Star Wars – The Clone Wars 14: Tödlicher Droide

„The Clone Wars“ und kein Ende. Bereits zum vierzehnten Mal veröffentlicht Panini Comics einen Comic-Begleitband zur erfolgreichen TV-Serie, die mittlerweile abgeschlossen und bereits durch die Nachfolgeserie „Rebels“ ersetzt wurde. Einmal mehr liegt hier eine Anthologie vor, die Kurzgeschichten aus dem „The Clone Wars“-Magazine, ebenfalls von Panini, versammelt und für den „Star Wars“-Sammler in gut archivierbarem Zustand präsentiert.

von Frank Stein

Elf Geschichten bietet „Tödlicher Droide“, die auf hundert Seiten mehrere kurze Begebenheiten aus der Zeit zwischen „Episode II“ und „Episode III“ erzählen. Die Geschichten stammen allesamt aus dem britischen „The Clone Wars Magazine“ und wurden auch schon im deutschen Ableger gebracht – überwiegend in den Ausgaben #30 bis # 41 von Januar bis Dezember 2012. Hier nun sind sie erstmals versammelt, was vor allem für die „Star Wars“-Fans interessant ist, die das Magazin nicht abonniert haben.

Ihrer Quelle in einem Magazin für Kinder entsprechend, kommen die Geschichten größtenteils kurz, schnell und ohne viel Tiefgang daher. In „Jünglinge“ macht Anakin mit einer Schar Jedi-Schülern eine Wildnistour, die nicht ganz ungefährlich verläuft. In „Jedi-Maskerade“ folgen wir Jedi-Ritterin Jyl Somptay auf der Jagd nach Attentäterin Aurra Sing. Mal hat eine Schrottverarbeitungsanlage für Droiden Probleme, dann wieder sind Obi-Wan und Anakin in gefährliche Verhandlungen verstrickt oder Ahsoka Tano muss sich gegenüber skeptischen Klonen beweisen. Abwechslung wird groß geschrieben, auch wenn die Storys an sich in vielen Fällen so oder so ähnlich schon mal da waren.

Zu behaupten, man hätte hier spannende „Star Wars“-Kost vor sich, wäre übertrieben. Der erwachsene Fan – der eindeutig nicht (!) das Zielpublikum ist – liest das Ganze in kurzer Zeit runter, und auch wenn er sich bei der Lektüre nicht langweilt – das lässt die schnelle Erzählart der Geschichten kaum zu –, nimmt er nur wenig wirklich Interessantes daraus mit. Gelegentlich blitzt auch Humor für Ältere auf, etwa wenn Obi-Wan zeitweise blind eine ganze Gegnerschar ausschaltet und man sich daran erinnert, wie er Luke später im Blindkampf mit dem Lichtschwert ausbilden will. Auch der Auftritt eines Droiden-„Reanimators“ sorgt für Schmunzeln. Eine Art „Angststrahlenprojektor“ erinnert dagegen an Militärexperimente der USA mit Drogen in den 1960ern.

Als Illustratoren sind die üblichen Verdächtigen Tanya Roberts, Will Sniley und Andres Ponce am Start. Letzterer überzeugt diesmal am meisten. Seine Figuren und der Detailgrad der Panels wirken durchaus gelungen. Will Sniley bleibt etwas gröber diesmal. Und Tanya Roberts treibt ihren Cartoonstil immer mehr auf die Spitze. So kindlich manga-artig sah man Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker selten. Nicht mein Ding, das muss ich offen sagen.

Fazit: Einmal mehr liegt hier ein Sammelband mit elf Geschichten in 5-Minuten-Pause-Länge vor. Die Abenteuer kommen als Kessel Buntes daher, doch wirklich inspiriert sind sie eigentlich nicht. Für Kinderleser ohne längere Aufmerksamkeitsspanne mögen die kurzen Abenteuerschnipsel taugen. Komplettisten freuen sich immerhin, dass hier die Comics des britischen (beziehungsweise deutschen) „The Clone Wars Magazine“ erstmals gesammelt und außerhalb eines Magazinformats vorliegen. Somit erhält auch dieser Comic-Band einen Sammler-Bonus.


Star Wars – The Clone Wars 14: Tödlicher Droide
Comic
Rik Hoskin, Robin Etherington, Tom DeFalco, Mike W. Barr
Panini Comics 2014
ISBN: 978-3-86201-828-4
100 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 9,95

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