Star Wars: Rebellion – Nadelstiche (Star Wars Masters 13)

Die Rebellen konnten nach der Schlacht von Yavin und der Zerstörung des Todessterns mit ihren Raumschiffen der Vernichtung durch Darth Vader und die Flotte des Imperiums entgehen. Sie sind aber mittlerweile quer durch die Galaxis verstreut und auf sich allein gestellt. Als der große Kreuzer Rebel I mit Luke Skywalker und Prinzessin Leia Organa an Bord durch Zufall eine wichtige imperiale Basis erreicht, wird ein selbstmörderischer Plan geschmiedet.

von Ansgar Imme

Im dreizehnten Band der „Star Wars Masters“-Reihe von Panini Comics verfolgt der Leser auf 96 Seiten das Schicksal Luke Skywalkers und Prinzessin Leia Organas auf der Flucht vor der imperialen Flotte an Bord der Rebel I. Die Handlung schließt an den zehnten Band der „Masters“-Serie „Mein Bruder, mein Feind“ an. Die Rebel I ist beschädigt und versucht durch Zufallssprünge im Hyperraum die imperiale Flotte abzuschütteln.

Neben Luke und Leia sowie vielen anderen Rebellen ist auch Deena Shan an Bord, die sich mit Luke angefreundet hat. Aufgrund von Selbstzweifeln überlegt sie, die Rebellion zu verlassen. Doch durch Lukes gutes Zureden entscheidet sie sich, zunächst doch weiter den Kampf gegen das Imperium zu unterstützen.

Und ihre Hilfe wird benötigt, als die Rebel I plötzlich aus dem Hyperraum fällt, weil der Antrieb versagt. Durch Zufall ist das Rebellenschiff nahe des wichtigen imperialen Treibstoffdepots Bannistar Station aus dem Hyperraum gestürzt, aber noch nicht den imperialen Kräften aufgefallen. Da keine Möglichkeit besteht, mit dem defekten Antrieb weiter zu fliehen, entschließen sich die Rebellen, die Bannistar Station zu zerstören. Da die Sternenzerstörer, die im Mittleren Rand operieren, nur hier aufgefüllt werden können, würde durch die Zerstörung die Vorherrschaft des Imperiums in dieser Gegend gebrochen werden und die Rebellen hätten eine sichere Route erlangt.

Während ein Großteil der Besatzung mittels kleiner Raumschiffe flieht, übernimmt eine kleine Truppe die Rebel I und wird sie mitten in die Sternenzerstörer lenken. Luke bildet mit Leia und Deena sowie weiteren Rebellen mehrere kleine Stoßtrupps, die Sprengsätze an verschiedenen Treibstofftanks deponieren und versuchen, Sicherheitsvorrichtungen auszuschalten. Doch die imperialen Truppen haben das Ankommen längst bemerkt und stellen den Rebellen eine Falle.

Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und weist ein paar schöne Wendungen auf, sodass man viel zu schnell den Band schon wieder beiseite legen muss. Selbst ohne Vorkenntnisse des vorherigen Bandes und sogar wenn man „Star Wars“ nicht kennen würde (wobei natürlich dann fraglich ist, warum man sich diesen Band kauft), funktioniert die Story gut, erzeugt Spannung und sorgt für ein ständiges Mitfiebern. Man weiß zwar, dass die Hauptpersonen überleben werden, aber bei den ganzen Nebencharakteren kann man sich eben nicht sicher sein. Dazu kommen die Sprünge zu den anderen Rebellen, die versuchen, der Rebel I zu helfen und wo es auch zu Konflikten kommt.

Bei den Figuren konzentriert man sich vor allem auf Luke und die nur aus den Comics bekannte Deena Shan, wobei auch andere namhafte Charaktere wie Leia, Han Solo oder Admiral Ackbar mehr oder weniger auftauchen. Vor allem der Konflikt Deena Shans wird sehr schön beleuchtet, auch wenn man sich irgendwann vorstellen kann, wie es für sie ausgeht beziehungsweise wie sie ihr Selbstbewusstsein wieder findet. Für „Star Wars“-Kenner dürfte das Auftreten Lukes und Leias etwas befremdlich oder zumindest überraschend sein, da sie hier beide doch sehr selbstbewusst und stark als erfahrene Anführer agieren. Dies ist vor allem bei Luke eine schnelle Entwicklung, da die Schlacht von Yavin, in der er als unerfahrener Pilot den Todesstern zerstörte, erst wenige Tage her ist. Die imperialen Gegner agieren dazu etwas etwas sehr eindimensional als Bösewichte, die nur die Vernichtung der Rebellen wollen. Hier wurde in anderen Geschichten schon eine differenzierte Betrachtung gezeichnet. Diese kleineren Makel tun der Geschichte und dem Gesamteindruck keinen Abbruch.

Auch mit diesem deutschen Band wurden vier Heftausgaben aus dem amerikanischen Original zusammengefasst, sodass die Bilder und Farben durchgängig von einem Zeichner beziehungsweise Coloreur stammen. Beides ist sehr gut gelungen mit vielen Details, Dynamik bei Raumschlachten oder Kämpfen sowie Wiedererkennungswert von Figuren oder Raumschiffen. Einzig die beiden bekannten Hauptfiguren Luke Skywalker und Leia Organa sind etwas grob getroffen und wirken sowohl deutlich älter als auch brutaler.

Fazit: Insgesamt bekommt man hier eine richtig spannende Handlung mit Überraschungen und dazu mit Luke Skywalker, einer der drei Hauptpersonen der alten Trilogie, in einer der zwei Hauptrollen. Aber auch die anderen Charaktere sind gut getroffen. Die kleineren Makel kann man passend zum Titel als Nadelstiche bezeichnen, die hier dem Spaß aber keinen Abbruch tun.

Star Wars: Rebellion – Nadelstiche (Star Wars Masters 13)
Comic
Jeremy Barlow, Colin Wilson
Panini Comics 2016
ISBN: 3957987148
96 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 12,99

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