Skyward Flight

„Skyward Flight“ spielt während der Ereignisse des 3. Bandes, „Cytonic“, und erzählt, was auf Detrius geschieht, während Spensa ihre Reise im Nirgendwo unternimmt. Man erlebt die Handlung aus der Sicht von FM, Alanik und Jorgen.

von Alice

Während Spensa dem Geheimnis der Delver auf der Spur ist, tobt der Krieg auf Detrius weiter. Es gibt Verhandlungsangebote von der Superority, die den Krieg beenden könnten, doch ist ihnen nicht zu trauen, weshalb die Menschen beschließen, lieber sofort zu kämpfen, bevor ihr Feind noch stärker wird. Bei einer kurzzeitigen Rückkehr hatte Spensa mitgeteilt, was der Trick hinter dem Hyperantrieb ist, und nun muss die Technologie schnellstmöglich erschlossen werden. Gleichzeitig gilt es neue Verbündete zu gewinnen: die UrDail und die Kitsen.

Die drei Kurzgeschichten bilden eine zusammenhängende Geschichte: Ausschlaggebend für die Unterteilung ist der Perspektivenwechsel der Charaktere. Dadurch fühlt man sich näher zu ihnen und kann diese nun noch besser kennenlernen. Zunächst liest man aus der Sicht Freyja Marten, Rufzeichen FM, die an der Erforschung des Hyperantriebs beteiligt ist. Trotz des Zeitdrucks ist die Arbeit sehr unterhaltsam, da mit telepathisch kommunizierenden Riesenschnecken zusammengearbeitet wird. Außerdem ist FM verliebt. Zu einer tragischen Wendung kommt es jedoch, als die Superority das Feuer eröffnet. FM trat bisher als Nebenfigur auf und man merkt nun deutlich, wie sehr sie sich von Spensa unterscheidet. Sie ist eher vorsichtig und wählt ihre Worte gut überlegt. Die Geschichte aus ihrer Perspektive ist die fröhlichste und humorvollste von allen, was einen entspannten Einstieg ermöglicht.

In der zweiten Geschichte liest man aus Sicht von Alanik von den UrDail. Sie ist auf Detrius abgestürzt und befindet sich nun in medizinischer Behandlung bei den Menschen. Diese sind allerdings etwas ratlos, da sie sich mit den UrDail nicht auskennen. Sind für Menschen genießbare Substanzen für UrDail möglicherweise giftig? Welche Medikamente zeigen Wirkung? Alanik kann sich zum Glück erholen, jedoch sind ihr die Menschen unsympathisch, weshalb sie beschließt, mit ihren cytonischen Kräften zu fliehen. Die redegewandte FM kann sie noch rechtzeitig überzeugen, zu bleiben, und schlägt ein Bündnis zwischen Menschen und den UrDail vor. Alanik willigt ein und ermöglicht den Menschen eine Reise in ihre Heimat, um über ein Bündnis zu verhandeln. Doch die Reise verläuft nicht ganz wie geplant. Kampfszenen stehen in dieser Geschichte im Mittelpunkt und sorgen für jede Menge Action. Zwischendurch wird es aber auch ruhiger und man lernt mehr über die Kultur der UrDail, die in vielen Punkten neue Denkweisen mitbringen. Es ist zudem sehr unterhaltsam, wie Alanik für Menschen vollkommen normale Dinge, fremdartig und verwunderlich findet. Neugierig beobachtet sie die Essgewohnheiten und Mimik der anderen, wundert sich über deren merkwürdiges Aussehen und den schlichten Stil der Möbel.

Die letzte Geschichte wird aus Sicht des Staffelführers Jorgen Weight erzählt. Dieser beschäftigt sich viel mit cytonischen Kräften und versucht herauszufinden, wie man sich dadurch Vorteile im Krieg schaffen könnte. Jorgen hat in der bisherigen Handlung bereits eine bedeutende Rolle gespielt, nun wächst er über sich hinaus, indem er überraschende Kampfstrategien verwendet. Außerdem plant er ein Bündnis mit den Fuchsmäusen, den Kitsen, auszuhandeln, wobei die Zeit drängt. Da Menschen keinen allzu guten Ruf haben, fällt es den Kitsen schwer, ihnen zu vertrauen. Dennoch erlauben sie den Menschen, ihre Heimat für Verhandlungen zu besuchen. Ihre Städte wirken wie Miniaturen, doch haben es die kleinen Fuchsmäuse in sich: Ist ein Raumjäger zu groß, wird dieser einfach von 50 Kitsen auf einmal bedient.

Zum Abschluss gibt noch gestrichene Szenen, wie zum Beispiel mehrere Versuche, wie der erste Roman beginnen sollte. Brandon Sanderson erklärt daraufhin, warum er sich für eine andere Variante entschieden hat, was sehr interessant ist.

„Skyward Flight“ gehört nicht zur „Claim the Stars“-Reihe, doch empfiehlt es sich, das Buch noch vor Band 4 zu lesen. Die Kurzgeschichten haben einen wesentlichen Einfluss auf die Handlung, weshalb es etwas verwirrend ist, dass „Skyward Flight“ nicht Teil der Reihe ist. Dies ist übrigens der einzige Band, den Brandon Sanderson mit Janci Patterson gemeinsam geschrieben hat, was übrigens hervorragend gelungen ist. Auch optisch hebt sich „Skyward Flight“ von „Claim the Stars“ ab, denn dieses mal handelt es sich um ein Hardcover. Passend zu den anderen Büchern dagegen ist, dass der Einband wieder den hübschen metallischen Effekt hat.

Leseprobe

Fazit: „Skyward Flight“ sollte man auf jeden Fall vor dem 4. Band lesen, da die Geschichten einen wesentlichen Einfluss auf die Haupthandlung haben. Als Fan dieser Reihe möchte man sich dieses grandiose Werk ohnehin nicht entgehen lassen.

Skyward Flight
Science-Fiction-Roman
Brandon Sanderson
Knaur 2023
ISBN: ISBN: 978-3-426-22807-4
640 S., Hardcover, deutsch
Preis: 28,00 EUR

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