Batman – Das lange Halloween – Das letzte Halloween 2

Jeph Loeb und Tim Sale schufen in den 1990er Jahren mit „Batman – Das lange Halloween“ einen wahren Meilenstein in der Welt der „Batman“-Comics. Nach dem Tod von Tim Sale präsentiert Loeb nun mit einem Team an verschiedensten Comic-Künstlern eine „letzte“ Fortsetzung mit dem Titel: „Das letzte Halloween“. Schließt dieser Band also endgültig mit der Handlung ab? Können die vielen Handlungsstränge des ersten Bandes sinnvoll gelöst werden?

von Daniel Pabst

In diesem Werk tritt ein großer Cast an Figuren auf: Batman, Robin, Jim Gordon und das GCPD sowie auch der Joker, Catwoman, der Pinguin und weitere Bösewichte wie Mario Falcone als Mafia-Erbe. Gleichzeitig kreist alles weiterhin um die zentrale Frage: Wer ist der Holiday-Mörder? Oder wie Batman seinen Protegé Robin fragt: „Was sind Motiv, Mittel und Gelegenheit?“ Parallel dazu rückt erneut Harvey Dent, alias Two-Face, mit seiner Beziehung zu Gilda in den Fokus. Auf Seite 1 bedroht der ehemalige Staatsanwalt seine eigene Frau sogar mit einer Pistole! Arbeiten die beiden zusammen oder gegeneinander? Auch Catwoman spielt eine Rolle, indem sie bei den Falcones auftaucht. Was hat ein altes Familienporträt mit dem Fall zu tun? Hier wäre das Hintergrundwissen aus dem Sequel  „Catwoman – Damals in Rom“ hilfreich …

Parallel zu den Angriffen des Holiday-Mörders führt die Geschichte des Comics weiter durch die Feiertage des Jahres, wobei der Möder nunmehr davon absieht, sein Opfer tatsächlich zu ermorden. Inhaltlich passiert, wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, sehr viel. Sogar zu viel. Weder Batman und Robin noch das GCPD scheinen immer den Überblick zu behalten, und auch als die Leserschaft verliert schnell den roten Faden. Die Auflösung des Kriminalfalls sowie der zahlreichen aufgebauten Fragen wirkt am Ende überhastet und erhält leider nicht die nötige erzählerische Tiefe.

Zum Visuellen dagegen ist es klar von Vorteil gewesen, dass sich verschiedene Zeichner der Bebilderung angenommen haben. Wie bereits in Band 1 zeigen sie auf ihre ganz eigene Weise und mit ihrem eigenen Stil, wie man dem bereits verstorbenem „Großkünstler“ Tim Sale Tribut zollen kann. Das gelingt insgesamt also sehr gut und zeigt das enorme stilistische Talent der Beteiligten. Besonders die Zeichnungen von Chris Samnee, stechen hervor. Bereits die ersten vier Panels sind in vier unterschiedlichen Farben gehalten, sodass es sehr kontrastreich wirkt.

Der Comic insgesamt leidet dagegen, wie oben dargelegt, unter fehlender Klarheit und wirkt stellenweise verwirrend sowie auch inkonsequent. Während das Original einer erkennbaren Linie folgte, fehlt es dieser Fortsetzung an der Struktur. Die Auflösung des zentralen Mysteriums sorgt eher für ein enttäuschtes „Das war’s jetzt?“ als für einen echten Höhepunkt. 

Fazit: „Das letzte Halloween“ schafft es leider nicht – wie in der vorherigen Rezension erhofft –, ein würdiger und emotionaler Abschluss der legendären „Long Halloween“-Saga zu werden. Dabei liegt es nicht an den Zeichnungen oder dem dazugehörigen Text. Es ist die Handlung, welche zu oft orientierungslos daherkommt und den Kriminalfall nicht gut auflösen kann. Hier wurde deutlich, dass an einem Tim Sale schlicht kein Weg vorbeiführt.

Batman – Das lange Halloween – Das letzte Halloween 2
Comic
Jeph Loeb, Becky Cloonan, Dave Johnson, Enrico Marini
Panini Comics 2026
ISBN: 978-3-7416-4859-5
144 S., Softcover, deutsch
Preis: 19,00 EUR

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