Die Zeitmaschine (Teil 1 von 2 und Teil 2 von 2)

Der Brite H. G. Wells ist wahrlich kein Unbekannter. Der Schriftsteller, mit vollem Namen: Herbert George Wells, gilt als Wegbereiter und bedeutender Vertreter der Science-Fiction-Literatur. Zu seinen berühmtesten Werken zählt sicherlich der dystopische Roman „Die Zeitmaschine“, der bereits vielfach verfilmt und vertont wurde. Nun auch in einer Adaption durch Oliver Döring, einen Prominenten der deutschen Hörspiel-Szene

von Simon Ofenloch

Der englische Schriftsteller H. G. Wells veröffentlichte seinen Roman „Die Zeitmaschine“ (im Original: „The Time Machine“) im Jahr 1895. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein junger Forscher und Erfinder, der mit einer selbstgebauten Zeitmaschine die Gegenwart des späten 19. Jahrhunderts hinter sich lässt und schließlich mehrere hunderttausend Jahre weit in die Zukunft der Menschheit reist. Dort findet er schließlich eine Erde vor, auf der zunächst alles menschliche Leben erloschen zu sein scheint. Aber dann trifft er doch noch auf das Volk der freundlich-naiven Eloi, die scheinbar in paradiesischen Zuständen leben. Zu schön, um wahr zu sein. Und tatsächlich ist es wie immer: Wo Licht ist, ist auch Schatten. In den Schatten dieser Welt leben die nachtaktiven, monstergleichen Morlocks, die aus dem Untergrund über die Eloi herrschen und diese wie Schlachtvieh halten.

In der Hörspielbearbeitung in zwei Teilen durch Oliver Döring wurde der Science-Fiction-Klassiker von H. G. Wells behutsam modernisiert. Der erste Teil beschreibt die Vorbereitungen und den Beginn der Reisen durch die Zeit, im zweiten Teil geht es dann um die Annäherung an die Eloi und die Auseinandersetzung mit den Morlocks. Das Rad der Zeit wurde ein wenig weitergedreht, sodass die Erfindung der Zeitmaschine nun in den 1970er Jahren angesiedelt ist, in der Zeit nach der ersten Mondlandung, in der die technologische Entwicklung immens voranschritt, zugleich aber auch eine große Angst vor Kriegen und Weltuntergangsszenarien herrschte.  

Oliver Döring war lange Zeit als Autor und Regisseur der beliebten Hörspielserie „Geisterjäger John Sinclair“ tätig und machte sich dabei einen Namen in der Szene. Unter Verwendung hochwertiger Sound-Effekte und mit einem fast ausnahmslos aus bekannten Synchronsprechern bestehenden Ensemble betrieb er einen bemerkenswert hohen Aufwand, der bei Kritikern wie auch beim Publikum großen Anklang fand. Dieser Arbeitsweise blieb man auch bei der Umsetzung von „Die Zeitmaschine“ treu. Wieder sind es hochkarätige Sprecher, die ihre Stimmen, die auch für Hollywood-Schauspieler im Einsatz sind, den Figuren des Hörspiels leihen, wie Hans-Georg Panczak, Bernd Rumpf, Udo Schenk, Oliver Stritzel, Reinhard Kuhnert, Susanna Bonaséwicz, Luisa Wietzorek, Alexander Doering, Sascha Rotermund, Peter Groeger, Roland Wolf, Asad Schwarz, Nico Sablik, Jaron Löwenberg, Christina Puciata, Hans Bayer, Berenice Weichert, Marieke Oeffinger, Matthis Schmidt-Foß, Antje von der Ahe, Marianne Groß, Maximiliane Häcke, Juliane Ahlemeier, Marcus Staiger, Annika Gausche und Joachim Kerzel. Mit einer solchen Vielzahl an professionellen „Hollywood-Stimmen“, einem passenden Sounddesign und filmreifer Musik wird das visionäre Werk von H. G. Wells zum großen Kopfkino.

Fazit: Ach du liebe Zeit! Eine geradezu zeitlose Vorlage, angemessen behutsam modernisiert und aufwendig und packend inszeniert! Mit einer hochkarätigen Besetzung und anspruchsvoller Ton-Kulisse. Die Zeit war reif dafür.

Die Zeitmaschine (Teil 1 von 2 und Teil 2 von 2)
Hörspiel nach H. G. Wells
Oliver Döring
Folgenreich 2017
ISBN: 0-602557-140538 (Teil 1)
ISBN: 0-602557-140545 (Teil 2)
2 CDs, je ca. 59 min., deutsch
Preis: je EUR 8,29

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