von Michael Wilhelm
„Kronologic – Cuzco 1450“ ist ein Deduktionsspiel mit drei Szenarien und jeweils fünf Fällen. Auf einer Landkarte, die wir in der Tischmitte auslegen, sind die sechs Orte verzeichnet: Machu Picchu, Cuzco, das Observatorium, die Salinen von Maras, die Terrassen von Moray und die Festung von Ollantaytambo. An diesen Orten halten sich zu sechs Zeitpunkten sechs Charaktere auf: Architekt, Priesterin, Soldat, Marktfrau, Farmer und Erzieherin.
In den fünf Fällen von Szenario I, „Das Goldene Zepter“, müssen wir herausfinden, zu welchem Zeitpunkt sich welche zwei Figuren an einem der sechs Orte befanden, der zu keinem anderen Zeitpunkt von einem der vier anderen Charaktere besucht wurde. Das klingt erst einmal nicht so kompliziert, aber gleichzeitig auch ziemlich abstrakt.
Um das Mysterium zu lösen, werden reihum fallspezifische Ortskarten hinter mit Sichtlöchern versehenen Zeitpunkt- und Charakterkarten gelegt, um eine geheime Information und eine öffentliche Information, die mit allen geteilt wird, zu zeigen. Dabei können wir herausfinden, welcher Charakter zu welchem Zeitpunkt an einem bestimmten Ort war und wie oft oder wie viele Charaktere zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Ort waren.
Alle Spielenden notieren sich die erhaltenen Informationen auf Ermittlungsbögen hinter Sichtschirmen. Das geht solange bis ein*e Spielende*r meint, die Lösung zu kennen. Stimmt der Lösungsversuch, hat man gewonnen, wenn nicht, scheidet man aus und die anderen machen weiter, bis jemand anderes lösen kann.
Erwartungsgemäß gibt es bei einem Deduktionsspiel einen gut funktionierenden Solomodus. Dabei versucht man, den Fall einfach alleine möglichst schnell zu lösen. Abhängig von der Zahl der zur Lösung nötigen Ermittlungsschritte, erhält man eine goldene, silberne oder bronzene Lupe.

Im Grunde ist „Kronologic – Cuzco 1450“ ein abstraktes Deduktionsspiel. Das Thema ist ganz nett grafisch umgesetzt, wirkt aber nachträglich aufgepfropft. Das stört aber nicht weiter, da man schnell in die Welt eintaucht und lostüftelt. Die Fälle sind in Schwierigkeitsgrade von 3 bis 7 Sternen eingeteilt. An die schwierigeren Fälle tasten wir uns schrittweise heran und lernen rasch die nötigen Abläufe.
Uns hat „Kronologic – Cuzco 1450“ in der Solo-Variante fast am besten gefallen. In der kompetitiven Variante trennen sich schnell Spreu und Weizen und wer nicht so versiert in Deduktionsspielen ist, wird schnell frustriert sein, insbesondere wenn man meint, nicht die passenden geheimen Informationen zu bekommen. Auch im Solo-Modus kann man gemeinsam tüfteln und erspart dadurch dann besonders Kindern drohende Frustration.
Fazit: „Kronologic – Cuzco 1450“ ist ein kniffliges Deduktionsspiel mit kontinuierlich, aber fair steigendem Schwierigkeitsgrad. Das Thema ist zwar durch stimmungsvolle Illustrationen umgesetzt, aber letztlich völlig bedeutungslos. Insbesondere die Solo-Variante hat es uns angetan.
Kronologic – Cuzco 1450
Brettspiel für 1 bis 4 Spielende ab 10 Jahren
Fabien Grindel, Yoann Levet
Pegasus, 2025
EAN 4250231742095
Sprache: Deutsch
Preis: 22,99 EUR
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