Perry Rhodan: Andromeda (Sammelband)

Der Sommer geht zu Ende. Die Tage werden wieder kürzer. Die richtige Zeit also, sich mal wieder mit einem guten Buch in die eigenen vier Wände zurückzuziehen. Wie wäre es mal wieder mit einen Perry-Roman? Immerhin war „Andromeda“ die wohl bekannteste „Perry Rhodan“-Geschichte 2002/2003. Gelegenheitsleser oder Nachzügler können sich daher endlich auf die preiswerte Sammelausgabe freuen.

von Dominik Cenia

Mit über 1100 Seiten wirkt das Buch zu Beginn ziemlich „erschlagend“. Kein Wunder, denn immerhin enthält der Band alle sechs „Andromeda“-Romane von den Autoren Uwe Anton, Hubert Haensel, Leo Lukas, Frank Böhmert, Frank Borsch und Ernst Vlcek. Wer sich jetzt jedoch Sorgen macht, dass die vielen verschiedenen Autoren die Geschichte verwässern, kann beruhigt sein. Die Autoren befinden sich alle ungefähr auf der gleichen Wellenlänge, sodass man kaum unerwartete Übergänge oder harte Schnitte zwischen den einzelnen Schreiberlingen erkennen kann. Zum Teil sind die einzelnen Romane auch in sich abgeschlossen, was der Handlung ebenfalls ganz gut tut.

Aber worum geht es in Andromeda?

Im Jahr 1312 Neuer Galaktischer Zeitrechnung erhält Perry Rhodan einen dringenden Hilferuf aus der Nachbargalaxis Andromeda. Dort treffen Perry und seine Gefährten auf eine neue, unbekannte, dunkle Macht. Sie werden von fremdartigen Raumschiffen angegriffen und müssen sich durch eine ganze Reihe weiterer Gefahren kämpfen, nur um festzustellen, dass sie am Ende einer übermächtigen Flotte feindlicher Kriegsschiffe gegenüberstehen. Um Andromeda zu retten, muss sich Perry auf die Suche nach Verbündeten machen. Eine harte Aufgabe, die auch zu einer inneren Zerreißprobe für Perry und seine Crew wird. So treffen Perry und seine Crew auf Nachfahren der Lemurer und nehmen Kontakt mit den Maahks auf, in der Hoffnung, ihre Walzenschiffe als Unterstützung zu gewinnen. Doch mit der Zeit wird klar, dass noch viel größere Opfer erbracht werden müssen, um Andromeda zu retten.

Die Geschichte pendelt sich mit der Zeit nicht nur auf Perry, sondern auch auf eine ganze Reihe weiterer „Nebenhauptpersonen“ ein. Immer wieder wechseln die Schauplätze und den Autoren gelingt es geschickt, alle Ereignisse irgendwie miteinander zu verbinden. Während der erste Roman der Geschichte noch zugegeben ziemlich langatmig, ausschweifend technisch und sprachlich manchmal etwas holprig ist, wird die Geschichte immer besser und findet ihren Höhepunkt schließlich im dritten und vierten Roman. Die Action rückt mehr in den Mittelpunkt und auch der Humor kommt nicht zu kurz, was im Übrigen aber an dem Autor Leo Lukas liegt, der sich mit seiner humorvolleren Art des Schreibens vielleicht etwas zu sehr austobt. Gekonnt führt jedoch Frank Böhmert die gesponnenen Fäden weiter, was den vieren Roman auch für absolute „Nicht-Perry-Leser“ empfehlenswert macht. Nicht umsonst wurde der vierte „Andromeda“-Roman 2003 für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert.

Am Anfang und Ende der einzelnen Romane lassen sich zum Teil ein paar Perry-Rhodan-typische Planeten- und Sternenkarten finden. Dazu natürlich ein Glossar mit den wichtigsten technischen Begriffen der Geschichte.

Was gibt es noch? Leider nicht viel, denn irgendwie scheint nach dem vierten Roman ein wenig die Luft raus zu sein. Das Ende kommt schnell und plötzlich und hat leider auch diesen „alles schon einmal dagewesen“-Geschmack. Ein Manko, mit dem sich allerdings alle „Andromeda“-Romane irgendwie rumschlagen müssen. Perry Rhodan verliebt sich mal wieder und auch die archetypischen Superintelligenzen spielen mal wieder eine Rolle.

Fazit: „Andromeda“ ist ein guter, wenn auch nicht überragender „Perry Rhodan“-Lesestoff, der gleichermaßen Fans des Perryversums als auch den Gelegenheitsleser von Science-Fiction anspricht. Der Sammelband legt einen etwas schwaches Start hin, bessert sich dann aber im späteren Drittel stark. Das Ende lahmt aber leider wieder ein wenig, weshalb für mich „Andromeda“ bei Weitem nicht der große Science-Fiction-Wurf des Jahrzehnts war, wie er vielerorts angepriesen wurde. Der Preis dagegen ist mit seinen 14 Euro für ein Buch von diesem Umfang wirklich fast unschlagbar.


Perry Rhodan - Andromeda
Science-Fiction-Roman
Uwe Anton, Hubert Haensel u. a.
Heyne 2005
ISBN: 3-453-52099-8
1168 S., Paperback, deutsch
Preis: EUR 14,00

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