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Artefakt #21
RPG-Magazine 09.05.08

Auffallend bei „Artefakt #21“ ist zunächst, dass das Magazin mit 68 Seiten etwas dünner als sonst ist und dass das übliche „Cthulhu“-Abenteuer entfallen musste – beides aus Zeitgründen. Dafür gibt es fünf Abenteuer beziehungsweise Abenteuerideen für „KULT“, „Arcane Codex“ (2x), „Deadlands“ und ein Mal universell.

von  Markus Kolbeck

Das kunstfertige, schwarz-weiße Titelbild stammt von einem neuen Mitarbeiter: Andreas Unterkreuter. Im Editorial kommentiert Chefredakteur Christoph Schubert die aktuelle Ausgabe und gibt Ausblicke auf die Zukunft.

Im sachkundigen Rezensionsteil werden besprochen: „Cthuloide Welten #13“, „Niemandsland“, „Arcane Codex Grundregelwerk 2. Auflage“, „Angriff der Flukes – Crystal Yorkshire Alpha“ und „Quiz-Taxi“.

Die universelle Fantasy-Szenarioidee „Der Spiegel der Wahrheit“ von Joachim A. Hagen umfasst vier Seiten und handelt von einem Spiegelartefakt, das einem, wenn man hineinschaut, sein wahres Wesen zeigt. Sie spielt im klerikalen Milieu und hat eine überraschende Wendung am Schluss.

„Lecorbusier“ ist ein abenteuerlicher Ort für Science-Fiction- oder Steampunk-Systeme. Als Ausgangspunkt für die Stadt der Zukunft diente eine Stadtutopie des Stararchitekten Le Corbusier. Dazu kamen Einflüsse aus „Star Trek“, „Logan’s Run“, „Blade Runner“, „Soylent Green“, Bauhaus und „1984“. Das Ergebnis ist eine originelle Mischung dieser verschiedenen Aspekte.

„Zeit der Tränen“ ist eine fünfseitige Kampagnenidee für „Arcane Codex“ von Joachim A. Hagen. Sie behandelt den militärischen Konflikt zwischen den Stahlfürsten Otgar von Vargoth und Haldrad von Dorgond in Form einer Belagerung. Die Spielercharaktere sehen sich mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert wie Diplomatie, Krankheiten, Sabotage, Meuchelmord usw. Für Spielleiter, die die Charaktere sich einmal mit den Auswirkungen hoher Politik in einem militärischen Setting auseinandersetzen lassen wollen, eine interessante Ausgangsbasis.

Es gibt auch wieder die „Dork Side“ mit lustigen Zitaten aus verschiedenen Rollenspielrunden.

„Cthulhu’s Trail. Ein vergessener Beitrag zur Rollenspielgeschichte?“ rankt sich um das angebliche Mysterium eines Rollenspiel-Fragments aus dem Jahr 1969 aus England, das den Titel „Cthulhu’s Trail“ trägt. Dazu muss man anmerken, dass das heutige „Cthulhu“ in den 1980ern in den USA erfunden wurde. Der Autor fabuliert schön, und fast könnte man ihm die Geschichte glauben.

„Die Nacht des Jägers“ ist eine vierseitige Szenarioidee für „KULT“ von Joachim A. Hagen, die die Charaktere mit einem Serienmörder konfrontiert und sie selbst zur Zielscheibe werden lässt. Schockeffekte und nervenaufreibende Verfolgungsjagden sind inbegriffen.

„Der Bastard“ ist eine Gruselkurzgeschichte von Gustav Grünwald, die von einem Jäger und von einem Sammler handelt und es in sich hat. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Für „Deadlands“ hat Christoph Schubert „Salz und Pfeffer“ geschrieben. Der Artikel umfasst fünf Seiten und beinhaltet vier kleine Szenarien. Diese sind für den stimmungsvollen Einstieg in eine Kampagne gedacht und durchaus skurril.

Lustig wird es wieder in „Außerirdisch gut“, wo ein Kochrezept für „MiGo mediterrane“ vorgestellt wird.

Einen interessanten Einblick in die Welt des Live-Rollenspiels gibt der LARP-Bericht „Eine andere Welt“ über die „Conquest of Mythodea 2007“, der zum Mitmachen animiert.

Auf ganzen 25 Seiten breitet sich die Thematik von „Das einsame Dorf“ aus, einem „Arcane Codex“-Abenteuer von Joachim A. Hagen. Darin wird eine bäuerliche Dorfgemeinschaft jährlich nach der Ernte von einer Räuberbande überfallen und geplündert. Doch dieses Jahr ist es anders: Die Bauern heuern die Abenteurer zu ihrem Schutz an. Das Szenario nimmt Motive aus den Filmen „Die sieben Samurai“ und „Die glorreichen Sieben“ auf und kann als krönender, gelungener Abschluss von „Artefakt #21“ angesehen werden. Ein Wermutstropfen ist nur, dass zwei Textstellen fehlen, die aber laut Chefredakteur Christoph Schubert in „Artefakt #22“ nachgereicht werden.

Fazit: Trotz geringerem Umfang bietet das Fanzine eine Menge Inhalte, wenn auch mit zum Teil nur kurzen Abenteueranregungen. Die gute Kurzgeschichte und das Abenteuer „Das einsame Dorf“ sind die Höhepunkte, letzteres trotz fehlender Textstellen. Da kann man als eventueller „Cthulhu“-Fan wohl auch darüber hinwegsehen, dass das sonst übliche „Cthulhu“-Abenteuer diesmal fehlt.

„Artefakt #21“ kann man für 4,30 € plus 0,85 € Porto unter www.fis-ev.de bestellen.


Artefakt #21
Fanzine für diverse Rollenspiel-Systeme
Christoph Schubert (Chefredakteur)
Förderkreis innovatives Spiel e.V. 2008
68 S., Softcover, deutsch
Preis: EUR 4,30

bei fis-ev.de bestellen

Artikel zum Weiterlesen

Arcane Codex 2. Edition - 25.02.08
Niemandsland: Grabenkrieg & Heimatfront - 14.01.08


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