Mini D20: Sternenfall

Ein Rollenspiel ist nur so gut wie seine Abenteuer. Dieser Meinung scheint auch Sebastian Hahn zu sein, der Autor des kleinen Old-School-Rollenspiels „Mini D20“, der mit „Sternenfall“ eine von mehreren Kurzkampagnen entwickelte. „Sternenfall“ richtet sich ganz gezielt an Kinder und generell an Anfängerinnen und Anfänger.

von Amel

„Mini D20“ ist eines dieser Hobbyprojekte, die es vom kostenlosen Download zum Druckwerk geschafft haben. Gemeinsam mit den Regeln hat der Uhrwerk-Verlag die beiden zum Zeitpunkt der Drucklegung erhältlichen Mini-Kampagnen veröffentlicht. „Sternenfall“ ist die erste davon.

Das Heft bietet von sich aus nur wenig Information, was die Leserschaft erwartet. Einen Klappentext gibt es nicht. Da das PDF ursprünglich gar nicht für einen Druck gedacht war, war der auch gar nicht notwendig. Das Cover sagt: „Eine Mini-Kampagne von Seba“. Auf der Seite mit dem Impressum finden wir dann aber doch den Hinweis, an wen sich der Text richtet.

Die Kampagne ist 20 DIN-A5-Seiten lang und so einfach gehalten wie das Regelwerk selbst. Sie beginnt damit, dass die Spielgruppe die Abschlussprüfung in der Akademie für angewandtes Heldentum ablegt. Dazu geht es in einen kleinen Dungeon, in dessen verschiedenen Räumen jeweils ein Prüfung auf sie wartet. Dieser Teil des Abenteuers ist wirklich sehr einfach gehalten. In jedem Raum wartet eine Probe auf die Charaktere, viel mehr ist es nicht. Immerhin gibt es einen kleinen Kniff beim Überqueren einer kleinen Schlucht, der die Charaktere vermutlich überrascht. Dann, nach bestandener Prüfung, sieht die Gruppe eine Sternschnuppe niedergehen, die allerdings in mehrere Teile zerbricht und sichtbar einschlägt. 

Auf der Suche nach den Sternensplittern reist die Gruppe herum. Was am Anfang noch wie eine etwas zu simple Geschichte erschien, erweist sich nun als geschickt gemachte Abenteuerstruktur für Kinder. Erst müssen sie ein paar aneinander gereihte Hindernisse überwinden, dann geht es in einen kleinen Dungeon. Schließlich müssen sie sich in einem Point-Crawl zurechtfinden (sie gehen von einem Ort zum anderen und haben jeweils mehrere „Ausgänge“ zu anderen Orten). Im Finale sind sie wieder in der Akademie, die sie wie einen weiteren kleinen Dungeon erkunden müssen. Das Ganze wird von einer netten, kleinen Story zusammengehalten.

Die einzelnen Begegnungen bieten die Möglichkeit, sich zu unterhalten, Spuren zu finden, Orte zu erkunden und natürlich Kämpfe zu bestehen. Es gibt diverse NSC, die die Story auflockern und alle sind gut mit wenigen Worten beschrieben. Das Ganze ist für erfahrene Gruppen nicht unbedingt aufregend oder herausragend, bietet aber abwechslungsreiche Unterhaltung, mit der vermutlich auch eine weniger erfahrene Spielleitung gut klarkommen sollte. Nichts ist kompliziert oder schwierig.

Fazit: „Sternenfall“ ist eine Kurzkampagne, die sich an eine erfahrene Spielleitung richtet, die Kinder oder Rollenspielanfänger ans Hobby heranführen will. Das gelingt ihr hervorragend. Die Ereignisse sind abwechslungsreich, einfach vorzubereiten, einfach zu spielen, unkompliziert und spannend. Ein tolles kleines Produkt, das als kostengünstiges Heft oder kostenloses PDF (https://kritischerfehlschlag.de/mini-d20-2/) erhältlich ist.

Mini D20: Sternenfall
Abenteuerband 
Sebastian Hahn, Gordy Higgins, Daniel F. Walthall (Axebane) 
Uhrwerk Verlag 2026 
ISBN: n. a. 
20 S., Heft mit Klammerheftung, deutsch 
Preis: 6,00 EUR oder kostenloses PDF

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