Comics - Horror/Mystery

Wenn man die ersten Seiten des dritten Bandes aus Frank Millers Hardboiled-Zyklus „Sin City“ aufschlägt, denkt man weniger als bei den ersten beiden Teilen an das raffinierte Spiel mit Noir-Referenzen oder an die geschickte Kombination aus Darstellungsformen japanischer Mangas und westlicher Comic-Mythologie. Vielmehr stellt sich das gleiche Gefühl von Vertrautheit ein, wie man es von der Rückkehr in bekannte Comic-Universen wie das Gotham City Batmans oder das detailverliebte New York der Marvel-Helden her kennt.

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Neben dem einzelgängerischen Privatdetektiv, dessen Rolle in „Sin City“ weitgehend Schläger, desillusionierte Polizisten und Auftragskiller übernommen haben, zählt die Femme Fatale zu den Standardfiguren des Film Noir, beispielhaft vertreten von Barbara Stanwyck in Billy Wilders „Double Indemnity“ / „Frau ohne Gewissen“ (USA 1944) oder Ava Gardner in Robert Siodmaks „The Killers“ / „Rächer der Unterwelt“ (USA 1946). Letztere diente als Vorbild für die titelgebende Figur im zweiten Band von Frank Millers Noir-Comic-Zyklus.

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Der Einfluss des Autoren und Zeichners Frank Miller bestimmt die neue Welle der ambivalenten und ambitionierten Comicverfilmungen seit den ersten beiden „Batman“-Filmen (USA 1989/1992) von Tim Burton. Die Leinwand-Adaptionen des blinden „Daredevil“ (USA 2003) und der von Miller erdachten Assassine „Elektra“ (USA 2005) beziehen sich unmittelbar auf die von ihm im Lauf der Achtziger und Neunziger Jahre verfassten Marvel-Comics. Auch Christopher Nolan bediente sich für den aktuellen Film „Batman Begins“ (USA 2005) ausgiebig bei Millers zwanzig Jahre zuvor erschienenem Comicroman „Batman: Year One“, in dem ein junger Bruce Wayne in den von Verbrechen und Verfall gezeichneten Straßen von Gotham City erstmals als maskierter Rächer aktiv wird.

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