Der Schwur des letzten Sultans

„Vor fast zwei Jahrtausenden schenkte Rondra den anstürmenden Bosparanern die legendären Posaunen von Perricum, mit deren Hilfe die Stadtmauern von Nebachot zum Einsturz gebracht wurden. Seit dieser Zeit hadern die Nachfahren der alten Nebachoten mit ihrem Schicksal, warum Rondra sie damals verlassen hat. Doch nun, während das Land von Norden her bedroht ist, tauchen plötzlich Hinweise auf ein uraltes Artefakt auf, mit dessen Hilfe die zerstrittenen Stämme wieder zu alter Einigkeit geführt werden könnten. Leider sind die Hinweise mager, und es braucht schon einige sehr kluge Köpfe, um die jahrtausendealte Spur aufzunehmen – und einige kampfkräftige Recken, um diese auch bis in die unwegsame Wildnis des Raschtulswalls zu verfolgen.“ - Klappentext

von Chris Sesterhenn

 

Trockene Fakten – die äußeren Werte:

„Der Schwur des letzten Sultans“ ist ein weiteres Fanpro-Abenteuer in der Welt des Schwarzen Auges. Die hochwertige Verarbeitung weiß ebenso zu überzeugen wie das durchdachte Layout – gewohnter und bewährter DSA-Standard von Fanpro. Neben zahlreichen s/w-Abbildungen innerhalb des Abenteuers gibt es auch bei „Der Schwur des letzten Sultans“ zusätzliches Kartenmaterial für die Spieler. Somit erfüllen schon einmal die äußeren Werte alle an DSA-Produkte von Fanpro gestellten Anforderungen auf ganzer Linie – vor üblen Überraschungen bleibt man auch diesmal verschont.

Um was geht es überhaupt? – zum Inhalt:

Stefan Trautmann platziert die Handlung seines Abenteuers in den Verlauf der aktuellen und somit hoch-offiziellen Geschehnisse. Den Nachfahren der Nebachoten droht – wie vielen anderen auch – große Gefahr durch die Erben Borbarads. Doch es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer: Ein altes Artefakt könnte es schaffen, die zerstrittenen Stämme wieder zu vereinen und somit gemeinsam gegen die Bedrohung antreten zu lassen. Doch für solch eine Queste bedarf es fähiger und erfahrener Helden. Auf die Helden wartet die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wo beginnt man die Suche nach einem Gegenstand, welcher seit vielen Jahren als verschollen gilt? So muss die Heldengruppe neben dem Schwertarm auch insbesondere ihre geistigen Fähigkeiten einsetzen. Und wie könnte es auch anders sein, besteht die Aufgabe nicht alleine aus der Spurensuche...

Zuckerbrot und Peitsche – Pro und Contra:

Im Abenteuer „Der Schwur des letzten Sultans“ greift Stefan Trautmann ein altbekanntes Thema auf: Die Suche nach einem wichtigen Gegenstand, welche von zahlreichen Aufgaben und Geschehnissen erschwert wird. Doch er selbst ordnet sein Abenteuer „in das Genre der mystischen und gleichzeitig witzigen Action-Abenteuer ein“ – und das auf weiten Strecken auch zu Recht. Während die grundlegende Idee nicht gerade eine Weltneuheit ist, kann die Umsetzung doch überzeugen.

Damit allerdings „Der Schwur des letzten Sultans“ sein gesamtes Potential ausspielen kann, braucht es einen erfahrenen Meister, welcher sich mit dem Hintergründen auskennt und auch gerne einmal eigene Ideen einfließen lässt. Ebenso wichtig ist eine Heldengruppe, welche bereit ist, ohne große Verhandlungen oder übertriebene Sicherung der eigenen Vorteile diese Queste zum Wohle der Bevölkerung antreten. Erst mit dieser Konstellation kann das Abenteuer mit seiner besonderen Stimmung auftrumpfen.

Damit der Meister aber nicht ganz auf sich gestellt ist, bietet der Autor in seinem Abenteuer ausreichend Hintergrundinformationen zu den unmittelbaren Geschehnissen sowie auch Hinweise auf weitere Informationsquellen (hier insbesondere Artikel des „Aventurischen Boten“). Zudem bietet Stefan Trautmann dem Meister die Möglichkeit an, das Abenteuer als Auftakt zu einer längeren Kampagne zu nutzen. Sehr hilfreich ist hierbei die im Anhang präsentierte Chronologie der weiteren Ereignisse. Um das Abenteuer besser an die Gruppenbedürfnisse anpassen zu können, bietet der Autor sogar Alternativen für die Ausgestaltung des Endes seines Abenteuers an.

Für wen lohnt es sich? – meine Einschätzung:

Die alles entscheidende Frage: Für wen lohnt sich dieses Abenteuer? Alle Spielrunden, welche sich an den aktuellen Fanpro-Vorgaben bezüglich der offiziellen Ereignisse in Aventurien orientieren, erhalten mit „Der Schwur des letzten Sultans“ die Möglichkeit, aktiv an einem Teil der aventurischen Geschichte mitzuwirken. Durch die Kombination von erforderlichen Wissens- und Kampftalenten sollten alle Gruppenmitglieder die Chance haben, sich in das Abenteuer sinnvoll einzubringen. Für das Abenteuer ist eine Komplexität (Meister/Spieler) von jeweils mittel und eine erfahrene Heldengruppe angegeben, was ich für sehr sinnvoll halte.

Fazit: Mit „Der Schwur des letzten Sultans“ von Stefan Trautmann veröffentlicht Fanpro ein weiteres solides Abenteuer für „Das Schwarze Auge“. Neben den interessanten Hintergrundinformationen bietet in es der richtigen Kombination aus Meister und Heldengruppe mystische Erlebnisse und viel Kurzweil. Einer erfahrenen Spielrunde kann ich daher das Abenteuer (bei diesem guten Preis-Leistungs-Verhältnis) empfehlen.


Der Schwur des letzten Sultans
Abenteuer
Stefan Trautmann
Fantasy Productions 2005
ISBN: 3-89064-430-9
55 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 10,00

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