Hörspiele - Science-Fiction

Wer den Titel „Blade Runner“ hört, denkt an Harrison Ford, der mit verkniffenem Gesicht über einer abgrundtiefen Straßenschlucht vom Stahlträger eines Hochhauses hängt. Es war der Film von Ridley Scott, der 1984 dieses ikonische Bild schuf und damit seinen Namen mit dem Science-Fiction-Stoff „Blade Runner“ untrennbar verknüpfte. Selbst der ursprüngliche Roman von Philip K. Dick, mit dem eher sperrigen Titel „Do Androids Dream of Electric Sheep?“ musste dahinter zurücktreten. Entsprechend verwundert es kaum, dass sich der Hörverlag der mächtigen Wirkung der Bilder bediente, um seine Hörspielfassung der Geschichte auf CD zu vermarkten.

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Eigentlich darf das hier nicht funktionieren. Frank Schätzings Öko-Thriller, ewigst lang Bestseller auf allen möglichen, gleichnamigen Listen und zur besonderen Empfehlung in Schaufenstern von Buchhandlungen bundesweit präsentiert, ist mit seinen etwa 1000 Seiten Umfang alles andere als leicht zu kürzende Literatur. Eine Hörbuchadaption dieses Werkes müsste demnach schon allein aus Platzgründen zum Scheitern verurteilt sein. Müsste, wohlgemerkt. Denn die von Schätzing selbst verfasste Übertragung seines Romanstoffes in dieses andere Medium funktioniert – trotz einiger kleinerer Abstriche – überraschend gut und schafft das, was auch der Roman überzeugend zu leisten im Stande war: bestens zu unterhalten.

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„Niemand hätte in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts daran gedacht, dass unsere Welt beobachtet würde; dass andere intelligente Wesen, größer als die menschlichen und doch ebenso sterblich, uns bei unserem täglichen Tun fast ebenso intensiv belauschen und erforschen könnten, wie jemand mit dem Mikroskop jene kurzlebigen Lebewesen erforscht, die in einem Wassertropfen ihr Wesen treiben und sich darin vermehren. Mit einem unendlichen Behagen schlenderte die Menschheit mit ihren kleinen Sorgen kreuz und quer auf dem Erdball umher, in gelassenem Vertrauen auf ihre Herrschaft über die Materie. [...] Aber jenseits des gähnend leeren Weltraums blickten Geister, uns so überlegen wie wir den Tieren, ungeheure, kalte und unheimliche Geister, mit neidischen Augen auf unsere Erde. Bedächtig und sicher schmiedeten sie ihre Pläne gegen uns.“

 

„H. G. Wells – Der Krieg der Welten“

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Tad Williams ist ein außergewöhnlicher Schriftsteller. Mit ungeheurer Detailfreude und einem bereits ans verschwenderisch Weitläufige grenzenden Erzählstil beschwört er seine Welten herauf; Welten, die so dicht und plastisch vor dem inneren Augen des Lesers entstehen, dass man in ihnen völlig versinken kann. Auf diese Weise entstehen Mamutwerke, wie die über 3500 Seiten starke Otherland-Tetralogie, ein wildes Virtual-Reality-Märchen der nächsten Generation, das sich hemmungslos aus der Weltliteratur bedient und trotzdem ungeschoren damit davonzukommen weiß. Der Hessische Rundfunkt und der Hörverlag haben sich der unglaublichen Herausforderung gestellt, dieses Digital-Epos zu vertonen.

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