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Schattenjäger: Haarlocks Vermächtnis 2: Stadt der Verdammnis
Rollenspiele, Warhammer 40.000 06.06.12

In den Ruinen Sinophia Magnas werden unheilvolle Intrigen gesponnen, denn die imperiale Stadt beherbergt einen lauernden Schrecken. Brutale Morde haben die Aufmerksamkeit der Inquisition erregt und weisen aufgrund eines verstörenden Musters eine Verbindung zum berüchtigten Freihändler Erasmus Haarlock auf. Dämonen, Hexerei und Verrat erwarten die Akolythen, und nur die Rechtschaffenen werden obsiegen.

von  Jan Stetter

„Haarlocks Vermächtnis 2: Stadt der Verdammnis“ ist der zweite Teile der epischen „Schattenjäger“-Abenteuertrilogie und schließt direkt an den ersten Teil „Schicksalsfäden“ an. Die Inquisition und der Adeptus Arbites verbünden sich im Angesicht einer Verschwörung, bei der nichts ist, wie es scheint, und in der die Akolythen alles riskieren müssen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Von der Spitze imperialer Behörden bis zu den Gemächern des heimtückischen Adels entfaltet sich Haarlocks dunkles Vermächtnis, das die Zukunft des gesamten Calixis-Sektors in Gefahr zu bringen droht.

Das Abenteuer kann zwar auch unabhängig vom ersten Teil gespielt werden, aber erst als Fortführung der Kampagne entfaltet es seine volle Spieltiefe. Es enthält verschiedene Elemente von Horror, Intrigen und Ermittlungen, ist aber alles in allem ein umfangreiches, nicht-lineares Krimiabenteuer und erfordert daher von den Spielern ein gewisses Maß an Denkbereitschaft und geistiger Wendigkeit. Layout, Übersetzung, Text- und Illustrationsqualität bleiben auf dem Niveau des ersten Teiles, man erhält für sein Geld einen robusten Einband mit knapp 80 inhaltsreichen Seiten.

Die Gliederung folgt den Vorgaben des ersten Bandes: Einleitung, ein Reiseführer für die verdorbene Welt Sinophia und die korrupte Stadt Sinophia Magna, vier Abenteuerkapitel und ein Anhang, in dem wieder einmal die Hauptfiguren, die NSC und Monster, einige Kampagnenkommentare und Spielerdokumente zu finden sind. Die Akolythen müssen sich im Laufe des Abenteuers mit allen möglichen menschlichen und übermenschlichen Abgründen auseinandersetzen und verstricken sich in einem Netz aus Mord, Trotz, Gier und Verrat. Jeder Schritt, den sie voranschreiten, bringt sie näher an die Lüftung des Geheimnisses heran, das die Machenschaften des berühmt-berüchtigten Freihändlers Erasmus Haarlock umgibt.

Die Geschichte beginnt für die Akolythen mit dem Auftrag, eine Reihe grauenvoller Morde in der Stadt Sinophia Magna aufzuklären. Über diesen Todesfällen schwebt etwas Dunkles und Bösartiges von einer auch politischen Tragweite, dass die Inquisition selbst dieser lokalen Sache nachgehen muss. Doch obwohl die Akolythen offizielle Unterstützung genießen, haben sie vor Ort mit zahlreichen Widerständen zu ringen: Sie befinden sich zwischen den Stühlen aller Fraktionen und stoßen auf allgemeine Ablehnung. Diese Situation spitzt sich stetig zu, weil die Akolythen zwischen die Fronten eines skrupellosen Krieges geraten, den die Unterwelt Sinophias mit dem dekadenten Adel und den korrupten Kontrollinstanzen austrägt. Es kommt zu sozialen Unruhen, die Stadt gerät in einen Strudel aus Gewalt und Hass, und die Akolythen müssen in diesem brisanten Umfeld ihre Ermittlungen anstellen und die Wahrheit hinter den Todesfällen aufdecken. Am Ende ihrer Bemühungen geraten sie in eine Situation, die zu meistern ihr gesamtes Können erfordert.

Kommentar

Sinophia Magna ist nicht nur heruntergekommen, sondern ein abstoßender Pfuhl aus Gewalt, Dreck, Intrige und Hinterlist. Es ist eine Herausforderung für jeden Spielleiter, den Spielern diese Stimmung zu vermitteln und ihnen – wenn nötig – in der nicht-linearen Handlung einen feinen roten Faden aufzuzeigen. Ebenso ist es eine Herausforderung für die Spieler, den zahlreichen Strängen der Geschichte nachzugehen und sie schließlich so ineinanderzufügen, dass ein sinnvolles Ganzes dabei herauskommt und zu einem „guten“ Ende wird.

Die Gliederung des Buches und die verteilte Darbietung der Informationen machen diese Aufgaben nicht leichter, denn leider bleibt der zweite Band auch in diesem Punkt auf dem (recht chaotischen) Niveau des ersten. Ein Spielleiter muss für die stimmige und stimmungsvolle Präsentation des Abenteuers daher ein hohes Maß an Einarbeitung und Wiederholung in Kauf nehmen. Auf der anderen Seite bieten die Handlung und Sinophia erfreulich viele Freiheiten für eigene und/oder improvisierte Nebenstränge jeder Art und können zu einem Fest für Spielleiter mit übersprühender Phantasie werden.

Fazit: „Stadt der Verdammnis“ ist ein zwar chaotisch organisierter, aber nichtsdestoweniger guter und umfangreicher Krimi, der die Geschehnisse des ersten Bandes passend fortführt. Die Atmosphäre, die dieses Abenteuer erzeugt, könnte sich nicht besser in die dunkle Welt „Schattenjägers“ einfügen und fordert den Akolythen wie auch ihren Spielern einiges an Fertigkeit ab. Doch der Vorteil von „Stadt der Verdammnis“ ist gleichzeitig ein Nachteil, denn Aufbau und Verlauf der unstrukturierten Handlung werden nicht jeder Gruppe zusagen. Ein Spielleiter aber, der bereit ist, sich tief in dieses Abenteuer einzuarbeiten und es bestens vorbereitet zu präsentieren, wird mit „Stadt der Verdammnis“ wohl jeder interessierten Gruppe ein rollenspielerisches Glanzlicht bieten können.


Haarlocks Vermächtnis 2: Stadt der Verdammnis
Kampagnenband (2. von 3)
Alan Bligh, John French
Feder&Schwert / Heidelberger Spieleverlag 2010
ISBN: 978-3-86762-086-4
80 S., Hardcover, deutsch
Preis: EUR 24,95

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