Gleichgewicht der Macht“-Leiste möglichst auf dem neutralen Feld ganz in der Mittel liegt. Dann bekommen zahlreiche ihrer Karten Vorteile. Man kann etwa eine Karte extra ziehen oder erhält mehr Kampfkraft oder Ressourcen.

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Konsequenterweise zielen die Fähigkeiten diverser Karten darauf ab, den Machtmarker in eben jene schmale Zone zwischen „Hell“ und „Dunkel“ zu bewegen. Allerdings ist es in einer Partie selbst nicht ganz leicht, sich dort zu halten, vor allem, wenn der Gegner aktiv dagegen steuert, und so verpuffen dann ganz gern mal Effekte der Mandos. Nützlicher erscheint da schon fast die Fähigkeit, aus der Galaxis-Auslage gekaufte Karten direkt auf die Hand nehmen zu können. So werden sie noch im gleichen Zug einsatzbereit und man kann ihre Stärken ausspielen. Mandos sind eben von der reaktionsschnellen Truppe. Sehr schick ist die individuelle Fähigkeit des „Mandalorianischen Luftpiraten“, die es ihm erlaubt, ein Großkampfschiff in der Galaxis-Auslage anzugreifen. Besiegt er es, darf er es kapern und der Spieler das Schiff kostenlos auf die Hand nehmen (um es dann gleich wieder zum Schutz des eigenen Stützpunktes einzusetzen).

Um der Box noch etwas Neues hinzuzufügen, wurde ein 3-Spieler-Modus hinzugefügt. Der bringt doch einige Veränderungen an den Tisch. So beginnen alle Spieler mit expliziten 3-Spieler-Start-Stützpunkten. Der Spielaufbau sieht drei Galaxis-Auslagen vor, inklusive drei Galaxis-Decks, die jeweils die Karten von zwei der drei teilnehmenden Fraktionen enthalten. Damit das aufgeht, liegen dieser Box 15 neue neutrale Karten bei, die zusammen mit den 30 existierenden gleichmäßig in die drei Decks eingemischt werden. Auch die „Gleichgewicht der Macht“-Leiste bekommt eine Abzweigung, sodass sich die Macht in drei Richtungen verschieben kann.

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Im Spiel hat dann jede Fraktion Zugriff auf zwei Galaxis-Auslagen, jeweils links und rechts von sich selbst. Mit der dritten Galaxis-Auslage, die nur Karten der zwei Gegner enthält, darf man nicht interagieren. Gleiches gilt für die Galaxis-Decks und Galaxis-Ablagestapel. Bei Angriffen oder Interaktionen kann man stets zwischen zwei Gegnern wählen. Es gewinnt, wer zuerst fünf Stützpunkte zerstört hat und dabei mindestens je zwei von jedem Gegner. Zeitweilige Absprachen unter Fraktionen sind dabei durchaus erlaubt und werden durch gewisse Kartenfähigkeiten auch gefördert. Am Ende kann es aber natürlich nur einen Sieger geben.

Optisch wird bekannt gehobene Fantasy-Flight-Games-Kost geboten. Alle Kartenmotive sehen wirklich schick aus und gefallen mir persönlich um einiges besser als die wilde, oft comic-artige Optik von „Star Wars: Unlimited“. An Einheiten ist eigentlich alles enthalten, was unter den Mandos Rang und Namen hat: Din Djarin, Bo-Katan Kryze, Paz Vizsla und die Waffenmeisterin ebenso wie die Razor Crest, Axe Woves und Koska Reeves. Auch Grogu darf nicht fehlen.

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Gibt es auch Kritik? Ein Punkt hat mich gestört: In Hüllen, also gesleevt, passen die Karten nicht mehr in die Spieleschachtel. Zumindest nicht in den Einsatz. Die einzige Lösung wäre, sie einfach lose reinzustecken. Das ist nicht schön. Da man muss sich eine individuelle Lösung einfallen lassen. 

Fazit: Das „Mandalorian Fraktionspack“, das korrekterweise im Deutschen „Mandalorianer Fraktionspack“ heißen müsste, ist eine schöne kleine Erweiterung für „Star Wars: The Deckbuilding Game“. Die Fraktion erfordert etwas Fingerspitzengefühl im Spiel, da sie am stärksten ist, wenn die Macht exakt auf dem neutralen Feld liegt, aber nicht zuletzt der schnelle Zugriff auf gekaufte Karten verleiht ihr einen interessanten Vorteil. Der 3-Spieler-Modus ist so einfach wie elegant gehalten; die Optik sowieso einmal mehr ein Augenschmaus. Allen, die  „Star Wars: The Deckbuilding Game“ mögen, ist sie sowieso empfohlen. Und wer das Spiel nicht kennt, aber vielleicht Mandos mag, der sollte spätestens jetzt einen Blick riskieren. Es ist deutlich zugänglicher als etwa „Star Wars: Unlimited“.

Star Wars: The Deckbuilding Game – Mandalorian Fraktionspack
Kartenspiel für 2 bis 3 Spieler ab 12 Jahren
Caleb Grace
Fantasy Flight Games/Asmodee 2026
EAN: 841333135737
Sprache: Deutsch
Preis: 19,99 EUR

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