Star Wars: Dark Times – Feuerträger (Star Wars Masters 14)

Als der Jedi-Meister K?Kruhk mit einem Schiff voller Jünglinge auf einem Planeten notlanden muss, stellt sich heraus, dass dieser stark unter den Klonkriegen zu leiden hatte. Verfolgt vom Imperium und den Bodentruppen des Planeten gilt es, nicht aufzufallen und sich irgendwie in Sicherheit zu bringen. Doch selbst in einem Flüchtlingslager lauern größere Gefahren als man denkt, und so ist die Flucht noch nicht zu Ende.

von Ansgar Imme

Der vierzehnte Band des „Star Wars Masters“-Reihe von Panini Comics hat 124 Seiten und stellt einen nur aus Comics bekannten Jedi-Meister vor, der sich um eine Gruppe Jünglinge kümmert. Die Handlung knüpft unmittelbar an die Ereignisse des einen Handlungsstranges aus dem Band „Dark Times II – Parallelen“ an. 

Der Jedi-Meister K?Kruhk muss mit seinem Raumschiff voller Jedi-Schüler, den sogenannten Jünglingen, auf dem vom Imperium besetzten Planeten Arkinnea notlanden. Dort werden sie durch Bodentruppen des Planeten gefangen genommen und in ein Flüchtlingslager gebracht. Die Stimmung ist eher feindlich, da der Planet unter den Klonkriegen zu leiden hatte und allen Fremden misstrauisch gegenüber steht. Doch regelmäßig werden Flüchtlinge aus dem Lager gen Norden ausgeflogen, um an anderen Stellen des Planeten zu siedeln.

Als ein weiterer Jedi-Meister namens Zao im Lager erscheint und vor einer unbekannten Gefahr droht, flüchtet die Gruppen um die beiden Jedi in die Wildnis. Der Commandant Relik lässt die Verfolgung aufnehmen, lehnt aber jede Hilfe des Imperiums ab. K?Krukh und Zao müssen mit Jünglingen tief in die Wildnis ziehen und können doch nicht entkommen. Vor allem machen sie eine schreckliche Entdeckung über die Bodentruppen des Planeten. Als sie von diesen entdeckt werden, geht es plötzlich um ihr eigenes Leben, denn die Entdeckung darf nicht an die Öffentlichkeit geraten.

Nicht nur die Flucht, sondern auch die aufkeimende dunkle Seite der Macht in einem der Jünglinge machen den beiden Jedi-Meistern schwer zu schaffen. Doch überraschend schaltet sich auch das Imperium in das Ganze ein, welches einigen Hinweisen nachgegangen ist. Es gilt für die Jedis und ihre Schüler, keinem der beiden in die Hände zu fallen und gleichzeitig zu erkennen, wem man trauen kann.

Die Hauptgeschichte ist richtig spannend geschrieben und hat interessante Wendungen sowie Überraschungen für den Leser zu bieten. Schneller als man will ist man plötzlich am Ende der Geschichte angelangt und muss schon wieder Abschied nehmen. Während man die Hauptgeschichte um K?Kruhk durchaus ohne Vorkenntnisse lesen kann (auch wenn diese helfen), so bleiben die kurzen Episoden um Darth Vader und sein Umgang mit dem Rebellen doch etwas zusammenhanglos, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt. Dieser Teil wirkt deplatziert und passt nur im Rahmen einer Gesamthandlung – nicht aber für einen Gelegenheitsleser. Dies liegt allerdings an der deutschen Zusammenfassung, die vier amerikanische Hefte in einem Sammelband veröffentlicht. Die Figuren sind mit Ausnahmen des Jedi-Meisters K?Kruhk eher oberflächlich beleuchtet, was aber am Schwerpunkt auf der Handlung liegt. Dies könnte man in einer Fortsetzung noch vertiefen, zudem ein kleiner Cliffhanger bleibt.

Durch die ernste Geschichte mit einer durchaus moralischen Betrachtung eines Konflikts (Umgang mit ehemaligen Feinden unter der Herrschaft einer neuen Macht), die durchaus Parallelen zu heutigen Geschehnissen aufweist, muss man auf Humor weitestgehend verzichten, was der Unterhaltung aber keinen Abbruch tut, da man stattdessen gespannt erwartet, wie es weitergeht. Neben der moralischen Komponente ist auch der Einblick und Umgang in das Imperium sehr interessant, welches noch am Anfang ist und zeigt, dass nicht jeder Imperiale der „Böse“ ist, sondern durchaus verschiedene Facetten aufweist und zu Gunsten der „normalen“ Bevölkerung handelt.

Da es sich um eine durchgehende Handlung (wenn auch über vier Hefte) handelt, stammen auch die Zeichnungen und Farben jeweils von einem Zeichner beziehungsweise Kolorierer. Die Zeichnungen sind gut gelungen, bieten viele Details, überzeugen sowohl in dynamischen wie auch ruhigen Passagen und passen auch von den Größenverhältnissen der Figuren jederzeit – im Gegensatz zu anderen Bänden. Dabei erkennt man viele verschiedene Völker des „Stars Wars“-Universums wieder, die sich vor allem im Flüchtlingslager finden und deutlich unterscheidbar sind. Auch die Einzelcover der amerikanischen Originalhefte sind gut getroffen. Dass man allerdings das Schlechteste von diesen vieren (Darth Vader mit Laserschwert) als Hauptcover der deutschen Ausgabe ausgewählt hat, kann als Hintergrund nur haben, dass man glaubt, mit einer bekannten Figur mehr Käufer anzuziehen. Die Qualität oder Bezug zur Handlung kann es jedenfalls nicht sein.

Fazit: Abgesehen davon, dass dem Leser einige Vorkenntnisse für einen kleinen Teil der Handlung fehlen und man hier nicht die bekannten Gesichter aus den Filmen zu sehen bekommt, erhält man eine spannende Geschichte mit interessanten Wendungen. Eine gute Umsetzung mit unbekannten Figuren, die Lust auf mehr machen.


Star Wars: Dark Times – Feuerträger (Star Wars Masters 14)
Comic
Randy Stradley, Gebriel Guzman
Panini Comics 2016
ISBN: 3957987156
128 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 14,99

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