Star Wars – Darth Vader und der Schrei der Schatten (Star Wars Masters 18)

Ist Hock Malsuum ein Name, den man sich merken sollte? Wohl kaum. Aber er hat eine Geschichte zu erzählen, und es lohnt sich zuzuhören. Er wurde geschaffen, um zu beschützen, und schließlich ein erbitterter Feind seiner Meister, der sich abwandte und seinen eigenen Helden auserkor.

von KaiM

Klonkrieger sind alle gleich. Hock Malsuun war einer unter tausenden und nicht dafür geschaffen seine eigene Geschichte zu schreiben. Er tat es dennoch, angetrieben von seiner Faszination von absoluter Macht. Viele Jahre bewunderte die Hauptfigur dieses Comics, den mächtigen Darth Vader, aus der Ferne. Von den Jedi verraten und enttäuscht, als Kanonenfutter einfach im Stich gelassen, suchte sich Malsuun einen Platz im Universum und einen Kompass, dem er folgen konnte. Er fand diesen Kompass in den Idealen des Imperiums und der Person von Darth Vader.

Die Geschichte ist aus der Person dieses Klonkriegers erzählt, und dieser berichtet wiederum aus seiner Vergangenheit. Der Erzählstil ist knapp und passiv, was zwar nicht ungewöhnlich, aber über die Zeit ein wenig anstrengend ist. Die Zusammenfassung seines Lebens hält sich an keiner Stelle mit Nebensächlichkeiten auf. Es geht um die Erfolge, die Misserfolge, seine Visionen und alles, was ihn von der Masse der Klonkrieger abhebt. Es geht um seine Ausbildung und vor allem seinen Antrieb, den Verrat, den die Jedi an ihm begangen haben. Sein Überleben und die späteren Dienste für das Imperium führten ihn auf seinem Weg immer weiter, und es boten sich viele Möglichkeiten, seine außerordentlichen Talente zur Schau zu stellen.

Aber der Titel dieses Comics wäre schon seltsam gewählt, wenn es nicht doch hauptsächlich um Vader gehen würde, und so arbeitet sich die Geschichte zielstrebig vom ersten Hörensagen bis zum Finale. Mit jedem Kampf und jeder Schlacht kommt Malsuun seinem Idol immer näher, und gierig nimmt er jede Gelegenheit wahr, aus dem Schatten seiner inkompetenten Mitstreiter herauszutreten. So dauert es nicht lange, bis er seinem Idol zum ersten Mal auffällt.

Durch die episodenhaft dargestellten Stationen von Malsuuns Lebens werden die Seiten dieses Sammelbandes komplett ausgefüllt. Die detaillierten und farbenfrohen Zeichnungen sind ein grandioses Transportmittel und erzeugen die passende Stimmung.

Die Geschichte wurde von Tim Siedell geschrieben und von Gabriel Guzman illustriert. 2013 war die US-Erstveröffentlichung in fünf Teilen einer Monatsserie und nicht einmal ein Jahr später wurde der erste Teil in Deutschland auf den Markt gebracht. 2017 kam dann schließlich dieser Sammelband mit satten 128 Seiten heraus, der alle fünf Comics vereint. (2018 kam er dann nochmal als Band 48 der „Star Wars Comic-Kollektion“ im Hardcover heraus.)

Die Cover der Originalausgaben machen klar, worum es hier eigentlich geht. Der Klonkrieger Hock Malsuum ist ein Name, den man wieder vergessen kann. Er erzählt nur eine Geschichte, die ein Fragment aus dem Wirken des Darth Vader darstellt. Es dauert eine Weile, bis er das Geschehen betritt, und er bleibt lange wie ein Schatten, der über der Story schwebt, ohne wirklich ein Teil von ihr zu sein. Doch schließlich ist es so weit. Er übernimmt die Bühne und zeigt nachhaltig, wer er ist und zu was er imstande ist. Und damit zeigt er auch, warum Hock Masuum diese Geschichte erzählt.

Fazit: Dieses Porträt eines Klonkriegers im Sog der dunklen Seite ist kurzweilig und gut gezeichnet. Es wird in spannender Weise auf ein Finale hingearbeitet, was nicht übermäßig überrascht, aber dennoch gut gelungen ist. Die vielleicht etwas einseitige Erzählweise konnte nicht verhindern, dass ich den Band kaum aus der Hand gelegt habe, obwohl ich anfangs nur kurz mal durchblättern wollte.

Star Wars – Darth Vader und der Schrei der Schatten (Star Wars Masters 18)
Comic
Tim Siedell, Gabriel Guzman
Panini Comics 2017
ISBN: 978-3-7416-0315-0
128 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 14,99

bei amazon.de bestellen