Star Wars Comic-Kollektion 53: Die Droiden

C-3PO und R2-D2 kennt man seit dem ersten „Star Wars“-Film. Sie bereicherten die verschiedenen Hauptfilme in Nebenrollen und sorgten oft für heitere Momente selbst in düsteren Szenen. In diesem Band spielen sie die Hauptrollen und erleben verschiedene Abenteuer, die noch vor dem ersten „Star Wars“-Film „Eine neue Hoffnung“ spielen.

von Ansgar Imme

Der Dark-Horse-Verlag übernahm die „Star Wars“-Comic Rechte im Jahr 1991. Und bereits 1994 wurden die beiden berühmten Roboter C-3PO und R2-D2 in den Mittelpunkt der Handlung verschiedener Geschichten gestellt. Das vorangesetzte Intro wurde nachträglich 1995 verfasst und in diesem Sammelband passenderweise als Einführungskapitel verwendet. Die Geschichten können alle für sich allein stehen, haben aber über die Adelsfamilie Pitareeze und den Händler Olag Greck wiederkehrende Protagonisten sowie einen übergreifenden Handlungsbogen.

Die Handlung beginnt einige Zeit vor „Eine neue Hoffnung“ und führt die beiden Droiden auf die Welt Kalarba. Zunächst landen sie auf der Raumstation Hosk und müssen sich mit einem Attentäter-Droiden herumschlagen, der Olag erledigen will. Obwohl sie sich aus den Scherereien heraushalten wollen, kommen sie immer wieder mit dem Attentäter IG-88 in Kontakt und landen bei ihrer Flucht schließlich auf dem Planeten Kalarba. Dort treten sie in die Dienste der Adelsfamilie Pitareeze, deren Oberhaupt, Baron Pitarezee, ein bekannter Ingenieur ist. Sein vorlauter Enkel Nak bringt sowohl die beiden Droiden als auch sich selbst immer wieder in Schwierigkeiten.

Es stellt sich schließlich heraus, dass sich Baron Pitarezee und Olag Greck kennen, da sie beide einst zusammen Raumkreuzer konstruierten. Doch Olag hinterging seinen Auftraggeber, sodass die Männer mittlerweile erbitterte Widersacher sind. Olag will immer noch hinter das Geheimnis des Pitarezee-Antriebs kommen, um dieses an meistbietende Ganoven zu verkaufen. So kommt es mehrfach zu Begegnungen der Droiden mit dem zwielichtigen Olag. Aber auch aus der Gefangenschaft kochender Piraten, die einst in Jabba des Hutten Diensten standen, müssen sich die Droiden befreien oder sich mit einem C-3PO-ähnlichen Attentäter arrangieren. Und allzu oft hat Olag seine Hände im Spiel. Es kommt schließlich zur Konfrontation auf einem Müll-Planeten, bei dem die Droiden eine kleine Armee aufstellen, um sich ihres Widersachers zu erwehren.

Man merkt den Geschichten an, dass nur die drei alten Filme existierten und auch über Romane noch nicht viel Hintergrundmaterial existierte. Die Autoren schöpfen dadurch aus ihrer Fantasie, was teilweise spannende Geschichten ermöglicht – das gilt vor allem dann, wenn es ernster wird wie etwa bei der Geschichte um den Attentäter-Doppelgänger –, aber sich an anderen Stellen auch spürbar vom heutigen Kanon entfernt. Sowohl die Welt Kalarba als auch einige Aliens-Rassen spielten später keine Rolle mehr im „Star Wars“-Universum. Insgesamt sind die einzelne Teile aber lesenswert geschrieben und nehmen zudem sogar auch Bezug auf mehr oder weniger bekannte Nebenfiguren (IG-88, Jabba der Hutte).

Düstere Geschichten darf man hier nicht erwarten. Der Humor kommt vielmehr nicht zu kurz, wird aber dosiert eingesetzt. Neben C-3PO und R2-D2 darf vor allem der gamorreanische Leibwächter Olag Grecks an solchen Stellen glänzen. Die verschiedenen Episoden sind abwechslungsreich, teils überraschend und weisen recht unterschiedliche Handlungsorte, Antagonisten und Handlungen auf. Die damaligen Freiheiten haben die Autoren recht gut genutzt. Interessant sind beispielsweise die ehemaligen Köche Jabbas, die sich heute als Piraten verdingen.

Der Zeichenstil ist dagegen noch etwas holprig, grob (vor allem bei Gesichtern) und gibt öfter kein richtiges „Star Wars“-Feeling wieder. Dafür fehlen den Geschichten auch imperiale Widersacher oder ähnliches. Obwohl die beiden Droiden jederzeit deutlich zu erkennen sind, so ist die Ähnlichkeit manchmal eher geringer Natur. Auch die Proportionen bei menschlichen oder menschenähnlichen Lebewesen passen nicht immer. Dazu wirkt alles doch oft sehr bunt und die Aktionen wirken meist undynamisch.

Fazit: Auch wenn der Zeichenstil ausbaufähig wäre und eine Geschichte ein Totalausfall ist, unterhält der Band über die beiden Droiden trotzdem gut. Man muss sich dabei vergegenwärtigen, dass die Handlung eher am Rande des „Star Wars“-Kosmos spielt und nichts mit der offiziellen Saga zu tun hat. Wer eher düstere und ernste, dem Kanon nähere Handlung mag, sollte besser einen anderen Band wählen. Ansonsten erhält man eine gute Unterhaltung, die sich schnell weglesen lässt.

Star Wars Comics Kollektion 53: Die Droiden
Comic
Dan Thorsland, Ryder Windham, Andy Mushynsky u.a.
Panini Comics 2018
ISBN: 978-3-7416-0904-6
196 S., Hardcover, deutsch
Preis: EUR 13,99

bei amazon.de bestellen