Star Wars – Die Hohe Republik: Die Angst der Jedi

Das Ende des Kampfes gegen Marchion Ro und seine fiesen Nihil ist nah. Mit „Die Angst der Jedi“ erhält auch die Comic-Reihe für „Star Wars – Die Hohe Republik“ ihren abschließenden Sammelband. Noch einmal schwingen Keeve Trennis, ihr ehemaliger Meister Sskeer, die Ex-Orkanläuferin Lourna Dee, der greise Schurke Tey Sirrek und all die anderen ihre Waffen für Licht und Leben. Dabei müssen sie sich diesmal einer besonderen Bedrohung stellen: ihren eigenen Ängsten …

von Frank Stein

Der vorliegende Softcover-Band enthält die ins Deutsche übersetzten Ausgaben der US-Comics „Star Wars: The High Republic – Fear of the Jedi“ #1-5, die zwischen Februar und Juni 2025 erschienen sind, sowie den One-Shot „Star Wars: The Finale“ aus dem Juli 2025. Bei uns ist das Ganze dann im Mai 2026 bei Panini Comics parallel im Softcover und als limitierter Hardcoverband herausgekommen. Geschrieben wurden die Geschichten von Cavan Scott. Die Zeichnungen stammen von Marika Cresta, die Farben von Jim Campbell.

Die Handlung spielt eine Weile nach dem Comic-Band „Star Wars – Die Hohe Republik: Die Gejagten“. Jedi-Meisterin Keeve Trennis kommandiert eine kleine Flotte an Schiffe entlang des Sturmwalls, um Nihil, die sich aus der Okklusionszone wagen und Überfälle unternehmen, in die Schranken zu weisen. Stets an ihrer Seite sind dabei ihr ehemaliger Meister, der trandoshanische Jedi-Meister Sskeer, sowie der Jedi-Bibliothekar Orbalin, eine gelatinöse Lebensform, die sich sogar teilen kann, um als mehrere (schwächere) Versionen ihrer selbst zu agieren.

Die Twi’lek Lourna Dee ist inzwischen mit ihrem Partner Quin und dem greisen Sephi-Schurken Tey Sirrek (der in Phase II des Projekts noch mit dem Jedi Vildar Mac auf Jedha unterwegs war) auf Naboo innerhalb der Okklusionszone, um den Nihil das Leben schwer zu machen und um Überlebende der grausigen Experimente von Baron Boolan zu finden. Dort trifft sie auf den Wookiee-Jedi Kelnacca und seinen Padawan und man geht eine zeitweilige Allianz ein.

Überraschend nehmen die Dinge eine Wende, als der Sturmwall der Nihil plötzlich fort ist. Auch an dieser Stelle wird erneut nicht erklärt, warum das plötzlich passiert. Es ist einfach so – und umgehend kann die Endschlacht beginnen. Erst tragen Keeve und die anderen den Kampf nach Naboo und danach geht es zum Finale nach Eriadu weiter. Dort wartet eine besonders perfide Waffe der Nihil auf sie: eine Machtanwenderin, die mit der Angst der Jedi zu spielen vermag.

Der Comic bedient einen Nebenschauplatz des eigentlichen Finales, das in dem Roman „Die Prüfungen der Jedi“ erzählt wird. Das merkt man immer wieder, denn es gibt so einige erzählerische Lücken. Dass es einen Kampf um Naboo und einen um Eriadu gibt, wird beispielsweise vorausgesetzt. Insofern empfehle ich dringend, erst den Roman zu lesen und dann die Dinge, die dort nur in einem Nebensatz erwähnt wurden, hier in vollem Umfang zu erleben. Dass der Comic dennoch für sich halbwegs funktioniert, ist einem Trick von Cavan Scott zu verdanken. Der hat für das Finale noch eine fiese Gegnerin aus dem Hut gezaubert, außerdem eine überdimensionierte Kampfmaschine, die bislang nie Thema war – aber das ist ja durchaus ein Prinzip von dieser Art von Franchise-Comics, dass sie überraschende Superbösewichte ohne Vorwarnung ins Spiel werfen. Spannende Action ist damit definitiv gegeben.

Im One-Shot „Finale“ werden sehr schön noch eine Reihe abschließende Szenen geboten, die einen Schlusspunkt unter den Handlungsbogen von Keeve Trennis setzen und zugleich ein neues „Leuchtfeuer“ in der Galaxis entfachen. Eine hübsche Idee, die einen zufrieden aus der Handlung entlässt.

Visuell bewegt sich der Comic-Band im soliden Mittelfeld. Die Zeichnungen unterstützen die Geschichte, ohne für Begeisterung zu sorgen. Mal trifft Marika Cresta die Figuren besser, mal wirken sie doch etwas zerknautscht im Gesicht. Kurioserweise wirkt es zwischendurch, als würde der Stil mal wechseln. Nicht alle Zeichnungen sind gleich. Manche muten regelrecht roh und unfertig an. Allerdings werden keine anderen Künstler genannt. Also anscheinend hat Cresta mal solche, mal solche Tage.

Eine Covergalerie am Schluss gibt es nicht, dafür werden die einzelnen Episoden innerhalb des Sammelbands von ihrem jeweiligen schicken Cover von Phil Noto voneinander abgetrennt, eine Lösung, die mir gefällt, weil man so auch die Schluss- und Anfangspunkte der Einzelhefte besser würdigen kann. 

Fazit: Die Abenteuer von Keeve Trennis, Skeer, Lourna Dee und Co finden hier ihren runden Abschluss. Obwohl der Comic eindeutig nur ein Begleitwerk zum Roman „Die Prüfungen der Jedi“ ist, gelingt es Cavan Scott ganz gut, noch einmal Spannung zu erzeugen, wenngleich er seine Gegner dafür etwas aus dem Hut zaubern musste. Am Ende schließlich stehen Versöhnung und ein neuer Anfang auf dem Programm, ein schöner Schlusspunkt für die Comic-Reihe.

Star Wars – Die Hohe Republik: Die Angst der Jedi
Comic
Cavan Scott. Marika Cresta, Jim Campbell
Panini Comics 2026
ISBN: 978-3-7416-4508-2
152 S., Softcover, deutsch
Preis: 19,00 EUR

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