Spass Wars

„Star Wars“ ist schon eine lustige Sache. Über wenige Figuren und Begebenheiten in Filmen ist im Laufe der Jahre so herzhaft gelacht worden, wie über die in George Lucas’ Sternensaga. Das mag daran liegen, dass Lucas ein echtes Händchen dafür hat, Fremdschäm-Momente einzubauen (etwa Darth Vaders jüngst eingefügtes, inbrünstiges „Neeeiiin!“ auf dem zweiten Todesstern), oder daran, dass man gerne neckt, was man liebt. Matthias Kringe scheint „Star Wars“ sehr zu lieben – wie man in seinem neuen Büchlein sehen kann.

von Bernd Perplies

Matthias Kringe lebt und arbeitet als Comiczeichner und Illustrator im Siegerland. Seit 1999 gehört er zur festen Crew des deutschen „MAD“-Magazins. Außerdem zeichnet er seit Jahren kleine „Star Wars“-Comic-Strips für den Magazinteil der „Star Wars“-Comic-Hefte von Panini Comics. Eine wohlfeile Sammlung dieser drei bis vier Panel langen Ergüsse finden sich nun in dem handlich quadratischen Hardcoverbüchlein „Spass Wars“, eine 66 Seiten umfassenden Schmunzelei über eine Galaxis weit weit entfernt.

Das System seiner Späße ist fast immer das Gleiche: Eine Situation, die aus einem der Filme stammen könnte, wird mehr oder weniger ernsthaft etabliert, nur um sich im letzten Panel dann in eine völlig absurde Situation zu verwandeln. Ein Spiel mit Erwartungen, das besonders dann funktioniert, wenn man die seltene Gabe hat, sich immer nur auf ein Panel zu konzentrieren. Ansonsten wird der Gag natürlich mit einem Blick erfasst und aus einem Lacher wird eher ein Schmunzeln – siehe oben.

Dabei macht Kringe wirklich vor nichts halt. Da wird ein R2-D2 zum Liebesnest für Ewoks, Jabba entdeckt die Freuden des Nordic Walking, Obi-Wan zeigt Qui-Gon Jinn, wie eine Frisur im Feld auszusehen hat, und junge Padawane scheitern an einer garstigen toydorianischen Kinokassiererin. Alle sechs Episoden werden bedacht, und einige Strips bieten auch Themenblocks, wie die Freundschaft zwischen dem jungen Han Solo und dem jungen Chewbacca oder Yoda als schräger Mentor. Naturgemäß ist nicht jeder Witz voll getroffen, aber vieles wird doch mit sehr trockenen Humor präsentiert. „Makaber“ und „respektlos“ sind zwei andere Adjektive, die einem in den Sinn kommen mögen. Hier weht der Hauch von „MAD“ durch die Seiten.

Fazit: Humor sollte man schon mitbringen, wenn man „Spass Wars“ durchblättert – trocken und ein wenig anarchistisch darf er sein. Dann wird man wohl die meiste Unterhaltung aus diesem Büchlein ziehen. In meinen Augen ein Buch, das man sich nicht unbedingt selber kaufen muss, aber als witziges Geschenk für einen nicht ganz bierernsten „Star Wars“-Fan ist es genau das Richtige! (Es sei denn, derjenige hat auch die „Star Wars“-Comics von Panini abonniert; dann dürfte er die meisten Strips kennen.)


Spass Wars Comic
Matthias Kringe
Panini Books 2012
ISBN: 978-3-8332-2538-3
66 S., Hardcover, deutsch
Preis: EUR 9,95

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