Steingladiole – Erde vergisst nie

„Steingladiole – Erde vergisst nie“ ist der dritte Band der vierteiligen Reihe. Während Naras Freunde weiterhin den Wettkampf an der Akademie austragen, befindet sie sich selbst gefangen auf einem Schiff zu einem unbekannten Ziel. Nun erfährt sie am eigenen Leib, wohin und warum immer wieder Leute verschwinden.

von Alice

Nara ist eine Gefangene auf dem Schiff und die Entführerin ist ausgerechnet ihre eigene Mutter, die jahrelang als verschwunden galt. Sie hat ihre Kinder ihrem Schicksal überlassen, um für eine gute Sache zu kämpfen, die ihr wichtiger ist. Doch was das sein soll, verrät sie nicht. Hierbei soll Nara eine bedeutende Aufgabe erfüllen. Solange ihr jedoch niemand erklärt, was hier vor sich geht, wird sie nichts dergleichen tun. Geduldig wartet sie auf die erste Gelegenheit zur Flucht. Zwar befindet sie sich auf offener See, allerdings ist das Wasser ihr Element.

Naras Freunde suchen nach ihr und versuchen, mehr über ihr rätselhaftes Verschwinden herauszufinden. Es geht das Gerücht um, dass Nara sich freiwillig einer gefährlichen Gruppierung angeschlossen hat, was ihre Freunde anzweifeln, doch dadurch sind sie mit ihrer Suche nun auf sich allein gestellt. Gleichzeitig geht die Auswahl der Elementargesandten weiter. Katso ist wieder mit dabei und obwohl er immer noch nicht mit seinem Seelenbuch kommunizieren kann, schlägt er sich gut. Er findet zudem heraus, was es mit seinem Seelenbuch auf sich hat, doch ob er das Problem rechtzeitig gelöst bekommt, steht noch aus. Die Leiter der Akademie unterstützen ihn sogar bei dieser Sache, allerdings ist Katso sich nicht sicher, ob man ihnen trauen kann. Während er versucht, die Geheimnisse der Akademie zu ergründen, findet er etwas Schockierendes über L heraus – ein Kind, das eines Tages Buchbinder werden wird. Obwohl diese Kinder unscheinbar im Hintergrund arbeiten und sich eigentlich aus den Angelegenheiten der Elementargesandten heraushalten sollen, hatte Nara sich bereits ein wenig mit L angefreundet. 

Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen Naras und Katsos Sichtweise. Das bietet zwei fesselnde Handlungsstränge auf einmal, die häufig an einem spannenden Moment enden, sobald es zu einem Wechsel kommt. Die Handlung ist weiterhin geprägt davon, dass die Charaktere nur schwer aneinander trauen können, was sich bei Naras Situation erheblich zuspitzt. Immer wieder kommen Zweifel auf, weshalb man auch als Leser anfängt zu spekulieren. Da man als Leser die Erlebnisse von Nara kennt, kann man auf eine besondere Art mitfiebern, wie ihre Freunde nach ihr suchen. Wenn sie die richtigen Schlüsse ziehen, ist das ein Grund zur Freude und bei Fehlern würde man am liebsten eingreifen und ihnen einen Tipp geben. Gleichzeitig bleiben bei Naras Erlebnissen noch viele Fragen offen, was übrigens in einem fiesen Cliffhanger endet. Da kann man nur gespannt sein auf Band 4, der voraussichtlich im Dezember dieses Jahres erscheint und die Reihe abschließt. 

Eine vierteilige Reihe ist eher unüblich, doch allein aus optischen Gründen hätte in diesem Fall alles andere merkwürdig gewirkt. Jeder Band widmet sich einem der vier Elemente und ist wundervoll gestaltet. Die diesmalige Thematik des Covers ist das Element Erde, wofür Grüntöne gewählt wurden. Das Motiv setzt sich in dem detailreichen Farbschnitt fort, was sich zu einem gelungenen Gesamtbild fügt. Schlägt man das Buch auf, sieht man sogleich eine schöne Karte. Etwas schade ist nur, dass es kein Glossar gibt.

Leseprobe

Fazit: „Steingladiole – Erde vergisst nie“ bietet eine durchgehend spannende Handlung mit zahlreichen Intrigen und einem fiesen Cliffhanger, sodass es schwerfällt, auf die Fortsetzung warten zu müssen.

Steingladiole – Erde vergisst nie
Fantasy-Roman
Liza Grimm
Knaur 2026
ISBN: 978-3-426-56860-6  
400 S., Paperback, deutsch 
Preis: 18,00 EUR

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