Star Wars Comic-Kollektion 41: Schlachtfelder

Die Klonkriege haben die Jedi auf viele Schlachtfelder geführt und sie nicht nur gegen die Separatisten kämpfen lassen. Sowohl Mace Windu und Obi-Wan Kenobi als auch Anakin Skywalker müssen sich gegen verschiedene Gegner behaupten, die die Einheit der Republik bedrohen, finstere Pläne schmieden oder eine neue Flotte aufstellen wollen.

von Ansgar Imme

Der gut 170 Seiten starke Band enthält vier verschiedene Kurzgeschichten (zum Teil mit mehreren Teilen), die im Original über 7 Hefte verteilt waren. Die übergeordnete Geschichte dreht sich sowohl um Schlachten der Jedi in den Klonkriegen wie auch um den Jedi-Ritter Quinlan Vos, der einst ausgesandt wurde, um Count Dooku zu infiltrieren. Doch er hat schlimme Taten begangen, und die Mehrheit der Jedi glaubt nicht mehr, dass er noch der hellen Seite der Macht verpflichtet ist.

Der Sammelband beginnt mit dem Zweiteiler „Kräftemessen“. Während mehrere Jedi-Heiler sich um verwundete Jedi und Kämpfer auf dem Separatisten-Planeten Null kümmern, werden sie brutal von Kopfgeldjägern angegriffen, die eines der Lichtschwerter als Beute mitnehmen. Mace Windu rettet die Überlebenden und macht sich selbst auf die Suche nach den Auftraggebern. Denn es stellt sich heraus, dass die Kopfgeldjägergilde eine Belohnung auf den Kopf jedes Jedi ausgesetzt hat. Aber Meister Windu hat einen guten Plan, wie er allein damit fertig werden kann. Doch es zeigt sich, dass hinter dem Auftraggeber noch jemand anderes steckt.

In „Für immer jung“ erkunden Anakin und Obi-Wan unterdessen am Äußeren Rand einen Planeten, auf dem angeblich eine neue Fabrik der Separatisten entstehen soll. In ihrer Begleitung ist die junge Jedi-Padawan Tohno, die sich gemeldet hat, die Fabrik zu infiltrieren und Sprengladungen anzubringen. Anakins Loyalität wird auf eine harte Probe gestellt, als nicht alles so läuft wie gewünscht.

Die dritte Geschichte „Armor“ wird aus Sicht des Klon-Soldaten Bly geschildert. Er begibt sich mit Generalin und Jedi Aayla Secura auf den Planeten Honoghr, der Heimat der legendären Noghri (bekannt als die Leibwachen Großadmiral Thrawns aus Timothy Zahns „Thrawn“-Trilogie). Nach einer Schlacht stürzte ein Schiff der Separatisten mit einem Entlaubungsmittel zur Vergiftung von Planetenböden ab. Nach einer Plünderung durch die Noghri müssen sich Aayla und Bly zu einem schwer bewachten Heiligtum durchschlagen. Als sie unerwartete Unterstützung erhalten, geraten Bly und die Generalin in Streit, inwiefern dem Ankömmling vertraut werden kann.

Über 60 Seiten bietet der abschließende Dreiteiler „Schlachtschiffe über Rendili“. Die Flotte der Republik kommt zu spät, um einen Anschluss des Planeten Rendili an die Separatisten zu verhindern. Die Jedi um Anakin Skywalker wollen versuchen, den Flottenadmiral der Rendili zu überzeugen, sich doch der Republik anzuschließen. Doch eine Meuterei führt zu geänderten Plänen. Obi-Wan Kenobi hat unterdessen weitab ein Jedi-Notrufsignal eines verlassenen Schiffes erhalten und trifft auf seinen alten Freund Quinlan Vos. Gemeinsam verbünden sie sich gegen eine alte Feindin Obi-Wans, die im Auftrag Count Dookus den abtrünnigen Jedi verfolgt. Die Wege Obi-Wans und seines ehemaligen Padawans Anakin kreuzen sich wieder vor Rendili. Doch es zeigt sich, dass nicht nur Quinlan, sondern auch Anakin dunkle Seiten hat, von denen der Jedi-Rat nichts ahnt.

Der Band bietet eine gute Mischung verschiedener Handlungen und mit ganz unterschiedlichen Protagonisten. Auch wenn die verschiedenen Schlachten und der Jedi Quinlan ein übergeordnetes Element bilden, verlaufen die Handlungen doch ganz unterschiedlich. Letztlich geht es aber in allen Geschichten um durchaus spannende Motive wie Moral, Vertrauen oder Glaube (ohne es dem Leser direkt auf die Nase zu binden). Bereits „Armor“, aber erst recht der lange Dreiteiler zum Schluss bieten durchaus leicht philosophische Ansätze in diese Richtung und ziehen Parallelen beispielsweise zwischen Anakins und Quinlan Vos Werdegang und Verhalten. Dies ist für einen Comic in seiner Kürze und Knappheit wirklich gut gelungen.

Dazu kommen Spannung, Dynamik, Abwechslung und selbst ein wenig Humor nicht zu kurz. Insgesamt sind die Geschichten aber weitestgehend ernst gehalten, was dem Ganzen aber überhaupt keinen Abbruch tut, sondern das Spiel um die Motive wie Moral nur verstärkt. Auch ungewöhnliche Ideen wie die Schilderung der Handlung aus Sicht des Klonsoldaten bereichern den Band ungemein. Dazu tauchen neben bekannten Figuren wie Anakin, Obi-Wan oder Mace Windu auch weitere bekannte Figuren des „Star Wars“-Universums auf, die man aus anderen Comics, der „Clone Wars“-Serie oder Computerspielen kennt.

Der Zeichenstil ist auch sehr gut gelungen, bietet tolle Farbspiele und -unterschiede, bildet die Dynamik und Action entsprechend ab sowie trifft die Figuren auch recht gut. Einzig Anakin und Obi-Wan könnte noch mehr Ähnlichkeit zu den Schauspielern in den Filmen haben.  

Fazit: Obwohl es sich um einzelne Geschichten handelt, die nur durch ein Figur beziehungsweise ein Thema verbunden scheinen, passen diese doch gut zusammen und scheinen eine Geschichte mit kleinen Pausen zu erzählen. In einem oft dunklen und ernsten Ambiente bleiben moralische Fragen nicht auf der Strecke und bieten neben der spannenden Handlung auch die Beschäftigung, wie man mit Vertrauen umgehen kann. Der „Star Wars“-Kosmos wird mit der Handlung gut erweitert, ohne dass die Handlung zu weit hergeholt wirkt. Insgesamt sehr empfehlenswert.

Star Wars Comics 41: Schlachtfelder
Comic
John Ostrander, Randy Stradley, Jan Duursema u.a.
Panini Comics 2018
ISBN: 3741605581
172 S., Hardcover, deutsch
Preis: EUR 13,99

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