Battlestar Galactica 1: Das Geheimnis der Zylonen

Die Menschheit erschuf die Zylonen, um eine Rasse von Maschinenwesen zu haben, die ihnen dienstbar ist. Erst waren es Luxusgegenstände, dann hielten sie in allen Bereichen des Lebens Einzug, schließlich wurden sie zu tödlichen Werkzeugen im Konflikt der 12 Kolonien. Am Ende waren die Zylonen so weit entwickelt, dass sie sich gegen ihre einstigen Schöpfer wandten: Der Krieg gegen die Zylonen brach aus und forderte auf beiden Seiten furchtbare Opfer. Am Ende verschwanden die Maschinenmenschen einfach. Doch nach 20 Jahren sind sie wieder da...

von Frank Stein

Die „Battlestar Galactica“-TV-Serie von Ronald D. Moore, eine modernisierte Version der klassischen Abenteuer von Apollo, Starbuck und ihrem Kampf gegen chromglitzernde Toaster Ende der 1970er, hat dem Franchise einen neuen Popularitätsschub verpasst. Deutsche Fans warten zwar schon lange und vergeblich auf eine Fortführung der mittlerweile drei Staffeln umfassenden Serie, doch als eine Art Trost ist Panini den Autoren der US-Tie-In-Romane hart auf den Fersen und bringt alle der bisher erschienenen Romane auch in unsere Buchläden (so wenige das bislang leider sind).

„Das Geheimnis der Zylonen“ ist nach dem Roman zum der TV-Serie vorgeschalteten TV-Vierteiler der erste Band dieser Reihe. Geschrieben hat ihn Craig Shaw Gardner, der unter anderem für seine „Cineverse“- und „Ebenezum“-Romanzyklen bekannt ist. Das Buch hat immerhin 283 Seiten, aber das relativ luftige Layout lässt einen recht schnell durch die Geschichte jagen. Eine Serien-Doppelfolge, möchte man sagen.

Die Geschichte spielt – wie gesagt – 20 Jahre nach dem Zylonenkrieg (und damit, der Kenner wird es merken, 20 Jahre vor den Ereignissen der TV-Serie). Die Zylonen sind spurlos verschwunden und so langsam trauen sich die Bewohner der 12 Kolonien wieder hinaus ins All. Zu den Vorreitern dieser Wiederentdecker des Alls, dieser Suchenden nach den Überresten verstreuter kolonialer Außenposten, Forschungsstationen und Militärstützpunkte, gehören die Scavenger, Glücksritter, die in den Randgebieten nach zylonischen Raumschiffwracks, vergessenen Depots und dergleichen stöbern, um den Inhalt dann Gewinn bringend zu verkaufen.

Einer von ihnen ist Tom Zarek (neben den jungen Offizieren Adama und Tigh die einzige Figur der Serie, die in dem Roman mitspielt). Er hat sich an Bord des heruntergekommenen Kreuzers „Lightning“ verdingt, der dem schurkischen Captain Nadu gehört, und hofft dort auf das große Geld. Tatsächlich entdecken sie, vergessen im Weltraum, ein geheimes wissenschaftliches Labor. Doch als Zarek mit ein paar Leuten dort landet, machen sie eine höchst beunruhigende Entdeckung. Und kurz darauf empfängt der Kampfstern „Galactica“, der ebenfalls, nur diesmal im Auftrag der Kolonien, nach versprengten Kindern der Menschheit sucht, einen Notruf, der ein gefürchtetes Wort enthält: „Zylonen“.

Die „Battlestar Galactica“-TV hat einen Nachteil: Sie ist sehr dicht geschrieben. Von Folge zu Folge ist kaum Raum für Tie-In-Novels. Entsprechend hat man es sich bei „Das Geheimnis der Zylonen“ zu Beginn einfach gemacht. Die Story spielt 20 Jahre vor der Serie. Adama ist frisch gebackener Erster Offizier der „Galactica“, sein Kumpel Tigh der CAG der Jägerstaffel und für die Ausbildung neuer Rekruten zuständig. Damit bekommt man als Leser einen netten Einblick in die Vergangenheit dieser wichtigen Seriencharaktere.

Gleiches gilt für Tom Zarek, der später ja als Top-Terrorist und dann politischer Gegner von Adama und Präsidentin Roslin Karriere macht. Hier ist er noch ein unbedarfter Jungspund und es fehlt ihm viel der Härte, die ihn später auszeichnen soll. Dabei gelingt es Craig Shaw Gardner geschickt, die Begegnung zwischen den Militärs und Zarek so beiläufig wie möglich zu gestalten – denn in der Serie wird dieser Zwischenfall ja nicht mehr thematisiert.

Nett ist vor allem die Anspannung, die herrscht, als die Zylonen zeitweilig wieder auf den Plan treten. Da sie sich mit einem unsicheren Friedensvertrag damals von den Maschinen getrennt hatten, ist ihre Agenda natürlich vollkommen unklar. Entsprechend herrscht das emotionale Spektrum der „Galactica“-Crew beim Erstkontakt von gesunder Abneigung, über panische Angst, bis hin zu vorsichtigem Optimismus, dass eine erneute Kooperation möglich sein könnte. Man fühlt sich ein bisschen an die Zeit des Eisernen Vorhangs erinnert. Es existiert kaum wirkliches Wissen über die Anderen, Vorurteile und Gerüchte bestimmen das Klima. Das spielt der Roman schön aus.

Fazit: Es ist ein gefälliger, kleiner Roman, den Craig Shaw Gardner da geschrieben hat. Zwar drückt sich die Geschichte mit ihrem Blick in die Vergangenheit um die viel interessanteren Ereignisse zu Zeiten der TV-Serie herum und der erzählte Zwischenfall wird sehr lokal abgehandelt (dabei könnte man das Wiederauftauchen der Zylonen natürlich auch groß aufziehen – das aber hätte wiederum dem Kanon wiedersprochen), aber als Lese-Abenteuer für Zwischendurch, das nette Einblicke in die früheren Karrieren von Adama, Tigh und Zarek gibt, taugt das Ganze allemal.


Battlestar Galactica 1: Das Geheimnis der Zylonen
Film/Serien-Roman
Craig Shaw Gardner
Panini Books 2007
ISBN: 978-3-8332-1445-5
283 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 9,95

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