von Alice
In Geektown ist das Zusammenleben friedlicher als in den meisten anderen Teilen der Welt, da zum einem die gemeinsame Leidenschaft der Bewohner ein zentraler Punkt im Leben innehat und zum anderen, weil sie sorgenfrei leben können. Die Bürger erhalten großzügige finanzielle Unterstützung, wodurch Wohnen bezahlbar wird, selbst wenn man keinen richtigen Job hat. Dies führt jedoch auch Menschen in die Stadt, die das ausnutzen wollen, jedoch keine Geeks sind. Wie damit umgegangen wird, erfährt man in einer der Kurzgeschichten.
Dies gehört noch zu harmlosen Problematiken, zu schwierigeren Situationen kommt es, wenn die Eltern Geeks sind, deren Kind aber nicht. Geeks fühlen sich in der Welt der Normalos häufig fehl am Platz, insbesondere wenn sie niemanden mit passenden Interessen kennen. Das Gleiche kann jedoch auch passieren, wenn man in Geektown aufwächst, selbst aber gar kein Geek ist und somit nirgends mitreden kann. Es gibt allerdings einen anderen Fall, bei dem Eltern glauben, Geektown wäre eine Sekte und meinen, ihr dort glücklich lebendes Kind zurückholen zu müssen, indem sie es entführen lassen.
Es gibt aber auch lustige und schräge Geschichten, wie unter anderem eine Unterhaltung zwischen Ärzten in Geektown, die sich zu sehr speziellen Fällen austauschen oder eine Wiederbegegnung mit Winnie, die herausfindet, dass in dem Hotel, in dem sie arbeitet, ein Porno gedreht wird. Insgesamt erfährt man eine große Vielfalt an Stimmungen und kreative Ideen. Neben interessanten Themen sticht hin und wieder ein besonderer Schreibstil hervor, wie die Verwendung eines „Du-Erzählers“ oder ein Alltag aus der Sicht eines Hundes.
Manche der Geschichten bauen aufeinander auf, die meisten sind jedoch eigenständig. Um wirklich gut in die Welt eintauchen zu können empfiehlt es sich, vorher „Mord in Geektown“ gelesen zu haben. Hin und wieder wird Bezug auf den Roman genommen, indem bereits bekannte Charaktere auftreten oder sogar ungeklärte Fragen aufgegriffen werden. Zeitlich spielen die Geschichten meistens kurz nach der Auflösung des Mordfalls, es gibt aber auch einen größeren Zeitsprung. Den Abschluss bildet ein Auftakt zu „Geektown sehen und sterben“, bei dem es um den nächsten Mordfall in Geektown geht.
„Geschichten aus Geektown“ überzeugt nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch. Das Buchcover wurde grandios umgesetzt und im Buch selbst tauchen immer wieder Illustrationen auf. Jedes Kapitel beginnt mit einem schön gestalteten Zitat aus einem bekannten Werk, welches zu der aktuellen Kurzgeschichte passt.
Fazit: Wer noch tiefer in die Welt von Geektown eintauchen möchte, sollte sich die Geschichten auf keinen Fall entgehen lassen. Sie sind abwechslungsreich und voller kreativen Ideen – da ist für jeden etwas dabei.
Geschichten aus Geektown
Film-/TV-Serien-Anthologie
Peter Osteried
in Farbe und Bunt 2026
ISBN: 978-3-95936-681-6
280 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: 16,00 EUR
bei amazon.de bestellen
