von Alice
Die „Heroes of Might and Magic“-Serie basiert auf der Welt der „Might and Magic“-Serie, bei der es sich um ein Computer-Rollenspiel handelt. Der erste Teil erschien 1986 und der aktuellste 2014 mit „Might and Magic X“. Wobei dieser über 10 Jahre Abstand zum Vorgänger hat. Viele Elemente dieser Serie werden in „Heroes of Might and Magic“ übernommen, das spielerische Erlebnis ist jedoch ein gänzlich anderes, da es ein rundenbasiertes Strategiespiel ist, das eher „Kings’s Bounty“ ähnelt. Die Einflüsse der „Heroes of Might and Magic“-Serie bemerkt man vor allem in der Erkundung der Welt, bei der man eine spannende Geschichte erlebt. Welche Gemeinsamkeiten es im Hintergrund gibt und worin die Unterschiede liegen, wird in „Heroes of Might and Magic: 30 Jahre – Die ultimative Chronik“ erläutert.
Nachdem die Ursprünge der Serie besprochen wurden, wird auf die „Heroes of Might and Magic“-Serie selbst eingegangen, deren erster Teil 1995 erschien und bis heute eine große Fangemeinde hat. Bis 2015 erschienen sechs weitere Teile und nun, nach einer über zehnjährigen Pause, ist seit diesem Jahr ein weiteres Werk erhältlich: „Heroes of Might and Magic: Olden Era“. Als das Buch erschienen ist, war „Heroes of Might and Magic: Olden Era“ noch nicht erhältlich, weshalb das dem Spiel gewidmete Kapitel vor allem dazu dient, einen Vorgeschmack zu zeigen. Wer das Spiel noch nicht kennt, erhält hiermit einen ansprechenden Einblick.
Jeder Teil des Spiels hat ein eigenes Kapitel, was für einen angenehmen Überblick sorgt. In den jeweiligen Kapiteln sieht man Screenshots aus dem Spiel, welche Erinnerungen wecken oder einen interessanten Rückblick zeigen – für diejenigen, die erst später eingestiegen sind. Zudem findet man Konzeptzeichnungen, die dem finalen Ergebnis sehr nahe sind oder nicht übernommen wurden. Man erhält erst einen kurzen Überblick zu dem Spiel, detailliert wird danach auf die Besonderheiten des jeweiligen Teils eingegangen, bei dem selbst Fans hin und wieder etwas Neues entdecken können. „Heroes of Might and Magic II“ war etwa das erste Videospiel überhaupt, das MP3 verwendete. Da zu jener Zeit Datenvolumen noch ein deutlich größeres Problem war als heutzutage, eröffnete dieses kompakte Format neue Möglichkeiten das Spielerlebnis, um ergreifende Musik zu erweitern, was ausgiebig genutzt wurde. Es gibt sogar ein Tastenkürzel, mit der man eine Opernsängerin ein- oder ausschalten kann. Dies zeigt auf, dass es sich um ein Experiment handelte, bei dem man noch nicht ganz einschätzen konnte, wie gut Operngesang ankommt oder ob das zu viel des Guten ist. Es gab unerwartet viele Spieler, die davon begeistert waren.
Die „Heroes of Might and Magic“-Serie hat bis heute eine große Fangemeinde. Das Kampfsystem mit den Kreaturen-Stapeln und der Karteneditor gehören zu den Merkmalen, welche die Reihe zu etwas Besonderen machen. Die Fraktionen haben zudem ein hervorragendes Balancing und wenn einem nach einem langen Kampf der Kopf raucht, hat man die Möglichkeit, entspannt in eine kreativ ausgearbeitete Geschichte einzutauchen. In „Heroes of Might and Magic: 30 Jahre – Die ultimative Chronik“ erfährt man, wie viel Arbeit dahinter steckt und wie interessante Ideen entstanden sind. Es werden aber auch Hürden aufgezeigt, die sich negativ auf die Qualität der Spiele ausgewirkt haben. Dazu gehören mangelndes Budget, strenge Deadlines und Konflikte innerhalb des Teams.
Man erhält zahlreiche Einblicke in die Arbeit der Entwickler und sobald man die Hintergründe kennengelernt hat, wird es nachvollziehbar, wie es zu manchen Schwächen der Spiele kam, etwa durch eine zu frühe Veröffentlichung, um die Deadline einzuhalten. Zwar ließen sich die Fehler nachträglich durch Patches beheben, doch war der Ersteindruck zunächst einmal enttäuschend. Man erfährt, wie kostenintensiv die Implementierung des „Blut und Tränen“-System in „Might & Magic Heroes VI“ war, welches jedoch nur mittelmäßig Anklang bei den Spielern fand. Diese und weitere Entscheidungen zeigen auf, dass nicht immer abschätzbar ist, was gut ankommt. Die Einblicke, die man in dieser Chronik erhält, sind nicht nur informativ, sondern teilweise auch so fesselnd geschrieben, dass man das Buch nicht beiseitelegen möchte.
Der Abschluss bildet eine umfangreiche Bildergalerie mit Screenshots aus den Spielen, aber auch zahlreichen Illustrationen. Besonders schön sind die Ganzkörperdarstellungen der Helden, welche man im Spiel meistens nur als Porträt betrachten konnte. Interessant sind zudem Entwürfe, die nie umgesetzt wurden, obwohl sie einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Da hochwertiges Papier verwendet wurde, kommen die Grafiken hervorragend zur Geltung. Mit 49 Euro erscheint die Chronik etwas teuer, doch mit 23 x 32 cm liegt das Werk immerhin in einem großen Format vor und ist zudem ein Hardcover.
Fazit: In „Heroes of Might and Magic: 30 Jahre – Die ultimative Chronik“ erfahren selbst Fans noch etwas Neues. Es wird erläutert, wie viel Arbeit hinter den Spielen steckt und wie interessante Ideen entstanden sind, aber auch, welche Konflikte es gab, die sich negativ auf die Qualität ausgewirkt haben. Die Einblicke, die man erhält, sind teilweise so fesselnd geschrieben, dass man das Buch nicht beiseitelegen möchte.
Heroes of Might and Magic: 30 Jahre – Die ultimative Chronik
Sachbuch
Neal Hallford
Panini Books 2026
ISBN: 978-3-8332-4774-3
192 S., Hardcover, deutsch
Preis: 49,00 EUR
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