Private Eye – Spielleiterschirm

Spielleiterschirme – die Geister scheiden sich an diesem Werkzeug. Ist er nur eine Barriere auf dem Spieltisch oder ein sinnvolles und nützliches Utensil für den Spielleiter? Wer zweitere Meinung vertritt, mag hier einen Blick riskieren.

von André Frenzer

Spielleiterschirme waren schon oft Teil einer kontroversen Diskussion. Stehen sie „zwischen“ Spielern und Spielleitern, verhindern ein gutes Zusammenspiel? Sind sie als wertvoller Schutz für die spielleitereigenen Notizen unabdingbar? Oder sind gerade die innenliegenden Tabellen ein unverzichtbares Hilfsmittel? Nun, wer keine Spielleiterschirme mag, lieber offen würfelt und im Hinblick auf seine Notizen auch keine neugierigen Spieleraugen scheut, der wird natürlich auch am „Private Eye – Spielleiterschirm“ keine Freude empfinden. Alle anderen dürfen mit mir einen Blick riskieren.

Zunächst einmal fällt auf, wie herrlich stabil dieser Spielleiterschirm ausfällt. Die Redaktion Phantastik hat sich für einen äußerst stabilen Karton entschieden. Der „Private Eye – Spielleiterschirm“ bietet drei Panels im A4-Hochkantformat. Nun ist „Private Eye“ kein sehr regellastiges System, sodass die tatsächliche Regelzusammenfassung auf einem Panel Platz findet. Die beiden übrigen Panels sind mit hilfreichen Zusatzinformationen aus dem detektivischen Alltag bedruckt – Währungsumrechner, britische Längenmaße und Gewichte, eine Übersicht über Ermittlungsmethoden sowie eine Preisliste für die gängigste Ausrüstung. Damit hat die Redaktion eine interessante Auswahl nützlicher Informationen getroffen, deren rasche Verfügbarkeit sicher den einen oder anderen Griff zum Regelwerk unnötig machen wird.

Die Außenseite, designt von Manfred Escher, macht mit seinen alten Fotografien und dem Sepia-Ton einiges her.

Um dem „Spielleiterschirm“ weiteren Nutzen zu verleihen, liegt ihm noch ein Begleitheft mit dem schönen Titel „Corbridge“ bei. Hier wird das nordenglische Dorf Corbridge in aller gegebenen Ausführlichkeit beschrieben. Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Persönlichkeiten, Geschichte des Ortes: Ein Spielleiter findet hier alles, um die Detektive in diesen sehr typisch-britischen Ort zu führen. Das Heft enthält darüber hinaus eine Unmenge an Grundrissen und Stadtplänen – die sich natürlich auch universell einsetzen lassen. Abgerundet wird die Dorfbeschreibung mit zwei grob skizzierten Kriminalfällen, welche sehr unterschiedliche Einsätze in Corbridge versprechen. Hier bleibt natürlich noch ein wenig Arbeit für den Spielleiter übrig.

Der „Spielleiterschirm“ sieht gut aus und ist sehr stabil. Das beiliegende Heft ist komplett in Schwarz-Weiß gehalten,  aber reichhaltig und sehr stimmungsvoll bebildert. Allerdings haben sich recht viele Rechtschreib- oder Typographiefehler durch das Korrektorat gemogelt, was das Lesevergnügen aber nur wenig schmälert.

Fazit: Auch der „Private Eye - Spielleiterschirm“ kann die Frage nach der absoluten Notwendigkeit eines Spielleiterschirms natürlich nicht beantworten. Wer mit Schirm spielen mag, findet – nicht zuletzt dank des starken Begleitheftes – hier ein qualitativ hochwertiges Exemplar vor.

Private Eye – Spielleiterschirm
Spielleiterschirm
Martin Lindner u. a.
Redaktion Phantastik 2023
3 Panels sowie 32 S., Softcover, deutsch
Preis: 24,95 EUR

bei pegasus.de bestellen