Die Kristallwandler

Anika Flock erzählt von zwei unterschiedlichen Kulturen, die unabhängig voneinander auf dem Planeten Naru leben. Im Süden gibt es die Eis- und Schneewelt Aeniria und im Norden das Land Koldarum mit aktiven Vulkanen und großer Hitze. Beide Gebiete werden durch einen schmalen Streifen Land, den Sturmbann, getrennt.

von Thomas König

 

Elderas, der südliche Protagonist, verfügt seit seiner Geburt über ein magische Fähigkeit, die sich erst langsam entfaltet. Bis zu seinem 27. Lebensjahr kann er in seinem beschaulichen Dorf leben. Die Aeniren leben im Einklang mit der Natur. Sie sind seit Generationen Vegetarier und verabscheuen das Töten. Dabei halten sie sich an die Grundsätze, die ihre Göttin Siadria gelehrt hat.

Als die bedeutende Magierin Giandro in das Dorf kommt, verändert sich das Leben. Elderas wird, obwohl er noch nicht volljährig ist, für die Akademie in Neodria angeworben. Auf dem Weg begleitet ihn sein Bruder, der als Beschützer fungiert, denn es ist schon seit Jahren so Brauch, dass ein Nichtmagiebegabter einen Magiebegabten auf seinem Weg schützt.

In der Akademie lernt Elderas einigen neue Freunde kennen und erfährt schließlich den Grund für seine so frühe Einberufung. Klimatische Veränderungen bedrohen Aeniria und deshalb soll eine Expedition in den Sturmbann unternommen werden, für die fähig Magier gesucht werden.

Im nördlichen Teil der Welt Naru steht die junge Magierin Meruna im Vordergrund. Dort leben die Menschen nicht im Einklang. Es gibt eine Zweiklassengesellschaft, die strikt nach Magiern und Nichtmagiern getrennt ist.

Als Merunas Vater ermordet wird, nimmt sie das Gesetz in die Hand und tötet die vermeintlichen Mörder. Dafür muss sie „nur“ ein Jahr ins Gefängnis. Doch dort macht sie sich einen weiteren Feind. Der Gefängnisvorsteher will sie zur Geliebten nehmen, doch sie lehnt ab. Stattdessen freundet sie sich mit den Mitgefangenen, alles Nichtmagier, an und hat sogar eine kleine Liaison. Als die Lage sich im Gefängnis immer weiter zuspitzt, wird Meruna zu einer Expedition nach Sturmbann beordert, an der sich auch ihre Familie und ihre neuen Freunde beteiligen.

In Sturmbann treffen nun die beiden Völkern zusammen und man begegnet sich zunächst feindlich. Als die Koldaren jedoch von einer weiteren Seite bedroht werden, kommt es zu einer interessanten Wendung.

Das Buch hat ein seltenes Format. Es ist fast quadratisch, sodass die 383 Seiten eigentlich im normalen Buchformat viel mehr sind. Das ist für das Lesen nicht so angenehm, da man ab und zu in der Zeile verrutscht.

Am Anfang gibt es eine Karte, die sogar in Farbe ist. Sie ist aber beim Lesen nicht unbedingt erforderlich, da es der Autorin sehr gut gelingt, dem Leser die unterschiedlichen Länder sehr gut vorzustellen.

Die unterschiedlichen Figuren im Roman sind sehr gut ausgearbeitet und nach einer Zeit kommen sie einem schon richtig vertraut vor. Sicherlich gibt es immer wieder Momente, an denen man denkt, das kommt einem bekannt vor und manche Dinge sind auch „typisch“. Doch der Autorin gelingt es immer wieder, den kleinen feinen Unterschied zu schaffen, der einen fesselt.

Fazit: „Die Kristallwandler“ von Anika Flock ist ein schöner Fantasy-Roman, der auf unterhaltsame Weise vom Aufeinandertreffen zweier völlig fremder Kulturen erzählt, die ein gemeinsames Problem haben. Er hält sich weitgehend von Klischees fern, stattdessen werden liebevoll ausgearbeitete Charaktere und eine lebendig ausgedachte Welt geboten. Ich habe das Buch in einem Tag gelesen.

Die Kristallwandler
Fantasy-Roman
Anika Flock
BoD GmbH, Norderstedt 2005
ISBN: 3833434031
383 Seiten, Softcover, deutsch
Preis: EUR 21,80

bei amazon.de bestellen

Links:

 

www.anikaflock.de