von Alice
Hesters Fall führt sie zu einer abgelegenen Asteroiden-Mine, wo sie zunächst einmal die Kollegen ihres kürzlich verstorbenen Freundes David befragt. Diese zeigen sich vor allem bestürzt und ratlos, sind aber nur bedingt eine Hilfe. Als sie die Gegend erkundet, macht sie eine seltsame Entdeckung, was Misstrauen in ihr weckt. Sie ist sich nicht sicher, ob David in einer üblen Sache verwickelt war, und befürchtet, dass einer seiner Kollegen ihn ermordet hat. Während ihrer Ermittlungen kann sie sich nie sicher sein, ob es jemand nun auch auf sie abgesehen hat, um ein Geheimnis zu wahren.
Das ständige Gefühl, niemandem mehr trauen zu können, sorgt durchgehend für Spannung. Durch den nur kleinen Personenkreis, zu dem sie Kontakt hat, und die eingeschränkten Fluchtmöglichkeiten auf der Mine, ist der Mörder immer nah und könnte jederzeit für eine böse Überraschung sorgen. Für Nervenkitzel ist somit reichlich gesorgt, und die Sci-Fi-Umgebung sorgt zusätzlich für ein außergewöhnliches Setting. Ein wesentlicher Teil der Mine wird von intelligenten Maschinen verwaltet, doch scheinen manche von ihnen auffällig viele Fehler zu machen. Vermutlich wurden sie manipuliert.
Menschen sind nicht die einzige Bedrohung, sondern auch angriffslustige Bots, bei denen zunächst noch unklar ist, wer sie kontrolliert und gebaut hat. Da die Mine mitten im Weltraum liegt, sind Hesters Fluchtmöglichkeiten beschränkt, was für eine beängstigende Stimmung sorgt. Ebenfalls problematisch erweisen sich Hesters Prothesen, die zwar technologisch hoch entwickelt sind und auch Vorteile bieten, gleichzeitig aber auch zu unerwarteten Schwierigkeiten führen. Die Prothesen trägt Hester, seit sie bei einem Terroranschlag schwere Verletzungen erlitten hat. So dankbar sie für dieses Wunder der Medizin ist, haben die Kosten dazu geführt, das sie möglicherweise den Rest ihres Lebens verschuldet ist. Vor der Operation war sie leidenschaftliche KI-Trainerin, wodurch man zahlreiche positive Einblicke in die Thematik erhält, gleichzeitig aber auch von den Risiken erfährt. Hesters Vorgeschichte wird nach und nach in die Handlung eingewoben und ist spannend genug, das man ein eigenes Buch daraus hätte schreiben können.
Fazit: Hester ermittelt innerhalb eines kleinen Personenkreises, in dem sich mindestens ein Verräter befindet, zudem sind die KIs des Planeten unberechenbar – für Nervenkitzel ist somit reichlich gesorgt.
Dead Space
Science-Fiction-Roman
Kali Wallace
Heyne 2026
ISBN: 978-3-453-32399-5
384 S., Paperback, deutsch
Preis: 16,00 EUR
bei amazon.de bestellen
