Star Wars – The Clone Wars 8: Die Kanonen von Nar Hekka

Die Klonkriege nähern sich langsam dem Ende. In den USA wurde bekanntgegeben, dass nach der fünften Staffel der Animationsserie „Star Wars – The Clone Wars“ Schluss sein soll. In Deutschland scheint das „Star Wars“-Subfranchise – so kann man es wirklich schon nennen – nach wie vor eine Goldgrube zu sein, die im Comic-Bereich Panini Comics zu wahren Höhenflügen verhilft (unlängst war zu lesen, „Star Wars“ sei als Comic-Marke bei den Kids beliebter als „Micky Maus“). Mit „Die Kanonen von Nar Hekka“ liegt der achte Sammelband mit Stories zur TV-Serie vor.

von Frank Stein

Der achte Sammelband geht etwas andere Wege als seine Vorgänger. Statt einer einzelnen Geschichte bietet er auf hundert Seiten gleich elf Kurzgeschichten, die quasi anekdotische Begebenheiten aus der Zeiten zwischen „Episode II“ und „Episode III“ erzählen. Die Stories stammen ursprünglich aus dem britischen „The Clone Wars Magazine“ und wurden alle auch schon in dem deutschen Ableger gebracht – überwiegend in den Ausgaben von Mai bis Dezember 2010. Hier nun sind sie erstmals versammelt, was vor allem für die „Star Wars“-Fans interessant ist, die das Magazin nicht abonniert haben.

Ihrer Quelle in einem Magazin für Kinder entsprechend, kommen die Geschichten größtenteils kurz, schnell und ohne viel Tiefgang daher. Mal muss sich Anakins Padawan Ahsoka behaupten, mal gilt es, Padmé aus der Hand von Entführern zu retten. Obi-Wan hat Ärger in einer Droidenfabrik der Republik, Anakin und Ahsoka lernen ungewöhnliche Verbündete auf einem Sumpfplaneten kennen und zwischendurch geben sich auch Yoda, Mace Windu und Kit Fisto die Ehre.

Das ist ein buntes Potpourri der Ereignisse, das sich durchaus kurzweilig lesen lässt und stellenweise sogar recht originell ist. So konfrontierte die Story „Das einzig gute Klappergestell“ von Robin Etherington Obi-Wan und seine Klonsoldaten überraschend mit einem Kampfdroiden, der entgegen seiner Programmierung allen in Not zu helfen versucht (wobei sich das Ganze am Ende als perfider Testlauf einer auf „Episode III“ vorverweisenden Intrige entpuppt). Und in der Titelgeschichte vom gleichen Autor weist Yoda einen Hutten mit typischem Charme in seine Schranken.

Visuell herrschen trotz der Geschichtenvielfalt drei Stile vor. Der Pinselstrich von Tanya Roberts, welche die ersten Stories bebildert hat, ist sehr schlicht und trägt Einflüsse von Mangas in sich, was mir im Zusammenhang mit „Star Wars“ nicht so recht gefallen will. Wäre der ganze Sammelband in diesem Stil gewesen, hätte das eine gewisse Enttäuschung dargestellt. Doch ab etwa der Hälfte übernimmt Andres Ponce und die letzte Story wurde von Will Sliney illustriert, die beide solide „Star Wars“-Qualität abliefern; nichts Weltbewegendes, aber man schaut sich die Seiten an, ohne ständig die Stirn zu runzeln.

Fazit: Obwohl die elf Geschichten kaum 5-Minuten-Pause-Länge haben, macht der achte Sammelband durch seine Vielfalt schon Spaß. Natürlich geht den Stories jeder Tiefgang ab, aber man kann sie gut zwischendurch lesen. Komplettisten erfreut dabei vor allem, dass hier die Comics des britischen (bzw. deutschen) „The Clone Wars Magazine“ erstmals gesammelt und außerhalb eines Magazinformats vorliegen. Das verleiht dem Comic-Band einen gewissen Sammler-Bonus.


Star Wars – The Clone Wars 8: Die Kanonen von Nar Hekka
Comic
Rik Hoskin, Robin Etherington, Tom DeFalco
Panini Comics 2013
ISBN: 978-3-86201-570-2
100 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 9,95

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