Star Wars – The Clone Wars 13: Die Sith-Jäger

Darth Maul, der Schüler des finsteren Darth Sidious alias Palpatine, gehörte sicher zu den spannendsten Figuren, die uns „Episode 1“ damals beschert hat. Der rothäutige, tätowierte Krieger, der nicht viele Worte macht und stattdessen sein Doppellichtschwert sprechen lässt, war ein angenehm düsteres Element in der sonst sehr kindgerechten Geschichte; sein Tod – zweigeteilt durch das Lichtschwert Obi-Wan Kenobi – entsprechend brutal. Doch wie heißt es so schön: Ein Bösewicht ist erst tot, wenn der Held ihn tot vor sich liegen sieht (und selbst dann manchmal nicht). Maul überlebte als halber Mann – und jetzt ist er auf Rache aus.

von Frank Stein

Mauls Wiederkehr von den Toten begann 2005 in der Story „Old Wounds“, die im Comic-Band „Star Wars: Visionaries“ präsentiert wurde und als Non-Kanon-Geschichte gilt. In ihr trifft Obi-Wan Kenobi erneut auf Maul, der erstaunlicherweise lebt und einen Cyborg-Unterkörper hat. Das Design dieser Stahlklauenbeine wurde aufgenommen, als Maul in „Brüder“, der 21. Episode der vierten Staffel der Fernsehserie „The Clone Wars“, auf Geheiß der Nachtschwestern-Clanmutter Talzin von Savage Opress gesucht und schließlich halb tot und wahnsinnig auf dem Müllplaneten Lotho Minor gefunden wird. Opress bringt den Bruder nach Dathomir, wo Mutter Talzin Maul geistig wieder herstellt und ihm die bekannten Metallbeine verpasst. In der nächsten Folge, „Rache“, der finalen Episode der vierten Staffel, zieht Maul dann gemeinsam mit Opress los, um Obi-Wan für das bezahlen zu lassen, was der ihm angetan hat.

Der Comic-Band „Die Sith-Jäger“ ist kurz nach dieser Episode angesiedelt und fügt sich damit, anders als viele Vorgängerbände, deren Handlung vergleichsweise vage in die Klonkriegshandlung eingesetzt wurde, praktisch nahtlos in die TV-Serie ein. Während die Jedi auf Coruscant eine Einsatzgruppe zusammenstellen, um das gefährliche Brüderpaar zur Strecke zu bringen, sind die beiden Sith auf der Flucht. Auf der verschneiten Welt Gelbklinges Reich, auf der es nicht mehr als eine Minenstation gibt, suchen sie Unterschlupf. Von dort aus wollen sie ihre Kräfte sammeln, um Rache üben zu können. Doch die Jedi sind ihnen hart auf den Fersen und so kommt es schon bald erneut zum Kampf zwischen Hell und Dunkel.

Der 100-seitige Softcoverband stellt schon die 13. Ausgabe der „The Clone Wars“-Reihe von Panini Comics dar, die begleitend zur mittlerweile beendeten TV-Serie erschienen ist. Kennzeichnend für die Reihe sind meist schlichte Illustrationen und die schnellen, gradlinigen Abenteuer. Das Ganze ist deutlich zugeschnitten auf die jüngere Leserschaft. Auch „Die Sith-Jäger“ bildet da keine Ausnahme. Im Wesentlichen reduziert es sich auf zwei Schlagabtausche zwischen Jedi und Sith. Die sind flott erzählt, aber natürlich vorhersehbar, weil Maul und Opress ja in Staffel 5 von „The Clone Wars“ noch am Leben sind.

Für den Fan gibt es dennoch ein paar nette Details zu entdecken. So wird im Rückblick beispielsweise gezeigt, wie Maul Obi-Wans Todesschlag überlebte und nach Lotho Minor kam. Damit wird eine inhaltliche Lücke geschlossen. Außerdem erfährt Palpatine hier vom Überleben seines ehemaligen Schülers und hat mit Anakin ein hübsch doppeldeutiges Gespräch über die Gefahren der Dunklen Seite.

Die Illustrationen sind einmal mehr qualitativ kaum der Rede Wert. Man kann erkennen, was passiert. Und da die Figuren recht markant sind, weiß man auch, wer wer ist. Schöne Details oder einen kunstvollen Pinselstrich sucht man jedoch vergebens. Hier ruht sich „Star Wars“ leider zu oft auf seiner Marke aus – und vielleicht der Tatsache, dass junge Leser noch nicht so kritisch sind –, statt wirklich was zu bieten.

Fazit:
Für Komplettisten und Fans, die sehr an Darth Maul (und seinem Werdegang) interessiert sind, dürfte der Comic interessant sein. Auch junge Leser haben an der schnellen Actionstory mit dem finsteren Brüderpaar sicher ihren Spaß. Es werden zudem ein paar nette kleine Einblicke in die Zeit zwischen dem Ende von „Episode 1“ und Mauls Wiederauftauchen in der „The Clone Wars“-Episode „Brüder“ geboten. Ansonsten bleibt das Abenteuer episodisch und folgenlos, die Illustrationen sind zweckmäßig zu nennen. Gerade Darth Maul hätte man hier etwas mehr gewünscht.


Star Wars – The Clone Wars 13: Die Sith-Jäger
Comic
Henry Gilroy, Steven Melching u.a.
Panini Comics 2014
ISBN: 978-3-86201-827-7
100 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 9,95

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