Monstress 2: Das Blut

In „Monstress 1: das Erwachen“ lernten wir Maika Halbwolf und ihre zwei Begleiter Rin und Kippa kennen. Maika machte sich auf den Weg, um die Geheimnisse um ihre Mutter und sich selbst zu enthüllen und um ihren Platz in einer dunklen Welt zu finden. Dabei erwachte in ihr etwas, das lieber nicht hätte wach werden sollen. Dieser Dämon und Maika kämpfen beide um die Kontrolle und darum, das Schicksal zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

von Dennis Bisenius

Im zweiten Band „Monstress: Das Blut“ treffen wir wieder auf Maika und ihre Begleiter. Der ersten Band warf uns unvorbereitet in eine düstere, vom Krieg gezeichnete Welt voller Intrigen und Unterdrückung und am Ende wurden wir mit mehr Fragen als Antworten zurückgelassen. Nun werden im zweiten Band die vergangenen Geschehnisse etwas näher beleuchtet. Maika macht sich nach einem kurzen Zwischenstopp in Thyria auf die Reise zur geheimnisvollen Insel der Knochen und tritt so in die Fußspuren ihrer Mutter, welche die Insel schon vor langer Zeit besucht hatte. Dabei erfährt sie so einiges über die vergangenen Ereignisse, die fest mit ihrem Schicksal verwoben sind. Zweifel an ihrer Mutter und Maikas Daseinsberechtigung verstärken sich mit jedem neuen Hinweis, den sie bekommt, und dennoch ist ihre Willenskraft stark genug, den Weg immer weiterzugehen.

Natürlich treffen unsere Helden auch hier wieder auf düstere Geschöpfe, wie den Fährmann aus alten Götterknochen, und es heißt für Maika, ihren inneren Dämon im Zaum zu halten, der ihr ein ständiger Begleiter in die Vergangenheit ist, um Antworten nach dem Woher und dem Wohin zu finden. Denn auch der Dämon hat große Erinnerungslücken, die geschlossen werden wollen.

Der Leser wird wieder in eine geheimnisvolle Welt entführt und fiebert mit Maika, Ren und Kippa mit, die von einer Gefahr zur nächsten stolpern. Dabei kommt man nur langsam den Rätseln auf die Spur und fängt schnell an, selbst zu überlegen, was hinter den einzelnen Puzzlestücken stecken könnte. Dies alles wird erneut durch bildgewaltige Illustrationen begleitet, die düstere Dystopien und steampunkige Schauplätze vereinen. Dabei sind die Farben sehr gedeckt gehalten, was die dunkle Stimmung unterstreicht. Man verliert sich sehr schnell in einzelne Details, sodass man immer wieder Neues entdecken kann.

Kippas unschuldige Art, die Dinge zu sehen und sich loyal an Maika zu hängen, hellen die dunkle Welt deutlich auf und erzeugen ein Gefühl der Hoffnung, dass es noch genug Gutes in dieser grausamen Welt gibt, um diese Geschichte zu einem guten Ende zu führen.

Aber auch im zweiten Teil gibt es wieder unverhoffte Sprünge zwischen den einzelnen Szenen, und man muss hier und da bei den visuellen Darbietungen aufpassen, nicht kurzzeitig den Faden zu verlieren. Dennoch machen das Lesen und das Betrachten der Bilder eine Menge Spaß und lassen einen die Zeit vollkommen vergessen. Hier half mir an manchen Stellen nur noch ein Zurückblättern und erneutes Lesen, um der Story voll und ganz zu folgen und alle Informationen, wie versteckt sie auch sein mögen, wahrzunehmen.

Fazit: „Monstress 2: Das Blut“ ist eine gelungene Weiterführung von „Monstress 1: Das Erwachen“. Die Story geht nahtlos weiter und man erfährt viel Neues, das die Ereignisse aus Band 1 aufgreift und erklärt. So werden einige Fragen aus dem Auftaktband beantwortet, was allerdings neue Fragen aufwirft. Die Qualität der Illustrationen und der Story bleiben gleichbleibend hoch und man bekommt Lust, auch noch einmal in Band 1 reinzuschauen, um neue Details zu entdecken, die beim ersten Mal lesen eventuell übersehen wurden. „Monstress 2: Das Blut“ ist ein Muss für jeden, der sich im ersten Band in die Welt rund um Maika verliebt hat.

Monstress 2: Das Blut
Comic
Marjorie Liu, Sana Takeda
Cross Cult 2017
ISBN: 978-3-95981-061-6
144 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 15,00

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