Tarean 3 – Ritter des Ersten Lichts

Die Trilogie um den Jungen Tarean und seine Gefährten kommt in „Ritter des ersten Lichts“ zu ihrem Ende. Aber bevor Tarean ein Ritter des Kristalldrachenordens werden kann, wie es einst sein Vater war, erwarten ihn noch größere, unglaublichere Abenteuer und Gefahren als die, denen er bisher begegnet ist …

von Andreas Loos

Da sind wir wieder im fantastischen Land Endar, der Heimat Tareans und seiner Gefährten. Alle diejenigen, die die ersten beiden Bände nicht gelesen haben, sollten jetzt aufhören, diese Rezension zu lesen, denn es gibt jetzt ein paar kleine Spoiler zum zweiten Band.

Tarean hat zu Beginn der Handlung einen schweren Gang vor sich, indem er ein Versprechen einlöst, das er am Ende des zweiten Bandes gegeben hatte. Er bringt das Irrlicht Moosbeere, den heimlichen Star der Reihe, nach Hause in den verwunschenen Wald, nachdem diese im letzten Band sich für die Befreiung der Kristalldrachen aus der Gewalt des Herrn der Tiefe geopfert hatte. Wer den Autor kennt, weiß um dessen Affinität zum Kino, besonders aber zu „Star Trek“ und „Star Wars“ – der vorangegangene Band lief unter dem Motto „Calvas (der böse Hexer aus Band 1) schlägt zurück“, und diesmal erwartet den Leser zunächst eine einzigartige Mischung aus Elementen von „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ und „Star Trek III – Auf der Suche nach Mister Spock“, um die offensichtlichsten Anleihen aus dem cineastischen Bereich zu nennen, mit denen der Autor seine Bücher gerne spickt und so seinen eigenen Stil prägt. Außerdem versteckt sich ein kleines Quäntchen Poesie in der Handlung, die auch in „Star Trek V“ zum Tragen kommt.

Wirkte der erste Band noch in sich geschlossen, was, soweit ich weiß, daran liegt, dass ursprünglich nur ein Roman geplant war, so hatte der Autor im zweiten Band einige Handlungsstränge auf den Weg gebracht, die er im dritten Band weiter verfolgen kann. Das wäre zum Beispiel neben dem Unterfangen, Moosbeere nach Hause zu bringen, die versprochene Suche nach einem dunklen Zwilling des Werbären Bromm, der möglicherweise durch die Magie der Stadt Gongathar entstanden ist.

Eine unheimliche Stimmung, die Anleihen an H. P. Lovecraft nimmt, kommt dann auch im Bezug auf die uralte Stadt Gongathar auf, die Tarean und seine Gefährten bereits im letzten Band bereisen mussten. Das namenlose Grauen, das sich hier verbirgt, und die Gefahr, die von diesem ausgeht, sind der Stoff, aus dem Albträume und ganz nebenbei einer der Hauptplots gemacht werden. Einige kleine Versatzstücke aus Filmen wie „Die Nacht der lebenden Toten“ macht das Grauen komplett. Dieser Plot konkurriert und komplettiert sich mit dem zweiten Haupthandlungsstrang, der sich der Suche nach den letzten verbliebenen Kristalldrachenrittern widmet. Nur mit ihrer Hilfe scheint es, können Tarean und seine Gefährten das Grauen besiegen und den Orden der Kristalldrachenritter neu begründen.

Folgte der Autor bisher fast immer nur den Spuren Tareans, so beschreitet er diesmal einen anderen Weg. Um effektiver die einzelnen Ritter aufzuspüren, teilt sich die Gruppe auf, und der Leser bekommt die Gelegenheit, ein paar weitere eigentümliche Personen kennenzulernen. Der hoffnungsvolle Nachwuchs muss auf seiner Suche feststellen, dass die Zeit nicht spurlos an den alten Kämpen des Ordens vorübergegangen ist. Ein Handlungsstrang über den hundeartigen General Jaular hält den Leser indessen über die Ereignisse an der Front in Gongathar auf dem Laufenden.

Introspektive Momente, an dem der Leser teilhaben kann, sind etwas liberaler verteilt, anstatt sich fast nur auf Tarean zu beschränken. Die anderen Protagonisten erhalten mindestens kurze Schlaglichter, die einzelne innere Konflikte in den Fokus rücken. Durch die Variationen in den Blickwinkeln der einzelnen Personen gewinnt der Leser, anders als in den ersten beiden Bänden, einen kleinen Wissensvorsprung.

Das Ende war für mich mit einigen Überraschungen gespickt, obwohl am Ende ein Happy End schon fast zwangsläufig stehen muss. Dieses Happy End erschien mir fast schon ein wenig zu viel des Guten, aber das muss jeder für sich entscheiden.

Fazit: Bernd Perplies hat es geschafft, sich noch einmal enorm zu steigern. Ich musste höllisch aufpassen, dass ich das Buch nicht in einem Rutsch durchgelesen habe. Zuletzt konnte ich es allerdings nicht mehr aus den Händen legen. Ein größeres Kompliment kann ich keinem Autor geben. Der dritte Band ist in meinen Augen der Beste. Der Autor hat seinen eigenen Stil gefestigt und eine dynamische Geschichte vor dem geistigen Auge des Lesers in Szene gesetzt, die ich als sehr fesselnd empfand.


Tarean 3 – Ritter des Ersten Lichts
Fantasy-Roman
Bernd Perplies
Egmont-Lyx 2009
ISBN: 978-3802582462
512 S., Paperback, deutsch
Preis: EUR 12,95

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