Thay

Thay ist eine der acht Städte auf Hârn, die es wert sind, Stadt genannt zu werden. In der vorliegenden Loseblattsammlung wird die Stadt mit all ihren Eigenheiten beschrieben.

von Morgath

 

Als Balscha der Prophet vor knapp 160 Jahren hingerichtet wurde und seine Anhänger den Dschihad ausriefen, änderte sich die politische Landkarte der Insel Hârn grundlegend. Eine Stadt nach der anderen fiel dem Götterstaat in die Hände. Die freie Stadt Aleath, die an der Westküste von Hârn lag, leistete zwar erbitterten Widerstand, doch war es absehbar, dass auch ihre Mauern fallen würden. In diesem Moment rüsteten die Stadtbewohner unter der Leitung von Genin, einem mysteriösen Zauberer, und zwei Brüdern aus dem Clan Melesen fünfzig Schiffe aus. Mit diesen durchbrachen sie die Schiffsblockade und versuchten neue Gestade zu erreichen, wo sie „Neu-Aleath“ gründen wollten.

Die Seereise, die unter dem Namen „Aleathische Odysee“ bekannt wurde, nahm ein gutes Ende. Obwohl zahlreiche Schiffe den Stürmen zu Opfer fielen oder anderweitig verloren gingen, erreichen einige Schiffe die Ostküste von Hârn und gründeten einen neue Siedlung an der Flussmündung des Horka. Aus der Siedlung wurde im Lauf der nächsten Jahrzehnten eine Stadt, das heutige Thay. Die Stadt wurde vom Königreich Melderyn annektiert, doch erhielt sie dafür ungewöhnlich großzügige Freiheitsrechte und ist von wenigen Ausnahmen die unabhängigste aller hârnischen Städte. Heute umfasst Thay über 4000 Bewohner, ist eine feste wirtschaftliche Größe im Westen Hârns und bekannt für ihre Kunst und Handwerk.

Thay wird auf insgesamt 20 Seiten beschreiben. Wie bei Produkten für „HârnMaster“/„HârnWorld“ üblich handelt es sich dabei um eine Loseblattsammlung, die in den Ordner des entsprechenden Königreichs (hier Melderyn) eingeheftet werden kann. Die 20 Seiten sind farbig, was besonders bei dem Stadtplan und dem einem Bild von der Stadt hervorragend zur Geltung kommt. Zunächst wird die Geschichte, die wirtschaftliche Situation und der in der Stadt verbreitete Glaube abgehandelt. Anschließend werden die Stadtbezirke mit einzelnen Geschäften, Händlern und Handwerkern dargestellt. Zum Schluss werden die Kathedrale der Kriegsgöttin Larani und die Ruinen eines alten Tempels der gütigen Göttin Peoni beschrieben. Ausführliche Pläne runden die Darstellung ab.

Insgesamt handelt es sich bei Thay um eine geglückte Stadtbeschreibung, mit ausreichend Informationen, um die Stadt mit seinen Bewohnern zum Leben erwecken zu können. Für meinen Teil hätte ich mir manchmal eine ausführlichere Darstellung der ein oder anderen Einrichtung gewünscht, insbesondere eine Darstellung der politischen Situation mit ihren Brennpunkten, doch scheint dies weiteren Publikationen vorbehalten zu sein. In der letzten „HârnQuest“ fand sich beispielsweise ein schöner Artikel über das Münzwesen, welcher dank des Loseblattsystems problemlos in den „Thay“-Artikel eingeordnet werden kann.

Fazit: „Thay“ ist eine schöne Stadtbeschreibung, die eine lebendige, mittelalterliche Stadt mit ihrer Geschichte, ihren Bewohnern und ihren Sehenswürdigkeiten darstellt. Das Rad wird hierbei nicht neu erfunden, doch erhält der Käufer genügend Gegenwert für seinen Obolus. 


Thay
Stadtbeschreibung zu „HârnMaster“
Robin Crossby, Tim Dalgliesh, Edwin King
Columbia Games 2013
ISBN: n.a.
Loseblattsammlung, 20 Seiten, englisch
Preis: $ 15,98

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