Brettspielnews KW06/2020

Das Programm von Huch!

von Kai Melhorn

Anfang des Jahres ist die Spielwarenmesse in Nürnberg. Diese gibt den Startschuss für die Ankündigungen der neuen Highlights der Spieleindustrie. Da viele Verlage diese Gelegenheit natürlich nutzen, um erste Eindrücke für ihre Spiele zu vermitteln, gibt es Einiges zu berichten. Mit einem Überblick auf aktuelle und schon etwas ältere Ankündigungen von Pegasus wurde die Messlatte für 2020 direkt sehr hoch gelegt. Aber auch bei anderen Verlagen tun sich einige Dinge, und auf die Neuigkeiten von „Huch!“ will ich heute etwas näher eingehen.

„Dreamscape“ kam 2019 auf Englisch heraus und wird nun lokalisiert. Tatsächlich wäre das gar nicht unbedingt notwendig, da das Material komplett sprachneutral zu sein scheint, wenn man von einigen Namen absieht. Beschreibung vom Verlag: „Willkommen im Land der Träume, wo sich die Welt im ständigen Wandel befindet, während die Spieler versuchen, ihrer Umgebung eine Form zu geben. In „Dreamscape“ müssen die Spieler Traumsplitter einsammeln und daraus Landschaften erschaffen, durch die sie wandeln können. Nur durch ständige Optimierung, räumliches Denken und Einfallsreichtum kann die erfolgreiche Nachtruhe bewahrt werden.“ – Mit Bewegungen durch die Traumwelt werden Scheiben (Traumsplitter) eingesammelt, die auf dem eigenen Feld zu einer Traumlandschaft zusammengebaut werden. Dabei plant man sein Züge und den Aufbau seiner Landschaft nach geheimen Zielkarten und weiteren, konkurrierenden Kriterien, sodass ein anspruchsvolles Puzzle entsteht. Das Thema Traum, das ja durchaus dazu einlädt, insbesondere die dunkle Seite der Träume darzustellen, wird hier durch sehr friedliche und schöne Illustrationen realisiert. Die Pastelltöne sowie die abstrusen Gegenstände und Lebewesen vermitteln die Stimmung eines Halbschlafs an einem sonnigen Sonntagmorgen.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt offensichtlich die „Psychatrie des Schreckens“, ebenfalls im Original 2019 erschienen und nun bald auf Deutsch zu haben. Beschreibung vom Verlag: „Das Escape-Game erzählt die packende Geschichte einer Nacht in der psychiatrischen Klinik von North Oaks. Die Spieler erleben aus Sicht von 5 verschiedenen Charakteren in 5 separaten Handlungssträngen die Flucht aus dem düsteren Gemäuer. Dabei decken sie in diversen Rätseln immer mehr von den seltsamen Vorgängen auf, die sich im Institut des Dr. Dark abspielen. Die gesamte Handlung erstreckt sich über 2 Boxen mit je 5 Stunden Spielzeit.“ – Als weiterer Vertreter des Genres der Escape-Spiele dürfen wieder Rätsel gelöst werden, aber über die Art und Qualität der Puzzles konnte ich bislang noch nicht viel herausfinden. Dem düsteren Titel des Spiels wird das Material zunächst nicht gerecht, es wirkt ein wenig steril und zweckmäßig. Ich werde wohl auf weitere Infos warten müssen, habe aber keine Zweifel daran, dass auf den eng mit Text bedruckten Karten ein stimmungsvoller Thriller auf uns warten könnte.

„Detective Club“ habe ich schon versucht zu bekommen, aber bisher konnte ich dieses Deduktionsspiel für größere Runden bis 8 Spieler ab 8 Jahre aus 2018 leider nicht in die Hände bekommen. „Obscurio“, das letztes Jahr bei Asmodee erschien, konnte die gefühlte Lücke beinahe schließen, aber obwohl beide Spiele mit Bildkarten agieren, verfolgen sie doch ein ganz anderes Konzept. Daher bin ich doch sehr gespannt darauf und freue mich auf die Lokalisierung. Beschreibung vom Verlag: „Bei „Detective Club“ kommt es darauf an, mit viel Kommunikation, Interaktion und vielen surrealen Kartenmotiven den Verschwörer unter den Spielern ausfindig zu machen. In jeder Runde schreibt ein Spieler geheim ein Wort auf die Blöcke aller Spieler – bis auf einen. Der Spieler, der das Wort nicht kennt, ist der Verschwörer für diese Runde. Alle Spieler spielen nun reihum Bildkarten aus, die ihrer Meinung nach gut zu dem gewählten Wort passen. Der Verschwörer muss gut aufpassen und schnell Schlüsse ziehen. Warum legen die anderen genau diese Karten aus? Was könnte das geheime Codewort sein? Niemand darf merken, dass er keine Ahnung hat … Wenn das Wort am Ende der Runde bekanntgegeben wird, erklärt jeder Spieler, warum seine gespielten Karten zu dem Wort passen. Der Verschwörer muss nun schnell mit einer guten Erklärung für seine Karten aufwarten, um nicht entlarvt zu werden.“

Zu guter Letzt gab es noch die Ankündigung zu „Rajas of the Ganges – Roll and Write“, zu dem aktuell aber leider noch keine weiteren Infos zu finden sind. Laut der Abbildung des Covers sind Inka und Markus Brand wieder die Autoren und „Der Kartograph“ (letztes Jahr bei Pegasus erschienen) hat gezeigt, dass Roll-und-Write-Spiele immer noch Innovationen bereithalten können. Mal sehen, ob wir auch dieses Mal nicht enttäuscht werden.