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Doctor Who – Die fünf Doktoren
DVDs 14.09.15

Zum 20. Geburtstag von „Doctor Who“ im Jahr 1983 gönnte die BBC den Fans ein ganz besonderes Schmankerl. Zehn Jahre zuvor hatte man in „The Three Doctors“ zum ersten Mal mehrere Inkarnationen des Zeitreisenden aufeinandertreffen lassen. 1983 konnte man dann schon auf fünf Doktoren zurückgreifen.

von  Bastian Ludwig

Dem fünften Doktor geht es nicht gut. Eine mysteriöse Gestalt entführt seine vorherigen Inkarnationen aus ihren Zeitlinien und sperrt sie in die Todeszone auf Gallifrey, eine verwüstete Gegend, in deren Mitte der Dunkle Turm steht, das Grab Rassilons, des legendären Gründers der Time-Lord-Gesellschaft. Auf ihrem Weg durch die mit Fallen bespickte Todeszone hin zum Turm treffen die Doktoren und ihre Begleiter auf allerlei Gefahren wie die Cybermen, bekommen aber auch ungeahnte Hilfe vom Hohen Rat von Gallifrey – und von niemand anderem als dem Master.

Auf satte drei DVDs packt Pandastorm seine jüngste „Doctor Who“-Veröffentlichung; und das bei einem einzigen TV-Special. Das kann sich erst mal sehen lassen. Zwei der Silberlinge nimmt allein das Special selbst ein, liegt es doch in nicht weniger als drei Schnittfassungen vor.

Da wäre zunächst einmal die originale TV-Version von 1983 mit einer Laufzeit von 90 Minuten. Hinzu kommt die Special Edition von 1995 mit einer Laufzeit von 100 Minuten. Sie enthält nicht nur verlängerte und zusätzliche Szenen, zum Teil wurden Szenen auch neu angeordnet und Spezial- sowie Soundeffekte ausgetauscht.

Etwas versteckt in den Einstellungen der TV-Version findet sich dann auch noch die deutsche Schnittfassung. Bei der hiesigen Erstausstrahlung im Februar 1995 sendete VOX „Die fünf Doktoren“ nämlich als Dreiteiler zu je 25 Minuten.

Das ist natürlich schade für all diejenigen, die die Folge gerne synchronisiert sehen möchten, da nur diese 75 Minuten ins Deutsche übertragen wurden. In der restlichen Laufzeit – egal ob in der TV-Fassung oder der Special Edition – springen die Dialoge auf die mit deutschen Untertiteln versehene englische Tonspur. Das ist aber vollkommen in Ordnung, eine Synchronisation der neuen Szenen wäre bei einer Veröffentlichung, die letztlich doch als Nischenprodukt anzusehen ist, zu viel verlangt gewesen.

Qualitativ folgt die Synchronisation jener der anderen in den späten 80ern und frühen 90ern übertragenen Who-Episoden. Das bedeutet, manch eine Übersetzung mag für an die Synchronisation von New Who gewöhnte Ohren ungewöhnlich klingen, wobei ich Begriffe wie etwa „Zeitwanderer“ absolut in Ordnung finde, während „Kybermänner“ vielleicht nicht unbedingt hätte sein müssen. Außerdem heißt es auch, dass manche Passagen wieder ziemlich frei, teilweise auch sinnentstellend übersetzt wurden.

Fun Fact: Ich war erstaunt, im Nachhinein zu lesen, dass alle fünf Doktoren von ein und demselben Synchronsprecher, Michael Schwarzmaier, gesprochen werden. Während ich mir die Folge angeguckt habe, ist mir das nicht aufgefallen. Chapeau, Herr Schwarzmaier!

So. Das waren jetzt eine Menge Hintergrundinformationen. Kommen wir zur Bewertung. Dafür habe ich mir die Special Edition angeschaut.

Um die Folge fair bewerten zu können, muss man sich meiner Meinung nach vor Augen führen, was die Macher mit ihr bezwecken wollten. „Die fünf Doktoren“ ist in erster Linie ein Dankeschön an die „Doctor Who“-Fans des Jahres 1983, vor allem an diejenigen, die schon seit vielen Jahren dabei waren. Schaut man sich die Folge an, soll es so sein, als würden alte Freunde, die man schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat, mal wieder vorbeikommen, um über die gute alte Zeit zu plaudern.

Wollte man ganz streng sein, könnte man bemängeln, dass „Die fünf Doktoren“ unter diesem Gesichtspunkt ein kleiner Etikettenschwindel ist, sind doch ihn Wahrheit nur drei echte Doktoren dabei. Da wäre natürlich der zu dieser Zeit aktuelle Doktor Peter Davison und die Doktoren zwei und drei, Patrick Troughton und Jon Pertwee. William Hartnell, der Darsteller des ersten Doktors, verstarb 1975 und wurde im Special durch Richard Hurndall ersetzt. Doktor Nummer vier Tom Baker hatte keine Lust, sich am Jubiläums-Special zu beteiligen. Für seinen kurzen Auftritt kramte man nie verwendetes Material aus dem Archiv. Danach bleibt er für den Rest der Episode im Zeit-Vortex gefangen und ward nicht mehr gesehen.

Unter diesen Voraussetzungen hätten die Produzenten damals auch entscheiden können, schlicht ein Special à la „The Three [other] Doctors“ zu machen. Aber für die Gesamtwirkung ist es doch wichtig, dass Nummer eins und Nummer vier in irgendeiner Form präsent sind.

Die Handlung von „Die fünf Doktoren“ muss sich dem Ziel, nostalgische Gefühle beim Publikum zu wecken, unterordnen. Dementsprechend konventionell kommt sie daher. Wir sehen die Doktoren eins bis drei samt Begleitern unabhängig voneinander durch die Todeszone laufen und episodenhaft allerlei Gefahren bestehen, während Nummer fünf beim Hohen Rat versucht, die Entführung seiner früheren Inkarnationen aufzuklären, bevor es dann zum großen Doktoren-Treffen im Dunklen Turm kommt.

Das ist für ein solches Special eine sinnvolle Dramaturgie. In ihren Solo-Szenen können die jeweiligen Doktoren glänzen, und die Fans können „ihren“ Doktor noch einmal in Aktion erleben. Und als Highlight fungiert dann das Aufeinandertreffen der so unterschiedlichen und doch so ähnlichen Inkarnationen mit ihren Streitigkeiten und Neckereien. Das lieben wir, da werden quasi unsere eigenen inneren Widersprüche nach außen getragen und ausdiskutiert. Und wenn die Doktoren am Ende doch in Einigkeit obsiegen, sind wir Zuschauer irgendwie auch ein bisschen mit uns selbst versöhnt.

Und das ist der Grund, warum die Folge auch heute noch funktioniert. Selbst wer erst mit New Who zum Fandom gestoßen ist, hat ja mittlerweile auch schon vier Doktoren erlebt und weiß, welches Vergnügen sich aus dem Vergleich der verschiedenen Inkarnationen ergeben kann.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zum Bonusmaterial. Die UK-DVDs von „Doctor Who“ klotzen ja bekanntlich mit Bonusmaterial, und Pandastorm hat es sich lobenswerterweise angewöhnt, dieses Material komplett zu übernehmen. Dieses Mal nahm man die „25th Anniversary Edition“ von „Die fünf Doktoren“ als Vorlage und das bedeutet, es gibt unter anderem die einstündige Doku „Freudenfest“ aus dem Jahr 2008, in der die Stars und Macher auf die Veröffentlichung des Specials 25 Jahre zuvor zurückblicken. Das kurze Feature „Die Fäden, die uns verknüpfen“ stellt die ersten fünf Doktoren vor. Ungeschnittenes Filmmaterial ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen, und durch verschiedene Fernsehauftritte der Stars erfährt man etwas über die Promo-Tour des Specials im Jahr 1983.

Fazit: „Die fünf Doktoren“ ist eine unter erzählerischen Gesichtspunkten durchschnittliche „Doctor Who“-Episode, die allerdings ihrem Anspruch als Fan-Service sehr gerecht wird und die damit ein angemessenes Special für den 20 Geburtstag des Time Lords war, das man auch heute noch gut gucken kann.


Doctor Who – Die fünf Doktoren
GB 1983
Regie: Peter Moffatt
Darsteller: Peter Davison, Richard Hurndall/William Hartnell, Patrick Troughton, Jon Pertwee, Tom Baker u. a.
Drehbuch: Terrance Dicks

Vertrieb: Pandastorm Pictures
Erscheinungstermin: 28. 08.2015

Laufzeit: TV-Version 90 Min., SE 100 Minuten plus 337 Min. Zusatzmaterial
Bildformat: 1,33:1 / 4:3
Ton: Deutsch DD 2.0, Englisch DD 2.0, DD 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch
Weitere Angaben: Codefree, Pal, Farbe
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren

Bonusmaterial: Booklet mit Vorwort von Terrance Dicks (Drehbuch), Special Edition Version aus dem Jahre 1995 (100 Min.), Deutsche TV-Fassung (75 Min.), Featurettes: Freudenfest, Die Fäden, die uns verknüpfen, Outtakes, Audiokommentare, Infotext uvm.

Preis: 19,99 EUR

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