Star Wars – Doktor Aphra 4: Liebe in Zeiten des Chaos

Doktor Aphra sieht ein Trugbild und zitiert darauf ihre Mutter mit: „Das Böse ist bloß ein Maßstab dafür, wie stark deine Entscheidungen die Entscheidungsfreiheit der anderen beschränken.“ Um diese These kreist die Handlung dieses Comics und lässt wenig Gutes erahnen. Teil 4 von 7 …

von Daniel Pabst

„Star Wars – Doktor Aphra 4: Liebe in Zeiten des Chaos“ erschien 2019 bei Panini Comics und hat 148 Seiten. Autor dieses Bandes ist Simon Spurrier, die Zeichnungen kommen von Kev Walker, der bereits die Zeichnungen in dem „Aphra“-Band 1 („Doktor Aphra“) und -Band 2 („Unglaublicher Reichtum“) übernahm.

Die Leserinnen und Leser erfahren zu Beginn, wo Aphra nach ihrer Gefangennahme aus Band 3 („Umgekehrte Vorzeichen“) gelandet ist. Es ist der Accresker-Knast, in dem Aphra – auf ein Neues – ums Überleben kämpft. Dort macht sie die Bekanntschaft mit dem Gefangenen Lopset Yas. Dieser bleibt, anders als andere Nebencharaktere des „Aphra“-Universums, auch über mehrere Kämpfe und Explosionen am Leben. Das mag verwundern, steigert aber auch die Spannung, wer sich tatsächlich hinter diesem Wesen versteckt. Auch alte Bekannte gibt es in diesem Comic-Band zu Genüge. Da wären die Attentäterdroiden BT-1 und 0-0-0 und Weggefährten wie der Droide Dek-Nil und Tam Posla sowie die Twi?lek Hera Syndulla.

Warum aber der Titel: „Liebe in Zeiten des Chaos“ und was hat das alles mit dem Zitat von Aphras Mutter zu tun? Nun, es gibt ein Wiedersehen mit Aphras „Kuschel-Captain“ Tolvan. Darüber freut sich Aphra. Ihr verdankt sie auch die Möglichkeit, aus ihrer Gefangenschaft auszubrechen, doch da die Leserinnen und Leser zu diesem Zeitpunkt erst im ersten Drittel des Comics angelangt sind, lässt sich erahnen, dass sich die geplante Flucht nicht so einfach gestalten wird. Gleich mehrere Personen aus der Galaxis haben es auf Aphra abgesehen und machen sich unabhängig voneinander auf den Weg, sie persönlich im Accresker-Knast zu treffen. Aphra hat zudem ihre Ex-Freundin Sana Starros um Hilfe gebeten, die trotz ihres gebrochenen Herzens ebenfalls zu Aphra fliegt. Liebe und Chaos in einem!

Dann wären da noch gundravische Hakensporen, eine (Schimmel-)Pilzart, die den Accresker-Knast zu infizieren versucht und nebenbei durch eine machtgetriebenen Kyberkristall mutiert, „Bor“, ein Folterwesen, das mit seinen Tentakeln in der Lage ist, Gedanken zu lesen, verändern oder zu löschen und dies an Aphra austestet, ein altes Laserschwert, auf das es Aphra als „Wissenschaftlerin“ abgesehen hat, Doktor Evazan und Ponda Baba und … Darth Vader höchstpersönlich! Es überschlagen sich die Ereignisse, sodass es nicht nur einen Plan B für Doktor Aphra benötigt. Ob ihr das gelingen wird? Wer behält hier überhaupt den Überblick?

Bleibt noch das Zitat, das Aphra den Leserinnen und Lesern mitgeteilt hat: „Das Böse ist bloß ein Maßstab dafür, wie stark deine Entscheidungen die Entscheidungsfreiheit der anderen beschränken.“ Immer wieder in diesem Comic muss sich Aphra entscheiden, wie viel ihr die Personen um sie herum bedeuten oder ob sie diese nur „benutzt“ beziehungsweise ihnen keine eigene Entscheidungsfreiheit überlässt, um selbst am Leben zu bleiben. Dies zeigt sich besonders drastisch an der „Beziehung“ zu Magna Tolvan, die Aphra in diesem Band ihre Liebe gesteht, gefolgt mit der Aussage: „Und das hat mein Leben ruiniert.“ Bleibt Tolvan am Ende des Bandes am Leben? Darüber entscheidet kein anderer als Darth Vader, da sich Tolvan als Zielscheibe angeboten hat, um Aphra entkommen zu lassen.

Fazit: Der Titel dieses „Aphra“-Comics verspricht Programm. Beinahe könnte einem beim Lesen schwindlig werden ob der vielen Wendungen und Unterbrechungen, die die Handlung nimmt. Das Lesen bis zum Schluss aber wird mit einem nochmaligen „Plot Twist“ belohnt, in dem Aphra das Zitat ihrer Mutter entgegengehalten wird und der sie mit tränenden Augen und versteinerter Miene – und die Leserinnen und Leser mit einem Cliffhanger – zurücklässt.

Star Wars – Doktor Aphra 4: Liebe in Zeiten des Chaos
Comic
Simon Spurrier, Kev Walker
Panini Comics 2019
ISBN: 978-3-7416-1411-8
148 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 17,00

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