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Imperial Settlers: Die Atlanter
Brettspiele, Kennerspiele (allgemein) 06.07.16

Totgeglaubte leben länger. Auferstanden aus den Fluten treten jetzt die Atlanter bei den „Imperial Settlers“ auf der Bildfläche auf. Mit überlegener Technologie beanspruchen nun auch sie einen Platz in der Geschichte des Wettstreits zwischen den Völkern.

von  Lars Jeske

Das Kennerspiel „Imperial Settlers“ ist an sich schon ausgezeichnet. Ebenso ist es bei fast jeder Partie ausbalanciert und ein knappes Rennen um den Sieg. Nun steht mit „Die Atlanter“ eine kleine, unscheinbare Erweiterungsbox ins Haus, die jedoch großen Einfluss haben wird. Schließlich handelt es sich im Gegensatz zu „Nachbarschaftshilfe“ nicht um eine reine Kartenerweiterung für die bestehenden Fraktionen. Vielmehr wird hier ein ganz neues Volk eingeführt. Die Atlanter, die sich auch noch ganz anders spielen als alle bisherigen Völker.

Auf der Packung gibt es keine Angaben zu Dauer, Spielerzahl, Alter, etc., nur eben den Hinweis „Erweiterung“. Klarer Fall, hier muss das Grundspiel und alle damit einhergehenden Regeln her. Ein Klacks für Vielspieler. Somit bespreche ich hier auch nur die Neuerungen und Unterschiede zum Grundspiel, verweise jedoch auf die Rezension des Grundspieles. Link siehe unten. Nur so viel: Auch mit dieser ersten großen Erweiterung bleibt das grundlegende Spielprinzip gleich. Pro Runde bekommt man Karten vom allgemeinen Stapel und dem eigenen Völkerstapel, um damit weitere Gebäude zu bauen, die den Spielern bestimmt Rohstoffe oder Siegpunkte einbringen beziehungsweise Aktionen ermöglichen. Wer nach 5 Runden die meisten Siegpunkte erlangen konnte gewinnt.

In der kleinen Box ist dann überraschend viel Inhalt zu finden. 110 neue Spielkarten und ganz neue Marker erweitern das Spiel. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den titelgebenden Atlantern. Diese sagenumwobenen Technikfreaks und Erfinder werden als neues, fünftes Volk eingeführt. Denn, ja, in der Anleitung wird glücklicherweise erwähnt, dass man von nun an auch zu fünft spielen kann. Dies bedeute jedoch auch ein etwas längeres Spiel, denn es gibt relativ viele neue Regeln, vorrangig für die Atlanter. Sie sind eben wirklich ein einzigartiges Völkchen (gewesen).

Das ist neu

Es gibt nur zehn jeweils neue Karten für die vier bekannten Völker der Ägypter, Barbaren, Japaner und Römer. Dabei sind jedoch jeweils drei Austauschkarten, um auch an die neuen Warenplättchen durch die eigenen Produktionsstätten zu gelangen. Man kann also minimal konfigurierte Turnierdecks bauen oder einfach alle Karten zusammen benutzen. Für den allgemeinen Stapel gibt es knapp dreißig neue Karten. Der echte Mehrwert liegt jedoch selbstverständlich in den Atlantern und ihren vierzig Karten. Schnell entdeckt man, dass sogar noch Weiß als neue Kartenfarbe hinzugekommen ist, wodurch es jetzt neun verschiedene gibt, die spezielle Boni für einander mitbringen können.

Bei den Regeln gibt es glücklicherweise keine Anpassungen oder Änderungen, sondern nur Erweiterungen. Als Neuerung gibt es jetzt beispielsweise offene Produktionsstätten. Dies sind Völkerkarten, die man wie üblich als Produktionsstätten in seinen Bereich spielt, jedoch zusätzlich auch von den Mitspielern genutzt werden können. So diese das tun, erhält man dafür von der Bank als Bonus einen Arbeiter. Ebenso gibt es jetzt die erste Ereigniskarte als neuen Typus. Auch neu sind Fähigkeiten auf Karten, die erst einmal freigeschaltet werden müssen. Die also so stark sind, dass die Karte quasi mit einer Einsatzverzögerung ins Spiel kommen muss.

Ach so, da waren ja noch die Plättchen, die als Technologie oder fortschrittliche Technologie oder fortgeschrittene Verteidigung benutzt werden und somit eine neue Warensorte darstellen. Klingt kompliziert und in der Tat sind die neuen Plättchen vorrangig für die technisch überlegenen Atlanter gedacht. Es gibt zwar ein paar neue Karten für jedes der anderen Völker, um zumindest die grundlegende Technologie-Plättchen benutzen zu können, ebenso wie einige allgemeine Karten, aber so richtig effektiv verwenden dürfen diese nur die Atlanter. Diese künstliche Beschränkung passt vom Setting her sehr gut. Ebenso der Umstand, dass als Strafe für diese technologische Überlegenheit, und wie es die Geschichte schon belegte, am Ende diese bauliche Pracht nichts einbringt. Sprich: Während die Völkerbauwerke aller anderen Spieler bei Spielende jeweils Siegpunkten zählen, sind die der Atlanter untergegangen und somit nichts mehr wert. Somit muss der Altanter-Spieler schon während des Spiels irgendwie seinen Vorsprung von Siegpunkten herausarbeiten. Sein größter Vorteil sind dabei die fortgeschrittenen Technologien. Entweder schützen sie seine (allgemeinen) Gebäude besser, oder erhöhen die Produktivität der anderen Gebäude. Ein Vorteil, den man eindeutig schnell nutzen sollte. Durch diese zusätzliche Komponente sind die Altlanter nur etwas für Profis. Dadurch wird die Regelung mit „ab 10 Jahren“ des Grundspiels knapp, da die Altlanter noch mehr als die übrigen Spieler vorausplanen müssen. Der Spieler benötigt im Allgemeinen mehr Zeit zum Überlegen und muss mehr auf die Interaktionen der Gebäude achten, um eine Chance zu haben.

Spielgefühl

Die Atlanter sind für sich genommen schwerer zu spielen als die übrigen Völker. Sie machen jedoch, wenn man sich eingearbeitet hat, mindestens genauso viel Spaß wie die bisherigen. Auch das Solo-Spiel ist jetzt noch einmal abwechslungsreicher durch Spezialregeln.

Die Resonanz auf „Die Atlanter“ bleibt jedoch gespalten. Positiv fiel auf, dass selbst nach mehreren Durchgängen die Karten und Völker weiterhin überaus ausgeglichen sind. Dafür sorgt nicht zuletzt der Umstand, dass die Anzahl der verfügbaren Aktions-, Produktions- und Fähigkeitskarten sich auf Höhe der der anderen Völker bewegt und entsprechend des Ressourcenbedarfs erstellt wurde. Der Autor Ignacy Trzewiczek hat mit der Erweiterung zu seinem Grundspiel somit gute Arbeit geleistet. Die Atlanter sind zudem glücklicherweise nicht so übermäßig besser, wie es einige der Kartentexte befürchten lassen. Denn auch sie haben ihre Schwächen, und nur wer sein Volk am besten lenken kann, wird obsiegen (etwas Kartenziehglück vorausgesetzt). Ebenso gibt es sowieso frei nach der Devise: „Dein Reichtum kotzt mich an“ ab jetzt einen Pauschalgegner für alle. Denn Technologie sollte in diesem Spiel nicht nur misstrauisch beäugt, sondern dieser auch frühzeitig Einhalt geboten werden, damit man nicht mit einem „normalem Volk“ abgehängt wird. So man jedoch eine friedliche Variante spielt, ist ein erfahrender Atlanter-Spieler etwas im Vorteil, falls er sich frühzeitig genügend Produktionsstätten sichern kann. Denn deren doppelter Ertrag ist eine echte Herausforderung für die übrigens Spieler.

Dass die Nummerierung der Karten so glatt ging und sich nahtlos zu „Nachbarschaftshilfe“ ergänzt, zeugt entweder von besonderer Sorgfalt oder davon, dass (auch) diese Erweiterung wohl schon vor der Veröffentlichung des Grundspiels durchdesignt war. Ob das jetzt Geldschneiderei ist, bleibt jedem selbst zu bewerten.

Geeignet ist diese Erweiterung somit vornämlich für Vielspieler, die noch mehr Abwechslung wollen und noch ein neues Volk ausprobieren möchten. Ebenso für Spieler, die gern das Spiel zu fünft spielen wollen, was bisher nicht möglich war. Auf der anderen Seite ist es etwas aufwändiger, die Atlanter zu steuern, das heißt der Anspruch steigt und die Spieldauer erhöht sich. Selbstredend auch bei fünf Spielern, je um circa eine Stunde. Für die wenigen Karten der anderen Völker allein lohnt sich diese Erweiterung nicht, für die allgemeinen Karten bedingt.

Fazit: Die Atlanter macht das großartige Spiel „Imperial Settlers“ noch besser. Ähnlich wie die Japaner beim Grundspiel, spielen sich die Atlanter ebenfalls anders und sind etwas schwieriger, jedoch ebenso strategisch. Jetzt ist das Spiel sogar zu fünft spielbar, allerdings steigt die Spieldauer erheblich. Durch ein paar neue Karten für jede Fraktion kann man sogar regelkonforme Turnierdecks erstellen und diese individualisieren. Zudem bereichern neue Elemente das Spiel. Kurzum: Eine Erweiterung die das Spiel noch abwechslungsreicher macht und vor allem für Vielspieler unbedingt dazu gehört.


Imperial Settlers: Die Atlanter
Brettspiel-Erweiterung für 2 bis 5 Spieler ab 10 Jahren
Ignacy Trzewiczek
Pegasus Spiele 2016
EAN: 4250231707100
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 19,95

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Imperial Settlers - 15.11.15
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