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Ghost Stories
Brettspiele, Horror (allgemein) 06.04.09

Einst wurde Wu-Feng, der Herrscher der Neun Höllen, besiegt. Wu-Feng suchte lange Zeit nach den Überresten seines Körpers, um erneut die Welt der Lebenden betreten zu können. Die Urne mit seiner Asche wurde in einem Dorf versteckt und geriet in Vergessenheit. Die Spieler verteidigen in der Rolle taoistischer Mönche das Dorf vor den Angriffen der Geister aus dem Reich der Toten.

von  Peter Berneiser

„Ghost Stories“ ist ein kooperatives Spiel. Die Spieler kämpfen gemeinsam gegen die Geister und die Inkarnation(en) Wu-Fengs. Dabei stehen ihnen besondere Kräfte zur Verfügung. Die Rezension bezieht sich auf das Spiel mit vier Spielern. Die Spielregeln beinhalten Anpassungen für das Spiel zu dritt, zu zweit oder alleine.

Spielvorbereitung

Die neun quadratischen Dorffelder werden in drei Dreierreihen ausgelegt, sodass sie ein großes Quadrat bilden. An jede der vier Seiten wird eine Spieltafel gelegt. Die Spieltafeln sind je einem Taoisten zugeordnet und zeigen auf beiden Seiten unterschiedliche Kräfte. Auf jeder Tafel sind zudem drei Geistfelder abgebildet, die jeweils in einer Linie mit drei Dorffeldern liegen.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler vier Qi-Marker (Lebensmarker) sowie einen Ying-Yang-Marker und setzt seine Spielfigur auf das Dorffeld in der Mitte. Der Stapel mit den Geisterkarten wird gemischt und vor die letzten 10 Karten wird eine zufällig gezogene Inkarnation Wu-Fengs eingefügt.

Spielablauf

Der Spielzug eines Spielers besteht aus zwei Phasen. In der ersten Phase, der Yin-Phase, treiben die Geister ihr Unwesen. Je nach Symbol können die Geister ihre Mächte (etwa spuken oder verfluchen) einsetzen, wenn sie ins Spiel kommen, wenn die Yin-Phase beginnt oder wenn sie vertrieben, das heißt aus dem Spiel entfernt werden.

Zuerst spuken oder verfluchen die mit diesen Mächten ausgestatteten Geister. Die Spielfigur eines spukenden Geists wird um eine Position nach vorne versetzt (von der Geisterkarte auf das erste Feld). Sobald er das zweite Feld erreicht hat, fliehen die Dorbewohner aus dem nächsten Dorf in dieser Reihe. Das Dorffeld wird umgedreht und die Dorfbewohner können nicht mehr um Hilfe gebeten werden. Die Geisterfigur wird wieder zurück auf die Karte gestellt. Wenn der Geist nicht vertrieben wird, kann er weitere Dorffelder in dieser Reihe heimsuchen. Ein fluchender Geist erfordert das Würfeln mit dem Fluch-Würfel. Mit etwas Glück bleibt der Spieler vor den bösen Mächten verschont. Ansonsten muss er das nächste Dorffeld umdrehen, einen weiteren Geist ins Spiel bringen, alle Tao-Marker oder einen Qi-Marker ablegen. Aufgebrachte Geister sind keine angenehmen Zeitgenossen.

Das Eintreffen der Geister entfällt, wenn alle drei Geistfelder auf der Spieltafel des aktiven Spielers besetzt sind. Der Spieler verliert allerdings einen Qi-Marker. Ist noch mindestens ein Feld frei, zieht der Spieler die oberste Karte vom Geisterkartenstapel und platziert sie im Spiel. Dabei ist die Farbe der Geister (gelb, grün, blau, rot und schwarz) entscheidend. Die Geister müssen auf den Spielplänen platziert werden, die ihrer Farbe entsprechen. Ist eine solche Spieltafel bereits von drei Geistern besetzt, kann sich der Spieler ein freies Feld auf einer anderen Spieltafel aussuchen. Schwarze Geister suchen immer den aktiven Spieler heim.

In der 2. Phase, der Yang-Phase, kann der Spieler auf ein angrenzendes Dorffeld ziehen. Anschließend hat er die Möglichkeit, den Bewohner des Dorfes, auf dem er steht, um Hilfe zu bitten. Je nach Feld haben die Dorfbewohner unterschiedliche Kräfte.

Auf dem Friedhof kann man tote Spieler ins Leben zurückholen. Anschließend muss man mit dem Fluch-Würfel würfeln. Der taoistische Altar ermöglicht es, ein verlassenes Dorffeld wieder umzudrehen, allerdings wird danach ein Geist ins Spiel gebracht. Beim Marktstand des Kräuterhändlers erhält man Tao-Marker, während die Bewohnerin der Hütte der Hexe einen Geist entfernen kann. Der Spieler verliert im Gegenzug jedoch einen Lebenspunkt. Im buddhistischen Tempel kann man eine Buddha-Figur aufnehmen und in der nächsten Runde auf ein freies Geistfeld einer Spieltafel legen.

Das Licht des Turms des Nachtwächters verscheucht die Geister. Die Figuren aller spukenden Geister werden zurück auf ihre Karten gestellt. Die Kraft des Gebetskreises schwächt die Geister einer Farbe. Ihr Widerstand wird um eins reduziert. Mit der Kraft des Pavillons der Himmlischen Winde kann ein Geist auf ein anderes freies Geistfeld versetzt werden. Im Teehaus können sich die Taoisten erholen und neue Kräfte für den Kampf gegen die Geister sammeln. Der Spieler erhält einen Tao- und einen Qi-Marker. Allerdings hat der Müßiggang seinen Preis: Ein neuer Geist kommt ins Spiel.

Anstatt die Hilfe eines Dorfbewohners in Anspruch zu nehmen, kann ein Spieler auch eine Austreibung versuchen, wenn er auf einem Dorffeld steht, das neben einer Geisterkarte liegt. Mit den drei Tao-Würfeln, die auf den sechs Seiten schwarze, rote, gelbe, grüne, blaue und weiße Symbole zeigen, werden die Geister vertrieben. Der Spieler muss nun so viele Symbole in der Farbe des Geistes sammeln, wie dieser Widerstand hat. Ein roter Geist mit Widerstand 2 verschwindet, wenn der Spieler zwei rote Symbole gewürfelt hat. Die weißen Symbole können eine Farbe nach Wahl des Spielers annehmen. Außerdem kann man Tao-Marker in der entsprechenden Farbe einsetzen, um das Würfelergebnis zu verbessern. Befindet sich ein Spieler auf einem Eckfeld, kann er versuchen, zwei Geister gleichzeitig auszutreiben (wenn auf beiden Eckfeldern Geister ausliegen). Man kann die Tao-Marker eines anderen Spielers für eine Austreibung verwenden, wenn dieser sich auf dem gleichen Feld aufhält. Einige Geister hinterlassen nach ihrer Austreibung einen Fluch oder eine Belohnung.

Zuletzt kann ein Spieler, der in der vorangegangenen Runde eine Buddha-Figur im buddhistischen Tempel aufgenommen hat, diese Figur auf ein freies Feld einer Spieltafel setzen. Sobald ein Geist auf dieses Feld gelegt wird, verschwindet er sofort (sehr gut in Kombination mit der Kraft des Pavillons der Himmlischen Winde)!

Der Ying-Yang-Marker kann jederzeit während der eigenen Runde eingesetzt werden und ermöglicht es den Spielern, die Hilfe von Dorfbewohnern in Anspruch zu nehmen, ohne sich auf dem entsprechenden Dorffeld aufhalten zu müssen. Alternativ kann ein Dorffeld wieder umgedreht werden, das von spukenden Geistern heimgesucht wurde.

Stirbt ein Taoist, weil er keine Qi-Marker mehr besitzt, verliert er alle Marker und seine Spielfigur wird auf den Friedhof gelegt. Er kann aber von den anderen Taoisten auf dem Friedhof wiederbelebt werden.

Die vier Taoisten besitzen unterschiedliche Kräfte. Vor dem Spiel wird ermittelt, ob ein Spieler die Kraft der Vorderseite oder der Rückseite seiner Spieltafel nutzen kann. Der rote Taoist kann sich beispielsweise auf ein beliebiges Dorffeld bewegen oder nach seiner Bewegung einen anderen Taoisten ein Dorffeld weit bewegen. Die Mächte der Geister sind ebenso vielfältig. Einige Geister stehlen Tao-Marker oder verbieten sogar den Einsatz von Tao-Würfeln.

Das Spiel kann auf vier Schwierigkeitsstufen gespielt werden: Anfänger (4 Qi-Marker und eine Inkarnation Wu-Fengs), Normal (3 Qi-Marker und eine Inkarnation Wu-Fengs), Albtraum (3 Qi-Marker und vier Inkarnationen Wu-Fengs) und Hölle (3 Qi-Marker und vier Inkarnation Wu-Fengs, keine Ying-Yang-Marker zu Beginn der Partie).

Spielziel

Die Spieler müssen die Inkarnation(en) Wu-Fengs besiegen, bevor der Kartenstapel der Geister aufgebraucht ist. Die Spieler verlieren, wenn vier Dorffelder umgedreht (drei Dorffelder auf höheren Schwierigkeitsstufen) oder alle Taoisten tot sind.

Fazit: Die Spielregeln sind unübersichtlich und nicht leicht zu verstehen. Hat man sich einmal durchgekämpft, bleiben dennoch einige Fragen offen. Buddha sei Dank hat der Verlag bereits überarbeitete Regeln und ein FAQ angekündigt. Die Verarbeitung ist, bis auf einige unsauber geschnittene Karten, gut. Der Glücksfaktor sollte bei „Ghost Stories“ nicht unterschätzt werden. Zieht man ein paar starke Geister in Folge, kann es für die Taoisten sehr schwer werden. Um das Spiel zu gewinnen, müssen die Spieler die Kräfte der Taoisten und der Dorfbewohner geschickt kombinieren. Unterm Strich ist „Ghost Stories“ ein anspruchsvolles, spannendes und grafisch sehr schön gestaltetes Spiel.


Ghost Stories
Brettspiel für 1 bis 4 Spieler
Antoine Bauza
Repos Production 2008
ISBN: n. a.
4 Spieltafeln, 9 Dorffelder, 4 Tao-Würfel, 1 Fluch-Würfel, 65 Karten, 4 Taoisten-Figuren, 53 Marker, 8 Spuk-Figuren, 2 Buddha-Figuren, 2 Spielhilfen, 1 Blatt zum Vermerken der Spielergebnisse, 3 Spielregeln (englisch, deutsch, französisch)
Preis: EUR 30,00

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