Mirror Universe

Mit „Mirror Universe“ erhält man einen Blick auf die dunkle Seite des „Star Trek“-Universums, wo Intrigen, Verrat und Gefahren an allen Ecken lauern und das Gute niemals triumphiert. Dieses Quellenbuch stellt „Star Trek“, wie wir es kennen, auf eine völlig bizarre Weise auf den Kopf.

von Andreas Loos

Gut Ding will Weile haben, so sagt zumindest der Volksmund. Decipher hat sich allerdings mit der Veröffentlichung der bereits vor Jahren fertig gestellten Bücher für das „Star Trek“-Rollenspiel schwer getan. Gut zwei Jahre habe ich darauf gewartet, „Mirror Universe“ in Händen zu halten. Nun, in Händen halten kann ich Deciphers rollenspielerischen Ausflug in das dunkelste Paralleluniversum, das Star Trek zu bieten hat, immer noch nicht, denn es flimmert wie auch schon „Worlds“ zuvor lediglich als pdf-Datei über meinen Bildschirm. Ähnlich wie bei „Worlds“ hat Decipher entschieden, ein bereits zur Druckreife gelangtes Buch aus Kostengründen auf diese Weise zu veröffentlichen.

Im Gegensatz zu dem kurz vorher veröffentlichten „Worlds“ lassen sich hier die einzelnen Kapitel über Bookmarks ansteuern. Das ist schon mal gut. Doch das Buch ist auf den gut 160 Seiten inhaltlich so voll gepackt mit Informationen und Hintergrunddaten, dass man sehr leicht den Überblick verlieren kann, wenn man nach bestimmten Informationen sucht. Ein Index wäre hier sehr hilfreich gewesen.

Wie bei allen Büchern, die Decipher für das „Star Trek“-Rollenspiel herausgebracht hat, besticht auch dieses durch eine gelungene Aufmachung in einem farbigen Layout, gespickt mit Bildern aus den Serien und Filmen. Dabei hat man viele Aufnahmen etwas zerstückelt oder deren Rahmen asymmetrisch verzerrt, um den Eindruck zersplitterter Spiegel zu erwecken. Die Zeichnungen von einzelnen Ausrüstungsgegenständen und einiger Charakteren würde ich dagegen als nicht sehr gelungen bezeichnen.

Das größte Manko, das sich im Bezug auf das Layout präsentiert, ist die Tatsache, dass alle Kapitelanfänge, Sidebars und teilweise auch halbseitige Textpassagen weiß auf schwarz geschrieben sind. Da mag zwar schick aussehen, dürfte aber jedem, der das Buch zu Hause ausdrucken möchte, unter Garantie die Tränen in die Augen treiben. Außerdem wird jede Seite der pdf-Datei am unteren linken Rand mit der Bestellnummer und dem Namen des Käufers versehen, um Missbrauch und die unerlaubte Verbreitung über das Netz zu verhindern. Dies wirkt sich (natürlich) auf die Qualität des Ausdrucks ebenfalls etwas störend aus.

„Mirror Universe“ bietet einen einzigartigen, verdrehten und verzerrten, aber sehr detaillierten Blick auf die Antithese zum regulären „Star Trek“-Universum. Der Hintergrund des Mirror Universe setzt voraus, dass man sich mit den niedrigsten Beweggründen menschlichen Handelns beschäftigt. Dabei wird oft ein sarkastischer Ton angeschlagen, um das Gesagte herunterzuspielen, denn hier werden einem schließlich Dinge präsentiert, die an und für sich starker Tobak sind.

Gleich im ersten Kapitel wird dem geneigten Leser der Unterschied aufgezeigt und klar gestellt, dass im „Mirror Universe“ nur die Starken überleben und alles und jeder darauf erpicht ist, sich einen Vorteil zu verschaffen. Alles dreht sich um Machterhalt und Machterlangung; Freunde, Familie, Kollegen und selbst Feinde dienen nur dazu, einen selbst nach vorne zu bringen. Das Kapitel beleuchtet dabei verschiede Facetten, die sich aber schlussendlich um die grundlegende Idee drehen: Das Böse siegt im Mirror Universe immer. Dabei werden sozialdarwinistische Vorstellungen bis zum Erbrechen ausgelebt. Keine Tat ist verächtlich genug, wenn sie nur zum Ziel führt, und kein Einheimischer des Mirror Universe wird jemals etwas tun, das auch nur ansatzweise an eine selbstlose Tat erinnert. Hier wird für alles eine Gegenleistung erwartet.

Es gibt es nicht viele Rollenspiele, die so offen und ausführlich Gräueltaten wie Genozid als Nebensächlichkeiten beschreiben. Mancher könnte „Mirror Universe“ als Gewalt verherrlichend bezeichnen, es fällt mir aber persönlich schwer zu glauben, dass Spieler ernsthaft gewillt sind, in gemütlicher Runde Massenmorde, ethnische Säuberungen oder sexuelle Belästigung zu planen. Es darf nicht vergessen werden, dass es sich hier um die Antithese zum normalen „Star Trek“-Universum handelt. Das Mirror Universe ist so böse, damit sich die Spieler als die Guten aus dem regulären Universum noch heller von ihren ruchlosen Gegenstücken jenseits des Spiegels abheben können.

Im zweiten Kapitel werden die physikalischen Gegebenheiten des Spiegeluniversums und mögliche Reisemöglichkeiten zwischen den beiden Parallelwelten aufgezeigt. Man erfährt auch, wie man Reisende aus einem anderen Universum erkennen kann (mittels eines Scans der Quantensignatur).

In dem folgenden Kapitel über die Geschichte des Mirror Universe erfährt der Leser genaueres über die Geschichte dieses Universums, dessen Unterschiede sich schon in der frühen Steinzeit zeigen und sich immer weiter und ziemlich blutig durch die Erdgeschichte ziehen. So lassen die Autoren zum Beispiel das römische Imperium nicht einfach untergehen, sondern dieses besteht immer weiter fort und wandelt sich nur im Laufe der Zeit. Wichtige Persönlichkeiten der Geschichte, in der Regel solche, die einen verdient schlechten Ruf haben, bekommen auch hier ihren Platz. So werden sowohl Adolf Hitler als auch Pol Pot als Imperatoren erwähnt. Die Autoren drücken dem Mirror Universe natürlich auch eine verzerrte Version des „Star Trek“-Kanons auf. Diese Geschichte ist geschickt in das Umfeld des Mirror Universe eingebunden, alle wichtigen Wendepunkte des Kanons werden gekonnt uminterpretiert.

Das vierte Kapitel wirft einen ausführlichen Blick auf das Imperium, sein Regierungssystem und die Lebensumstände innerhalb der Gesellschaft. Das gesellschaftliche Bild und das Regierungssystem entsprechen in etwa einem dekadenten Römischen Reich, welches das historische Vorbild in Bezug auf Dekadenz um Längen übertrifft. Das Terranische Imperium praktiziert – natürlich – Sklaverei und alles, was damit zusammenhängt, wird hier mit viel Liebe zum Detail beschrieben. Daneben gibt es allerdings noch die gesichtslosen Massen, die bei einem der großen Konzerne arbeiten, von denen einige kurz beschrieben werden. Alles in allem haben sich die Autoren die Mühe gemacht, dem Leser einen totalitären Staat zu präsentieren, wie er schlechter nicht sein könnte.

Das gesamte Spektrum negativer Ansichten, wie zum Beispiel Rassenhass und Genozid werden hier genauso abgedeckt, wie ein Kapitel über Sex im Mirror Universe. In diesem Zusammenhang wird vor allem die wechselseitige Beziehung von Sex und Macht herausgestellt, in einer Art, die man in anderen Rollenspielen vergeblich sucht. Sexuelle Belästigung gehört im Mirror Universe zum guten Ton und es wird von jedem praktisch erwartet, Machtpositionen auf diese Weise auszunutzen, denn schließlich sollen die Männer die Frauen beherrschen. Dass Frauen über Sex auch Männer kontrollieren können, bleibt natürlich nicht unerwähnt.

Natürlich darf ein umfassendes Kapitel über den starken Arm des Terranischen Imperiums, die Imperiale Sternenflotte, nicht fehlen. Hier finden sich Informationen über die Organisation der Sternenflotte und eine Aufstellung der Aufgaben an Bord eines Schiffes, etwa des Schiffarztes, von dessen Besuch dringendst abzuraten ist, da er Patienten eh nur als Versuchskaninchen benutzt, oder dem Kommunikationsoffizier, dessen Position sich hervorragend dazu eignet, Informationen für spätere Erpressungen oder Denunziationen zu sammeln. Besondere Aufmerksamkeit erfährt eine Position, die es im regulären „Star Trek“-Universum nicht gibt und auch im Mirror Universe nur inoffiziell existiert: Gefährte des Captains. Die Gefährten sind eigentlich Geliebte, sie erhalten durch den Offizier, der sie als männliche oder weibliche Mätresse ausgesucht hat, Vergünstigungen und können ihren Liebhaber auch manchmal beeinflussen, jedoch ist auch diese Position – wie alles im Mirror Universe – ein zweischneidiges Schwert, da sich die Geliebten den Launen des Offiziers aussetzten und sehr leicht „abserviert“ werden können.

Die Oberste Direktive der Imperialen Sternenflotte findet sich in einem Unterkapitel und zeigt einmal mehr, wie das Mirror Universe zu verstehen ist: Terror muss aufrechterhalten werden. Außerdem finden sich hier die Ausrüstungsgegenstände, die notwendig sind, um die Disziplin an Bord eines Schiffes wie der ISS Enterprise aufrecht zu erhalten. Die Schmerzzelle und der persönliche Agonizer seien da nur als Beispiele genannt.

Das sechste Kapitel befasst sich mit einer Institution, ohne die kein totalitärer Staat auskommt: dem Imperialen Geheimdienst. Wie schon im Kapitel über die Imperiale Sternenflotte werden auch hier erst die Organisation und die einzelnen Aufgabenbereiche abgesteckt. Während man so Allgemeines über die Aufgaben des Sicherheitsdienstes und seiner Agenten erfährt, wird schnell klar gemacht, dass es sich hier um eine Organisation handelt, die die finstersten Beispiele der realen Erdgeschichte harmlos erscheinen lassen. Abgerundet wird das Kapitel noch durch einige Gegenstände, die der Imperiale Sicherheitsdienst regelmäßig einsetzt. Diese schließen zum Teil Biowaffen, Folterinstrumente und Wunderdrogen mit ein.

Das folgende Kapitel befasst sich mit einigen ausgesuchten Welten des Imperiums, darunter Vulkan, Andoria oder Alpha Centauri. Dabei hat man sich auf geschichtliche Aspekte beschränkt, da die anderen Aspekte wie Geografie und andere relevante Daten der Planeten bereits in „Worlds“ abgedeckt wurden.

Im achten Kapitel werden einige Feinde des Imperiums hervorgehoben. Hauptsächlich werden hier die Klingonen, Cardassianer und Romulaner als die üblichen Verdächtigen ins Rampenlicht gestellt. Im Vergleich zum Terranischen Imperium kommen diese auch nicht besser weg. Die Romulaner betreiben Genozid als eine Art Volkssport, die Cardassianer und Klingonen sind nur daran interessiert, sich am Imperium zu rächen und ihren Einflussbereich zu vergrößern. In dem Kapitel werden zudem noch einige kulturelle Unterschiede und abweichende Weltanschauungen der Rassen angerissen.

Das neunte Kapitel befasst sich sehr detailliert mit den Ereignissen, welche zum Untergang des Terranischen Imperiums führen. Der Untergang wird vor allem durch die Reformen von Spocks Alter Ego durchgeführt. Wieder werden Ereignisse aus dem „Star Trek“-Kanon, hauptsächlich solche, die in den Kinofilmen vorkommen, herangezogen, um auf der einen Seite Ähnlichkeiten zu produzieren und auf der anderen Seite zu zeigen, dass die gleichen Begebenheiten, wie zum Beispiel das Erscheinen von V’GER, im Mirror Universe völlig andere Konsequenzen nach sich ziehen. In jedem Fall ist die Geschichte von Spocks versuchten Reformen und seinem Scheitern durchaus gelungen und größtenteils sogar plausibel.

Das nächste Kapitel befasst sich mit der Geschichte der Allianz zwischen Klingonen und Cardassianern sowie deren Regierungssystem und Aufbau. Dem Leser wird schnell klar, dass hier lediglich die Rollen vertauscht werden, das dahinter stehende Prinzip bleibt natürlich aufrechterhalten. Einzelne Geschehnisse des Kanons werden auch hier wieder verarbeitet. So findet zum Beispiel diesmal der klingonische Bürgerkrieg unter etwas anderen Vorzeichen statt.

Wie schon im Kapitel über das Terranische Imperium werden auch hier Lebensbedingungen und gesellschaftliche Verhältnisse ausführlich beschrieben, im Großen und Ganzen beschränkt man sich allerdings auf die politischen und sozialen Verhältnisse der einzelnen Bevölkerungsgruppen. Insgesamt fällt das Kapitel über die Allianz deutlich kürzer aus als das über das Terranischen Imperium, ist aber dafür mit Informationen praktisch zugepflastert.

Auf dieses Kapitel folgt ein kurzer Einblick auf einige Welten der Allianz. Hauptsächlich werden die Welten der Cardassianer, Klingonen und Bajoraner unter die Lupe genommen. Aber auch ein Blick auf die besiegte Erde und deren grauenhafte Verfassung wird uns nicht vorenthalten. Außerdem werden einige Spezies beleuchtet, die im Mirror Universe bisher noch keinen Einzug erhalten haben: die Borg und das Dominion. Zu beiden lässt sich eigentlich wenig sagen, außer dass die klassischen Bösewichte von DS9, TNG und Voyager hier nur einen Tick gemeiner, gefährlicher und böser sind als die Versionen des Originalkanons.

Im 12. Kapitel folgt dann die im Mirror Universe unvermeidliche terranische Rebellion. Weitestgehend werden in diesem Kapitel die einzelnen Begegnungen der DS9-Crew aus dem Föderationsuniversum mit ihren entsprechenden Gegenstücken aus dem Mirror Universe aufgezählt und etwas ausgeschmückt. Die Mitglieder der Next Generation und Voyager finden sich größtenteils auch hier wieder. Meistens führen diese dann ein Leben als Rebellen, in der Hoffnung, nach dem Sieg über die Allianz die Macht zu übernehmen und das Terranische Imperium wiedererstehen zu lassen. Wie schon die Allianz und das Terranische Imperium so erhält auch die Rebellion eine Abhandlung ihres Aufbaus und die einzelnen Fraktionen innerhalb der Rebellion werden erläutert. Die Geschichte der Rebellion endet mit den Ereignissen letzen DS9-Folge, die sich mit dem Mirror Universe befasst (Worf der Regent der Allianz wird von den Rebellen gefangen genommen). Danach ist der Spielleiter auf sich gestellt. Das Buch bietet für den weiteren Verlauf der Rebellion einige Ideen und Anregungen, lässt aber im Übrigen alles offen.

Die Kapitel 13 und 14 befassen sich mit dem Regelwerk und der Charaktererschaffung beziehungsweise -konvertierung. Dabei ist man dem Schema aus dem „Player‘s Handbook“ treu geblieben. Die Rassen, die man im Mirror Universe spielen kann, werden auch in den Spielwerten dem verzerrten Universum angepasst. Die Regeln werden lediglich angepasst und erhalten zum Teil nur andere Bezeichnungen. So erhält ein Mirror Universe ein Charakter keine Courage Points um seine Würfelergebnisse zu verbessern, sondern Brutality Points, die allerdings den gleichen Zweck erfüllen und auch sonst genauso gehandhabt werden. Verschiedene Vor- und Nachteile sowie Fertigkeiten werden in ihrer Bedeutung abgeändert respektive neu eingeführt. Ein Charakter aus dem normalen „Star Trek“-Universe, besonders einer mit Sternenflotten-Hintergrund, hat nun mal selten Gelegenheit, professionelle Verhörmethoden zu erlernen, deren Basis Folter und andere Nettigkeiten sind, genauso wenig, wie er in der Lage ist, Indoktrinationstechniken zu erlernen. Solche Charaktere haben normalerweise auch keine Gefolgsleute, die für sie die Drecksarbeit erledigen. Im Mirror Universe kann man solche aber gut gebrauchen. Insgesamt haben die Änderungen aber nur kosmetischen Charakter. Als Nachteil wird zum Beispiel Mitleid gerechnet, da dieses als eine der größten Schwächen im Mirror Universe gilt.

Ein ziemlich großes Kapitel ist dem Spielleiter gewidmet, der hier einige Tipps bekommt, wie man einzelne Szenarien oder eine ganze Kampagne im Mirror Universe organisieren kann. Dies reicht von der Einführung regulärer Charaktere aus dem normalen „Star Trek“-Universum bis hin zu Kampagnen, die ausschließlich im Mirror Universe spielen. Letzteren wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt, denn diese gestalten sich mit Sicherheit schwierig, verlangt doch der Hintergrund, dass die Spieler auch gegeneinander Intrigen spinnen und sich das Leben schwer machen. Kampagnen im Mirror Universe sind nach Ansicht der Autoren stärker von den persönlichen Motivationen der Spieler abhängig als von Abenteuern. In diesem Kontext wird der Spielleiter zum Moderator, der nur einige Ansätze vorgibt und dann schaut, wie sich die Dinge entwickeln.

Schlussendlich werden noch einige Mysterien des Mirror Universe aufgezeigt, wo sich zum Beispiel Spocks Gegenstück im Mirror Universe aufhalten könnte oder ob es einen Mirror-Data gibt. Die Antworten auf diese Rätsel werden dergestalt gegeben, dass sich der Spielleiter eine Antwort aus mehreren Möglichkeiten heraussuchen kann. Darunter sind einige sehr interessante Ideen und manche der möglichen Antworten sind so gut, dass ich am liebsten gleich zwei Antworten für das gleiche Mysterium nehmen möchte.

Übrigens, wer darauf hofft, in „Mirror Universe“ Informationen über Paramounts jüngste „Star Trek“-Inkarnation, die Serie „Enterprise“, zu erfahren, wird hier enttäuscht. Das Buch wurde lange vor den Folgen der vierten Staffel fertig gestellt und das Buch erwähnt Archer und Konsorten mit keinem Wort.

Fazit: Mit „Mirror Universe“ erhält man einen Blick auf die dunkle Seite des „Star Trek“-Universum, wo Intrigen, Verrat und Gefahren an allen Ecken lauern und das Gute niemals triumphiert. Dieses Quellenbuch stellt „Star Trek“, wie wir es kennen, auf bizarre Weise auf den Kopf. Den Autoren ist es gelungen, das bekannte „Star Trek“-Universum und den darin enthaltenen Kanon in „Mirror Universe“ so zu verzerren, dass etwas völlig anderes mit bekannten Elementen am Ende entsteht.

Als Quellenband ist das Buch solide gemacht und, soweit ich das beurteilen kann, auch sehr gut recherchiert. Störend wirkt sich vor allem das Fehlen eines Stichwortverzeichnisses aus. Dennoch wäre es meiner Ansicht nach in jedem Falle besser gewesen, wenn Decipher sich entschieden hätte, „Mirror Universe“ als Buch zu veröffentlichen, anstatt lediglich als pdf- Datei, denn das Layout kann man, wegen vieler schwarzer Flächen, nicht gerade als druckerfreundlich bezeichnen und nicht jeder Spielleiter liest und arbeitet gerne am Computer.

Der Preis für das pdf-Buch ist, gemessen an der Gegenleistung, durchaus vertretbar und fällt im Vergleich zu den gedruckten Büchern gleichen Umfangs ungefähr 10 $ niedriger aus.

Für alt gediente „Star Trek“-Fans hat der gute Spock abschließend seinen Kommentar hinzuzufügen, der dieses wirklich gelungene Werk auf den Punkt bringt und diesem auch als Vorwort dient: „Ich hatte Gelegenheit zur Beobachtung Ihrer Doppelgänger aus nächster Nähe: Sie waren brutal, grausam, gewissenlos, hinterhältig, unzivilisiert… Ich fand sie überaus erfrischend.“ (Spock zu McCoy und Kirk in „Mirror Mirror“)


Mirror Universe
Quellenbuch
Mathew Colville, Kenneth Hite, Steve S. Long u. a.
Decipher 2005
ISBN: 1-58236-908-9
160 S., pdf-Datei, englisch
Preis: $ 19.95