Star Wars Comic-Kollektion 18: Darth Maul: Sohn Dathomirs

In der 18. Ausgabe der „Star Wars Comic-Kollektion“ wird ein echter Sonderfall angeboten. Waren bislang alle Ausgaben – von den Comic-Adaptionen der Filme abgesehen – im nicht mehr aktuellen „Legends“-Kanon angesiedelt, erzählt „Darth Maul: Sohn Dathomirs“ eine brandaktuelle Geschichte aus dem Disneyverse. Sie schließt die Lücke zwischen dem letzten Auftritt von Darth Maul in „Star Wars: The Clone Wars“ (wo er wiederbelebt wurde) und seinem ersten Erscheinen in der Nachfolgeserie „Star Wars: Rebels“.

von Frank Stein

Ein paar Sätze zum Hintergrund (der sehr schön in der Einleitung des Comics dargelegt wird). „Star Wars: The Clone Wars“ wurde seinerzeit ziemlich abrupt und überraschend eingestellt. Eine ganze weitere Staffel an Drehbüchern existierte da bereits. Diese Texte wurden zum Teil auf unterschiedliche Weise weiterverwendet. So basiert der „Star Wars“-Roman „Schülerin der dunklen Seite“ auf den Drehbüchern eines Serien-Achtteilers! Und auch die Darth-Maul-Story, die vom US-Comic-Verlag Dark Horse als Comic-Vierteiler umgesetzt wurde und hier gesammelt vorliegt, stammt aus jenem Fundus.

Sie erzählt, wie es mit Darth Maul weitergeht, der mittlerweile Kopf des Schatten-Kollektivs ist, einer Verbrecherorganisation von nie gekannten Dimensionen, zu der unter anderem die Schwarze Sonne und die Hutten gehören. Mit ihrer Hilfe will er Rache an all seinen Feinden nehmen, wozu übrigens die Jedi wie Obi-Wan Kenobi – dem er immerhin sein Leben als halbe Maschine verdankt – ebenso gehören wie die Sith, von denen er sich verraten fühlt.

Zu Beginn der Geschichte ist Maul allerdings erst einmal eingesperrt, nachdem er zuletzt Darth Sidious im Kampf unterlag. Jedoch wird er von Mitgliedern der gefürchteten mandalorianischen Death Watch befreit. Während Count Dooku und General Grievous ihn jagen, sammelt Maul erneut seine Getreuen unter sich, um seine Feinde zu zerschmettern. Was er jedoch nicht weiß: Alles entwickelt sich genau nach dem Plan des Meisterstrategen Sidious alias Palpatine, dessen eigentliches Ziel eine ganz andere Person ist. (Okay, wer sich ein wenig mit dem Universum auskennt, wird schon am Titel erahnen können, worum es geht.)

Man merkt dem Comic die Nähe zum filmischen Hauptkanon an. Nicht nur treten verdammt viele wichtige Persönlichkeiten auf, es geht auch mächtig zur Sache. Ganz in der Manier von „The Clone Wars“ jagt ein episches Duell zwischen zwei Bösewichten das nächste. Lichtschwertkämpfe, Raumschlachten, Bodenoffensiven: Viel Ruhe herrscht nicht. Dazwischen springen auch noch ein paar Jedi, darunter Obi-Wan und Mace Windu, herum. Und am Ende stirbt sogar eine Figur, die zumindest in der TV-Serie eine gewisse Bedeutung hatte. Oder sagen wir: Sie scheint zu sterben. Bei „Star Wars“ ist tot ja nicht unbedingt gleich tot.

Als offizieller Brückenschlag hilft der Comic zudem jenen Zuschauern, die sich über Mauls Auftritt als heruntergekommener Wanderer in „Rebels“ gewundert haben. Schließlich hatte sein Ende in „The Clone Wars“ ganz anders ausgesehen. Hier erfahren wir nun, wie er seiner gesamten Machtbasis und „Familie“ beraubt wird.

Neben der Hauptstory finden sich noch zwei Kurzgeschichten aus den alten „Star Wars Tales“ in dem mit 122 Seiten etwas dünnen Band. Diese erzählen kleine Episoden aus Darth Mauls Zeit als Schüler unter Palpatine. Beide haben allerdings eine Schwäche. Sie passen überhaupt nicht zusammen. In „Namenlos“ erfahren wir, wie Darth Maul als Schüler nach einer besonders schweren Prüfung sein berühmtes Doppelklingenschwert baut. In „Gebranntmarkt“ wird Maul auf eine erste Mission geschickt – und hat sein Doppelklingenschwert schon. Grund dafür ist, dass die „Tales“ schon immer als kleine Gedankenspiele gedacht waren und sich nicht einmal in den alten Literatur-Kanon eingefügt haben. Neben einem hochoffiziellen Abenteuer wirken sie allerdings befremdlich unpassend.

Das Bonusmaterial widmet sich auf zwei kurzen Seiten Musik-Bands, die sich von „Star Wars“ haben inspirieren lassen. Außerdem gibt es erneut eine unvollständige Covergalerie. (Leute, ernsthaft: Daran müsst ihr arbeiten! Das ärgert mich als Sammler jedes Mal aufs Neue.)

Fazit: Wer die „Star Wars“-TV-Serien mag und verfolgt, sollte sich diesen Comic als Begleitband nicht entgehen lassen. Es wird zwar vor allem gekämpft, doch selbst die einfach gehaltene Dramaturgie verhindert nicht, dass für den Fan ein paar wichtige Lücken in Mauls neuem Leben nach dem Scheinbar-Tod in „Episode 1“ geschlossen werden.


Star Wars Comic-Kollektion 18: Darth Maul: Sohn Dathomirs
Comic
George Lucas, Jeremy Barlow, Juan Frigeri u.a.
Panini Comics 2017
ISBN: 978-3-7416-0293-1
122 S., Hardcover, deutsch
Preis: EUR 12,99

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